Trophäe für Hacker oder Staatspropaganda? Innerhalb eines Monats soll es 2,3 Millionen Versuche gegeben haben, die neue Webseite des chinesischen Verteidigungsministeriums zu knacken.
Die chinesische Mauer schimmert im roten Abendlicht, während Präsident Hu Jintao freundlich lächelnd internationalen Staatsoberhäuptern wie Barack Obama und Dmitri Medwedew die Hand schüttelt: Die Fotos auf der Startseite dieser Internetpräsenz signalisieren Offenheit und Harmonie.
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Internetseite des chinesischen Verteidigungsministeriums (© Screenshot: eng.mod.gov.cn)
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Seit August ist die neue Internetseite des chinesischen Verteidigungsministeriums online, es ist der plakative Versuch, dem Volk und der Welt Offenheit in heiklen Fragen zu signalisieren. Seit August haben die Verantwortlichen der Online-Präsenz, hinter der sich reine Militärpropaganda verbirgt, 1,25 Millionen Seitenaufrufe gezählt.
Viel spannender ist jedoch eine andere Zahl, die der Chefredakteur der Webseite, Ji Guilin, der staatlichen Zeitung Renmin Ribao nannte: 2,3 Millionen Mal soll die Seite allein im ersten Monat von Hackern attackiert worden sein, vor allem, um militärische Geheimnisse auszuspionieren. Woher die Angriffe kamen, erklärte Ji nicht. Die hohen Sicherheitsvorkehrungen hätten dafür gesorgt, dass keinerlei Schaden entstanden sei.
Allerdings sind die Zahlen des chinesischen Offiziellen mit Vorsicht zu genießen: Bei Denial-of-Service-Attacken werden beispielsweise oft mehrere tausend Rechner zusammengeschaltet, um die Server hinter einer Webseite lahm zu legen. Zählt nun jeder einzelne Computer, der ein Datenpaket schickt, als Angreifer, ist die Statistik schnell verzerrt. Zudem gibt es weitere Zugriffsversuche aus dem Internet, hinter denen nicht zwangsläufig ein gezielter Hackerangriff stecken muss.
In den vergangenen Monaten war in chinesischen Staatsmedien wiederholt die Forderung erhoben worden, die Cyber-Verteidigung des Landes zu verbessern. Dies ist meist ein Zeichen dafür, dass die Staatsführung ein Thema der Allgemeinheit bekannt machen möchte.
International wird China eher selten als Opfer solcher Attacken wahrgenommen, im Gegenteil: So hat die US-Regierung wiederholt davon berichtet, dass Ministeriumsnetzwerke von Hackern aus China angegriffen worden seien.
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(sueddeutsche.de/joku/korc)
Debatte über Urheberrecht
Sinn von DoS ist es nicht, irgendwelche Geheimnisse auszuspionieren, sondern die Nichtverfügbarkeit des Zielsystems für alle. Einen Server, der in die Knie gegangen ist, kann man nicht mehr als Einfallstor für irgendwas nutzen, oder zumindest nur noch sehr sehr langsam.
@Poker_Face: "Klar, weil man solche Geheimnisse auch auf Internetservern lagert - LOL "
Wetten, dass die meisten Internetausdrucker im Parlament das denken? ;-)
Laut Spiegel Online ist die Seite 1,25 Milliarden und nicht 1,25 Millionen Mal seit August aufgerufen worden. Wäre auch verwunderlich, wenn die Anzahl der "Hackerangriffe" die Seitenzugriffszahlen übersteigen würde.
Wenn man Zone Alarm auf seinem PC installiert, dann meldet das auch etwa alle 5 Minuten einen "Hackangriff", dabei handelt es sich meistens wie von Spiegel Online gesagt um sogenannte Port Scans.
"2,3 Millionen Mal soll die Seite allein im ersten Monat von Hackern attackiert worden sein, vor allem, um militärische Geheimnisse auszuspionieren."
Klar, weil man solche Geheimnisse auch auf Internetservern lagert - LOL