Mobilfunktechnik LTE-Advanced Telekom stellt Tempo-Rekord auf

Gerade einigermaßen ausgebaut, da folgt auf LTE auch schon LTE-Advanced

Die Mobilfunktechnik LTE soll auch in Deutschland bald einen Nachfolger bekommen. Mit einer Datenübertragungs-Geschwindigkeit von 580 Megabit pro Sekunde demonstrierte die Deutsche Telekom am Donnerstag, was hierzulande in Zukunft möglich sein soll.

Die Deutsche Telekom hat bei der Datenübertragung in ihrem Netz einen neuen Rekord aufgestellt. In einem Feldversuch wurde am Donnerstag in der rheinhessischen Stadt Alzey ein Wert von 580 Megabit pro Sekunde (MBit/sec) gemessen - das ist mehr als das Zehnfache der bislang üblichen Leistung im LTE-Netz.

Das soll ein Schritt hinzur Nachfolgetechnik LTE-Advanced sein, einem Mobilfunknetz, in dem bis zu einem Gigabit pro Sekunde möglich sein sollen. Derzeit arbeiten alle großen Anbieter in Deutschland, also neben der Telekom auch Vodafone und O2 am Ausbau dieser Technik. Vodafone plant derzeit ein konkretes LTE-A-Angebot mit 225 MBit/sec für Geschäftskunden in mehreren Großstädten.

Die Übertragungsrate von 580 MBit/sec erreichten die Techniker der Deutschen Telekom, indem sie erstmals zwei Verfahren zur Steigerung der Bandbreite im LTE-Mobilfunknetz kombinierten: Frequenzbündelung und eine spezielle Mehrantennentechnik zur Übertragung mehrerer Datenströme auf derselben Frequenz.

"Das geht in die Richtung fünfte Generation"

"Das werden wir demnächst für alle Kunden weltweit verfügbar machen", sagte der Technik-Chef der Telekom Deutschland, Bruno Jacobfeuerborn. Der genaue Zeitpunkt für die kommerzielle Einführung dieser Mobilfunktechnik hänge von den Handy-Herstellern ab.

"Was die Telekom da vorstellt, geht in Richtung fünfte Generation mobiler Bandbreite", sagte der Vorsitzende der Fachgruppe für das mobile Internet im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), Mark Wächter.

Das bisherige LTE-Netz gilt als Mobilfunktechnik der vierten Generation (4G). Der Unterschied zu diesem "normalen" LTE ist enorm: LTE-A macht das mobile Internet nicht nur schneller, es kann auch leichter von Leuten genutzt werden, die weit vom Sender entfernt wohnen.

Weltweit ist die Entwicklung schon etwas weiter. LG betreibt bereits seit Mitte 2013 in Südkorea ein kommerzielles Netz auf Basis von LTE-Advanced und im Juli 2013 startete Telstra im australischen Queensland LTE-A für Privatkunden. Und auf der am Montag in Barcelona beginnenden Fachmesse Mobile World Congress (MWC) wird 5G eines der zentralen Thema sein.

"Frenquenzen sind für uns wie Bodenschätze"

In Alzey errichteten die Telekom-Techniker fünf Basisstationen. Im historischen Museum der Stadt demonstrierte Jacobfeuerborn die Leistung von LTE-A mit einem Handy, das es bislang nur als Prototyp gibt. Die Basisstationen bündeln zwei LTE-Frequenzen, 1800 und 2600 Megahertz, und bieten damit eine Bandbreite von zwei Mal 150 MBit/sec. Das Empfangsgerät verfügt über vier Antennen statt der üblichen zwei, so dass sich die mögliche Übertragungsgeschwindigkeit von annähernd 600 MBit/sec ergibt.

Diese Mehrantennentechnik mit der Bezeichnung MIMO (Multiple Input Multiple Output) biete eine willkommene Erweiterung der Bandbreite, zumal die verfügbaren Frequenzen knapp seien, sagte Jacobfeuerborn. Sie seien wie "Bodenschätze", die Techniker suchten immer nach neuen Möglichkeiten, aus diesem Gut das Maximum herauszuholen. Nun gehe es zum einen darum, die Hersteller von Endgeräten zur Unterstützung zu bewegen. Zum anderen werde nun ein Standardisierungsverfahren eingeleitet, zu dem alle Mobilfunkbetreiber beitragen sollten.

Wie jedes Mobilfunknetz muss die verfügbare Bandbreite auf die verschiedenen Nutzer aufgeteilt werden, so dass sich das Übertragungstempo verringert - mit vier Teilnehmern in einer Zelle des Alzeyer Netzes erreichte der LTE-A-Empfänger einen Download-Wert von 94 MBit/sec. Die Geschwindigkeit bei der Datenübertragung in die Gegenrichtung (Upload) ist jeweils etwa halb so hoch.