In Großbritannien veröffentlichte kürzlich ein Angestellter frivole Fotos eines Kollegen. Er wusste, dass sein Chef im Internet recherchieren würde und erhoffte sich bei der Beförderung einen Vorteil, wenn er seinen Mitbewerber als Partygänger und Frauenheld darstellt. "Cyber-Mobbing ist ein ernstzunehmendes Problem, weil die Netzwerke gerade für junge Leute ein Tummelplatz sind", sagt EU-Medienkommissarin Viviane Reding. Sie hat beschlossen, Cyber-Mobbing ins Zentrum des "Safer Internet Days" zu stellen, der an diesem Dienstag stattfindet. Die Botschaft: Opfer sollen sich endlich gegen die Täter wehren.
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Wie dringlich das Problem ist, bestätigt Petra Kain von der Zentralen Jugendkoordination des Polizeipräsidiums Westhessen. Die Kriminalhauptkommissarin klärt Schulklassen und Eltern über die Gefahren sozialer Netzwerke auf. "Zwar gab es bislang bei jeder Schülergeneration Konflikte und gegenseitige Verleumdungen, aber nun verlagert sich das Mobbing auch auf die Zeit nach der Schule."
Fast alle Sechst- und Siebtklässler sind laut Kain beim Schüler-Portal SchuelerVZ angemeldet. Das führe dazu, dass es inzwischen in nahezu jeder Klasse ein Opfer von Cyber-Mobbing gebe. "Es gibt aber kein typisches Profil", sagt die Polizistin. Jeder könne zur Zielscheibe werden. Wer für die Mitschüler zu dünn, zu dick, zu groß, zu klein oder zu schlau ist, wird bloßgestellt. Mitschüler gründen Profilseiten wie "Maria N. ist dick und hässlich", schnell finden sich Mitglieder, und die Opfer trauen sich nicht, die Täter zu verpetzen.
Die Ignoranz der Eltern
Wie sehr die Betroffenen darunter leiden, sei vielen nicht bewusst, sagt Kain. Erst wenn sie den Klassen die dramatischen Folgen - von psychologischer Behandlung bis zum Schulwechsel - darlege, würden die Kinder über ihre Taten nachdenken. Die Kommissarin sieht die Eltern in der Pflicht: "Sie müssen ihre Kinder besser kontrollieren." Allerdings wüssten Eltern zu wenig über die Aktivitäten der Kinder im Internet.
Zumindest die Politik scheint nun zu reagieren: Die EU-Kommission hat in diesem Jahr die Initiative Safer Internet Programm gegründet und stellt bis 2013 etwa 55 Millionen Euro bereit. Zudem soll an diesem Dienstag in Luxemburg von 17 führenden Netzwerkseiten die erste europäische Vereinbarung für besseren Schutz von Minderjährigen unterzeichnet werden. "Die Unternehmen werden Verantwortung übernehmen", sagt Reding. Auf allen beteiligten Seiten soll es einen Knopf geben, mit dem die Nutzer Cyber-Mobbing per Mausklick melden können. Doch der schönste Knopf hilft wenig, wenn ihn niemand drückt.
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(SZ vom 10.02.2009/mri)
Eurovision Song Contest
@jof4rjo was haben Sie denn daran nicht verstanden wenn es denn so "wirr" ist. Ihr Verstand scheint damit überfordert zu sein. Bei "sozialer Reinigung" schlägt bei ihnen wohl gleich der "böser Nazi" Alarm. Argumentativ haben sie jedoch offensichtlich aber auch rein garnichts nichts auf dem Kasten und versuchen deshalb hier auf primitivst Niveau meine meinung zu pathologisieren. Kriechen sie wieder in ihr Loch zurück, niemand hat sie gerufen.
Meine Güte, welch ein wirres Zeug. Und morgen die große Reinigung, was?
das Internet bringt an den Tag was die Leute sich im Alltag meist nur denken würden. Mobbing ist auch im negativen Sinne eine Art "soziale Reinigung". Es werden dabei die Individuen einer Gemeinschaft verdrängt, die als Ballast oder Gefahr erscheinen, weil Sie entweder zu schwach oder nicht vertrauenswürdig gelten. Ein Mechanismus der sich durch die Evolution entwickelt hat und für das Überleben im Stammeskampf wichtig war. Der Mensch ist ein soziales Wesen und deshalb gilt "Survival of the fittest" vor allem für Gruppenverbände im Kampf gegen andere Gruppen.
" "Es sind ja auch nicht Messer oder Baseballschläger als solche ein Problem, sondern der verantwortungslose Umgang damit. Leute, die lediglich Messer verbieten wollen, sind an einer Problemlösung nicht interessiert. "
Damit machen Sie sich die Argumente der US-Waffenlobby zu eigen."
Es macht allerdings einen gewaltigen Unterschied ob man mit dieser Argumentation Sport- oder Küchenutensilien verteidigt, oder Tötungsinstrumente deren einziger Zweck der Schaden ist.
Ob sowas gerade mit Williamson passiert?
Ich denke schon.
Paging