Milliarden-Übernahme von Oculus VR Facebook kauft Experten für virtuelle Realität

Prototyp des Oculus Rift auf einer Videospiel-Messe

(Foto: Bloomberg)

Mark Zuckerberg schlägt erneut zu: Für zwei Milliarden Dollar übernimmt Facebook eine Firma, die Virtual-Reality-Brillen entwickelt. Zuckerberg sichert sich damit eine Zukunftstechnologie, die die Videospiel-Industrie verändern könnte.

Nach der Übernahme von Whatsapp hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg den nächsten milliardenschweren Firmenkauf eingefädelt. Facebook ist bereit, insgesamt bis zu 2,3 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro) für Oculus VR auszugeben, einen Spezialisten für Datenbrillen, mit denen sich virtuelle Sichtfelder darstellen lassen.

"Oculus hat die Chance, die sozialste Plattform aller Zeiten zu erschaffen und damit die Art und Weise zu verändern, wie wir arbeiten, spielen und kommunizieren", begründete Zuckerberg die Übernahme. Das junge Unternehmen ist vor allem für seine Datenbrille Oculus Rift bekannt. Sie gaukelt dem Benutzer über zwei kleine, getrennte Bildschirme eine 3-D-Umgebung vor, die sich entsprechend der Kopfbewegungen verändert.

Facebook zahlt 400 Millionen Dollar und zusätzlich etwa 1,6 Milliarden Dollar in eigenen Aktien sowie noch einmal bis zu 300 Millionen Dollar, wenn Oculus bestimmte Geschäftsziele erreicht. Der im Februar verkündete Zukauf des Kurznachrichten-Dienstes Whatsapp kostete insgesamt 19 Milliarden Dollar.

Oculus soll eigenständig weiterarbeiten

Oculus werde weiter an seiner VR-Brille Rift arbeiten. Auch bleibe der Firmensitz in Irvine nahe Los Angeles. Es handelt sich um die erste Übernahme eines Hardware-Unternehmens durch Facebook.

Alltagsflucht deluxe

Schon lange verspricht die Videospielindustrie, ihre Kunden in Fantasiewelten zu entführen. Jetzt könnte das Versprechen wahr werden. Neue Virtual-Reality-Headsets wie das Project Morpheus von Sony schaffen ganz neue Erlebnisse. Von Pascal Paukner, San Francisco mehr ...

Oculus VR hat bislang noch gar kein serienreifes Produkt auf den Markt gebracht. Das Unternehmen hat jedoch mehr als 40.000 Entwickler-Versionen der Rift verkauft und mit seiner Technologie großes Interesse der Fachpresse auf sich gezogen.

Auch andere Konzerne befassen sich längst mit dem Konzept der virtuellen Realität. Sony stellte in der vergangene Woche auf der Games Developer Conference in San Francisco den Prototypen einer vergleichbaren Datenbrille vor, das Projekt Morpheus. Weder Oculus VR noch Sony haben allerdings bislang ein Datum zur Markteinführung genannt.