Multimedia-Suchmaschine Qwiki Angriff auf Google und Wikipedia

Der Internet-Suchdienst Qwiki liefert Ergebnisse in Form von erzählten Geschichten mit Bildern und kurzen Videosequenzen. Eine Alternative zur etablierten Konkurrenz?

Suchen im Internet sollte heute mehr bringen als Texte aus der Enzyklopädie Wikipedia und Linkverzeichnisse wie bei Google. Das glauben die Gründer des Startups Qwiki. Das junge Unternehmen verspricht komplette Multimedia-Präsentationen als Suchergebnis.

Der neue Internet-Service will das lukrative Geschäft der Suchmaschinen an sich reißen, indem er Vorlieben und Gewohnheiten der Benutzer besser bedient. Das in San Francisco ansässige Qwiki liefert Suchergebnisse in Form von erzählten Geschichten mit dazugehörigen Bildern und teilweise auch kurzen Videosequenzen.

Anstatt der von Google, Yahoo und anderen Suchmaschinen gewohnten Links auf die wichtigsten Quellen zu einem Stichwort, trägt Qwiki Textstellen aus der Online-Bibliothek Wikipedia sowie Bilder und Videomaterial aus Youtube und Wikimedia Commons zusammen und erstellt daraus eine animierte Diashow.

Auf Englisch wird ein kurzer Einführungstext zum Suchbegriff von einer synthetisch klingenden, weiblichen Stimme vorgelesen. Beim Klicken auf die angezeigten Fotos starten weitere Audioerklärungen zu den entsprechenden Bildern. Bis vor kurzem war Qwiki nur für einen ausgewählten Kreis von Testern erreichbar.

Seit Oktober haben sich nach Qwikis Angaben fast 100.000 freiwillige Helfer am Aufbau und Test des Web-Angebots beteiligt. Seit dieser Woche ist die Web-Seite öffentlich zugänglich und kann kostenlos genutzt werden. Gesucht werden kann in mehrere Sprachen, Ergebnisse werden jedoch in Englisch angegeben.

Hoffnung auf die Internet-Nutzer

Wie bei Wikipedia können die Anwender selbst Material zu den gefundenen Multimedia-Einträgen beitragen. Mit einem Online-Formular können etwa Bilddateien hochgeladen oder Adressen von im Internet bereits vorhandenen Fotos und Videos eingetragen werden.

Benutzer können auch falsch ausgesprochene Wörter oder ein falsches Sprechtempo der Vorleserin kritisieren. Korrekturmöglichkeiten für sachliche Fehler sind derzeit allerdings nicht zu erkennen. So liefert etwa die Suche nach "Bernd Eichinger" eine gesprochene Kurzfassung des englischen Wikipedia-Eintrags mit biografischen Angaben für den kürzlich verstorbenen deutschen Filmproduzenten, mit Fotos und weiteren Links zu einigen wichtigen Filmen und Weggefährten.

Es fehlt jedoch der in Wikipedia vorhandene Hinweis auf Eichingers Ableben. Die Qwiki-Gründer hoffen auf den gleichen "Crowdsourcing-Effekt, der Wikipedia durch rege Beteiligung engagierter Nutzer in zehn Jahren zum führenden Online-Lexikon gemacht hat. Die Datenbank umfasst nach Qwikis Angaben derzeit zwei Millionen Einträge, ein Großteil davon Städte und bekannte Persönlichkeiten, aber auch häufig gesuchte Begriffe.

Jeder Eintrag ist mit einer Reihe von Verweisen auf verwandte Stichwörter versehen. Die Quelle aller präsentierten Inhalte wird auf Klick angezeigt. Das Unternehmen wurde im vergangenen Jahr von Eduardo Saverin, einem Mitgründer von Facebook, zusammen mit Doug Imbruce und Louis Monier, zwei Pionieren aus der Suchmaschinenszene, gegründet. Vorstandschef Imbruce hofft auf zahlreiche Beiträge in den Kategorien Restaurant und Reisetipps.

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