Dank dem Journalistik-Professor Jay Rosen von der New York University (NYU) kann man nun schön sehen, dass auch in Zeiten von Web 2.0 die Wahrheit meist irgendwo in der Mitte liegt.
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Rosen, der lange schon propagiert, die Presse müsse "interaktiver" werden, indem sie Open-Source-Strukturen einführt, hat in den vergangenen Monaten eine Plattform betrieben, die im Crowdsourcing-Verfahren genau dieses Verfahren selbst verhandeln sollte. "Wenn es einen neuen Trend gibt, dann kann man zwei oder drei Journalisten darauf ansetzen. Aber was passiert, wenn es 200 oder 300 Menschen sind?", fragte der Professor.
"New Assignment" heißt das NYU-Projekt, das nun seine Ergebnisse vorstellte. Die Seite http://zero.newassignment.net hat großartigen Werkstattcharakter, all die 80 darauf versammelten Texte versuchen, die Möglichkeiten, Stärken, Grenzen des Crowdsourcing abzutasten.
Die Mühen der Ebene
Der Autor und vormalige Netz-Idealist Rick Heller erzählt, was für grausame Dinge einige User seinem Roman "Smart Genes" antaten, nachdem er diesen ins Netz gestellt hatte, darauf hoffend, dass eine bibliophile Gemeinschaft gemeinsam daran arbeiten werde. Die Kapitel wurden zerhackt, Teile gelöscht, am Ende nahm er den verbliebenen, geschundenen Textrest wieder vom Netz. Umgekehrt erzählt McKenzie Wark, wie er im permanenten Austausch mit hunderten von Gamern ein Buch über Videospiele und -charaktere schrieb.
Die neuseeländische Filmemacherin Michelle Hughes erzählt von ihrem Projekt Stray Cinema, 70 Minuten Rohmaterial, das sie in London gedreht hat und zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung stellt. Eine Bloggerin beschreibt die Mühen der Ebene als Crowdsourcing-Journalistin: "Ich möchte Neues erzählen, nicht PR. Ich möchte die Geschichten recherchieren, die eine zahme Lokalpresse links liegen lässt, aber ich weiß, dass ich nichts erreiche, wenn ich das im Alleingang probiere."
Und James Surowiecki differenziert den plakativen Titel seines Buches "Weisheit der Massen": Natürlich liege im kollektiven digitalen Journalismus die Lösung. Allerdings brauche eine Gruppe Meinungsvielfalt, unabhängige, spezialisierte Mitglieder sowie einen Mechanismus, der die Meinungen bündelt.
Die Kraft der Plattform
Rosen selbst sieht seine Plattform und die bisherigen Texte nur als Anfang. In den kommenden Wochen will er NewAssignment.net verlinken mit einer Seite der Star-Bloggerin Ariana Huffington, die hofft, den US-Wahlkampf im kommenden Jahr durch ein engmaschiges Netz lokaler Reporter kritisch begleiten zu können.
Huffington freilich schwärmt vorab schon in etwas besorgniserregender Metaphorik, sie habe längst gesehen, was für eine Kraft daraus entsteht, wenn ein User nach dem anderen auf diese Plattform springt, "und die ganz gewöhnliche Weisheit im Kreis herumgereicht wird wie ein Joint auf einem Grateful-Dead-Konzert."
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(SZ vom 11.07.2007)
Eurovision Song Contest
als kiffer hatte ich gehofft, dass der artikel wenigstens am rande irgendwas mit dem konsum von hanf zu tun hat, aber leider war wohl wieder ein praktikant am werk.
liebe sz-redaktion, bringt euren schreiberlingen bei, dass eine reißerische titelwahl eher nach hinten los geht ... (ausser vielleicht bei einer boulevard zeitung).
Was hat crowdsourcing mit dem Konsum weicher Drogen zu tun?
Das Problem könnte auch ganz woanders liegen: Ich habe ein Wiki zum Arabisch lernen in Damaskus geschrieben und darauf gehofft, dass Arabischlernende welche davon profitieren die Inforamtionen aktuell halten.
Laut Zähler haben sich dieses Wiki schon weit über 3000 Personen angesehen - aber keine einzige hat Inforamtionen hinzugefügt oder etwas daran verändert. Auch egal, aber irgendwo hakt die Theorie. (Außerdem: Wo kommen so viele Arabischlernende her? So viele gibt es im deutschsprachigen Raum nie im Leben)
[Bei Interesse: Zum Wiki kommt man über mein Nutzerprofil]
ich hab ihn!
die Römer sagten: vox popoli - vox Rindvieh
Nur weil vox populi digital vervielfältigt werden kann,
ist die Substanz von populi nicht gewachsen.
Auf Deutsch: Wir sind zwar alle etwas lauter geworden.
Aber nicht weiser.
...jetzt wollte ich Ihnen helfen und nach dem Sinn suchen - und habe auch keinen gefunden.
So ganz erschließt sich mir der Sinn des Artikels nicht.