Seit die Mobilfunkbetreiber die Datenübertragung als Einnahmequelle entdeckt haben, vertreiben sie fast nur noch Geräte mit eingebautem Fotoapparat. Aber die Multimediafähigkeiten sind nur der Problem für UMTS.
Die Kamera-Handys der ersten Generation enthielten nur eine rudimentäre Digitalkamera mit wenigen Funktionen und boten eine eher mäßige Bildqualität. Nachdem diese Lernphase abgeschlossen ist, machen sich die Hersteller nun daran, schrittweise alle wichtigen Funktionen der Digitalkamera auf das Handy zu übertragen. Auf der Cebit zeigen sie erste Ergebnisse.
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An oberster Stelle steht natürlich die Bildauflösung. Ein digitales Foto setzt sich schachbrettartig aus vielen bunten Miniquadraten ("Pixel") zusammen. Je mehr dieser Bildpunkte enthalten sind, desto größer und schärfer fällt der elektronische Schnappschuss aus.
Bislang lassen sich Handy-Bilder nur in Briefmarkengröße ausdrucken. Doch technisch ist es offenbar kein Problem, dass Kamera-Handys über kurz oder lang an die Bildqualität einer Digitalkameras heranreichen.
Den Anfang macht der japanische Hersteller Sharp, der in Hannover erstmals ein Kamera-Handy mit rund einer Million Pixel (Megapixel) vorstellt. Neben diesem "GX-30" zeigen die Japaner wahrscheinlich auch noch zwei weitere Kamera-Handys, die bereits über die nächst höhere Auflösung von zwei Millionen Pixel verfügen. Damit befinden sie sich in guter Gesellschaft mit einfachen Digitalkameras.
Die Cebit liefert aber auch noch andere Hinweise auf die zunehmende Verschmelzung von Handy und Fotoapparat. Schon gibt es das erste Mobiltelefon mit aufsteckbarem Blitz, der den Effekt von roten Augen verhindern soll.
Und auch die Autofocus-Funktion, die das Motiv selbstständig scharf stellt, hält Einzug in die Handys. Schließlich sorgen Zoomfunktionen, Speicherkarten und eine neue LCD-Anzeige mit höherer Auflösung und verbesserter Farbdarstellung in mehreren Modellen für ein "Fotofeeling" auf dem Handy.
Doch ein ausgereiftes Kamera-Handy ist sicher nicht das Fernziel der Mobilfunkindustrie. Alle Neuerungen zusammen ergeben den Eindruck eines Probelaufs für die ultimative Multimedia-Konsole im künftigen UMTS-Netz.
Im neuen Nokia 3300 des finnischen Weltmarktführers zum Beispiel sorgen ein UKW-Radio und ein eingebauter MP3-Player dafür, dass Telefonieren zur Nebensache wird. Die asiatischen Anbieter Samsung und NEC gehen sogar noch einen Schritt weiter und bauen einen Mini-Fernseher in das Handy ein.
Da ist es nur konsequent, dass die Hersteller das Fotomodul um eine Videofunktion erweitern. Jeder große Anbieter zeigt auf der Cebit neue Handys, mit dem sich kurze Filmchen aufzeichnen und versenden lassen. UMTS lässt grüßen!
Das schnelle Datennetz scheint in den Augen der Industrie wie geschaffen zum Übertragen von bewegten Bildern. Nokias neues UMTS-Handy 7700 überträgt das digitale Fernsehen der Zukunft und kann Spielfilme aus einer vituellen Videothek laden.
Auch die Videotelefonie, die sich im Festnetz nie durchsetzen konnte, bringen die Mobilfunker wieder ins Spiel. Übrigens: Herkömmliches Telefonieren soll auch mit einem UMTS-Handy noch möglich sein.
(sueddeutsche.de)
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