Modulares System G5: LGs neues Baukasten-Smartphone

Beim Smartphone G5 setzt LG auf Module. Der Akku lässt sich wie eine Schublade herausziehen.

(Foto: dpa-tmn)

Soundmodul oder Kamera-Stick: Das neue LG-Smartphone können Nutzer mit verschiedenem Zubehör intelligent erweitern.

Von Helmut Martin-Jung, Barcelona

Wie kann man sich als Smartphone-Hersteller von der Konkurrenz absetzen, wenn man nicht zu den ganz Großen gehört und nicht über deren gigantische Werbebudgets verfügt? Der koreanische Hersteller LG leidet ja darunter, dass er der ewige Zweite im Wettbewerb mit Samsung ist und zuletzt wegen hoher Ausgaben für seine Smartphones im Minus war. Jetzt hat er eine interessante Lösung gefunden, die er auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorstellte.

LGs neues G5 ist nach unten offen. Drückt der Nutzer einen Knopf, löst sich der Teil unterhalb des Bildschirms wie eine Schublade, gibt den Akku frei und - das ist der Trick - schafft so eine Andockstation für Zubehör.

Dafür gibt es unter anderem ein Soundmodul von Bang und Olufsen. Der skandinavische Hersteller steht in den Augen vieler für Soundqualität und das Ansteckteil beinhaltet dann auch einen guten Digital-Analog-Wandler, der bessere Klangqualität liefert als die herkömmlichen Soundchips der Smartphones. Um den Unterschied wirklich zu hören ist allerdings ein guter Kopfhörer anzuraten. Von LG selbst stammt ein Kameragriff, der es möglich macht, das Handy beim Fotografieren mit einer Hand zu bedienen. Außerdem steckt im Griff eine Zusatzbatterie, die dem Smartphone zusätzliche Laufzeit beschert.

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Bei LG ist man sicher, dass die beiden Erweiterungen nicht die letzten bleiben werden, ja, man hofft sogar, dass sich daraus womöglich ein Standard entwickeln könnte, von dem viele Smartphone-Hersteller profitieren könnten. Denn klar ist: Nur für einen kleineren Anbieter wie LG werden sich nicht allzu viele Drittanbieter die Mühe machen, solche Zusatzmodule zu entwickeln.

Das G5 kann duchaus mit der Konkurrenz mithalten

Das G5 soll noch in diesem Jahr in den Farben Silber, Gold, Pink und Titan auf den Markt kommen.

(Foto: Bloomberg)

Die Bedienung funktioniert problemlos, zumindest bei einem ersten Kurztest am Stand von LG. Das Smartphone selbst kann mit der Konkurrenz auf jeden Fall mithalten.

Das G5 hat ein metallenes Unibody-Gehäuse, ein 5,3 Zoll großes QHD-Display (2560 zu 1440 Pixeln), Qualcomms Snapdragon-820-Prozessor, 32 Gigabyte (GB) Festspeicher (per SD-Karte auf bis zu zwei Terabyte erweiterbar) und 4 GB Arbeitsspeicher. Die 16 Megapixel auflösende Hauptkamera ist auf der Rückseite neben einem 8-MP-Modell mit Weitwinkellinse und 135 Grad Aufnahmewinkel eingelassen. Das G5 soll noch in diesem Jahr in den Farben Silber, Gold, Pink und Titan auf den Markt kommen - wann genau, verriet LG aber ebenso wenig wie den Preis.

Um das Programm abzurunden, hat LG auch eine Virtual-Reality-Brille vorgestellt, eine Drohne und einen kugelförmigen Roboter, der nicht ganz zufällig an jenen aus dem jüngsten Star-Wars-Film erinnert. Ganz so viel wie BB-8 kann LGs Version nicht, aber immerhin die Katze zu Hause mit Laserstrahlen auf Trab halten, wobei man sie auf dem Smartphone live bei ihrem Treiben beobachten kann. Dinge, auf die die Welt schon lange gewartet hat. Die Idee mit dem Andocken des Zubehörs ist trotzdem gut. Aber es ist fraglich, ob sie LG den Erfolg zurückbringen wird.

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Mit Material von DPA.