Von H. Martin-Jung

Kaum erhältlich, schon millionenfach heruntergeladen: Firefox gibt es nun in einer neuen Version. Mit ihr können einige Video-Formate ohne Zusatzsoftware abgespielt werden.

Es sind, wie Techniker das gerne nennen, eher Veränderungen unter der Motorhaube. Für die Internet-Software Firefox, die nun in Version 3.5 vorliegt, stimmt dieses eigentlich schiefe Bild sogar in einer Hinsicht. An der Oberfläche sieht man dem generalüberholten Browser, den man unter www.mozilla.com herunterladen kann, tatsächlich kaum etwas an. Aber er stellt Internetseiten wesentlich schneller dar als die Vorgängerversion.

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"Don't judge a book by its cover" trifft auch auf die neue Firefox-Version zu. Hinter der alten Oberfläche steckt ein neuer Kern, der Internetseiten schneller darstellt als sein Vorgänger. (© Foto: dpa)

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Das scheint vielen Nutzern sehr wichtig zu sein. Das Programm wird weltweit massenhaft heruntergeladen. 4,2 Millionen Nutzer hatten den Browser bis Mittwochnachmittag bereits auf ihrem Computer eingerichtet, allein in Deutschland waren es bis dahin bereits 480.000.

Software ist kostenlos

Die Software, die kostenlos abgegeben wird, entsteht durch Zusammenarbeit von Programmierern auf der ganzen Welt. Koordiniert wird deren Arbeit von der Mozilla-Stiftung, die einen großen Teil ihrer Einnahmen aus einer Kooperation mit dem Internet-Konzern Google bezieht. So ist Google beispielsweise als Standard-Suchmaschine im Firefox-Browser eingestellt. Über Google lässt sich in Firefox 3.5 auch der Standort eines Nutzers feststellen - wenn dieser das wünscht.

Neu in der Version 3.5 ist neben der schnelleren Darstellung von Seiten ein privater Modus zum Surfen, den böse Zungen Porno-Modus genannt haben: Die Seiten, die dabei aufgerufen werden, hinterlassen auf dem Computer keine Spuren. Überarbeitet wurde auch die Darstellung mehrerer Fenster, der sogenannten Tabs. Firefox 3.5 kann einige Video- und Audioformate abspielen, ohne dass man dazu Zusatzsoftware braucht.

Langsamer - aber beliebter

Tests haben gezeigt, dass der neue Firefox zwar erheblich schneller ist als seine Vorgänger, aber langsamer als Apples Safari und Googles Chrome. Bei den Nutzern ist der Firefox dennoch wesentlich beliebter. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass es für Firefox zahlreiche nützliche Erweiterungen gibt, die dem Browser neue Fähigkeiten verleihen.

Browser haben sich mittlerweile von ursprünglich sehr rudimentärer Anzeigesoftware zu überaus mächtigen Werkzeugen gewandelt - nahezu vergleichbar mit dem Betriebssystem. Viele Programme arbeiten bereits innerhalb von Browsern, egal, ob auf dem Computer Windows läuft oder Linux. Auch bei der Unterstützung dieser Funktionen hat Firefox 3.5 zugelegt.

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(SZ vom 2.7.2009/cf)