Das Beispiel der Hotel-Erbin: Wie Handy-Daten gestohlen werden.
In Adressbuch und Terminkalender stehen persönliche Informationen, die man gerne für sich behält. Äußerst unangenehm, wenn diese Daten, wie im Fall der Hotel-Erbin Paris Hilton, gestohlen und über das Internet verbreitet werden (SZ vom 23.2.).
Paris Hilton (© Foto: AP)
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Bereits im vergangenen Monat veröffentlichten Unbekannte ihre E-Mails, nachdem sie ihren Blackberry-Computer gehackt hatten. Sofort nachdem die neue Panne bekannt wurde - inzwischen soll sogar die amerikanische Bundespolizei FBI ermitteln -, gab es Spekulationen darüber, wie die Hacker überhaupt an die sensiblen Daten kommen konnten.
Hilton verwendet zum Telefonieren ein Handy, das vom Mobilfunkbetreiber T-Mobile in den USA unter dem Namen Sidekick II verkauft wird. Bei diesem System werden Telefonbuch- und Kalendereinträge zentral auf einem Netzwerkrechner ("Server") von T-Mobile gespeichert.
Da dieses Gerät zudem über keinen Bluetooth-Funkadapter verfügt, scheidet eine direkte Attacke auf ihren "Sidekick" aus. Die Behörden nehmen mittlerweile an, dass die Hacker die Daten vom T-Mobile-Server gestohlen haben.
"Wir können die Möglichkeit nicht ausschließen, dass jemand Zugang zu Mrs. Hiltons Gerät hatte oder ihr Passwort kannte", sagte ein T-Mobile-Sprecher.
Möglich wäre zum Beispiel, dass die Millionenerbin unterwegs über einen fremden Computer auf ihre Daten zugegriffen hat. Die Browser in manchen Internet-Cafés zum Beispiel sind so eingestellt, dass sie die Zugangsdaten samt Passwort speichern.
Der amerikanische Ableger von T-Mobile war zudem nicht frei von Sicherheitslücken. Erst vor wenigen Tagen verurteilte ein US-Gericht den Hacker Nicolas Jacobsen. Jacobsen, der bereits im vergangenen Oktober verhaftet worden war, hatte über ein Jahr lang Zugriff auf die Server von T-Mobile.
Als er gegenüber den Behörden auspackte, erzählte er genüsslich von den E-Mails des amerikanischen Secret Service, die er gelesen hatte. Darüber hinaus nutzte er offenbar eine Sicherheitslücke, um die Konten von 400 Sidekick-Kunden anzugreifen.
Secret Service, FBI und ein Expertenteam von T-Mobile versuchen jetzt zu klären, wie die Hacker an Paris Hiltons Daten gekommen sind.
(SZ vom 24.2.2005)
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