Die Hoffnungen waren riesig, die Verkaufszahlen sind offenbar durchwachsen: Kann Microsofts Handy-Betriebssystem Windows Phone 7 dem Konzern tatsächlich zum mobilen Comeback verhelfen?
Windows Phone 7 gibt der Branche Rätsel auf: Verhilft das 2010 veröffentlichte Handy-Betriebssystem Microsoft zu einem Comeback auf dem lukrativen Smartphone-Markt, oder scheitert es und trägt damit erheblich zum Niedergang des Unternehmens bei?
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Microsoft-Chef Steve Ballmer mit einem Windows Phone 7 im Hintergrund: Langer Atem benötigt. (© REUTERS)
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Erste, Mitte Dezember veröffentlichte Verkaufszahlen dämpften allzu hohe Erwartungen: 1,5 Millionen Handys mit dem Windows Phone 7 setzten die verschiedenen Hersteller in den ersten sechs Wochen ab. Das ist ordentlich, aber weit weg von den Wachstumsraten des Konkurrenten Google: Dessen Betriebssystem Android wird nach eigenen Angaben derzeit bei 300.000 Smartphones täglich aktiviert.
Ob sich Handyhersteller für Windows Phone 7, Android oder ein anderes System entscheiden, dürfte existentiell für Microsoft sein. Da beruhigt es kaum, dass ein erster Hardwarepartner nun schwache Verkaufszahlen beklagt: Nach zunächst hohen Erwartungen verlaufe das Geschäft enttäuschend, sagte James Choi, Marketingstratege bei LG Electronics, dem Blog Pocket-lint. "Wir glauben aber fest daran, dass noch großes Potenzial darin steckt, selbst wenn der erste Schub nicht so verlief, wie es jeder erwartet hat", sagte Choi.
Die Erklärung mutet etwas sonderbar an: Das System sei zu simpel. "Für Technik-Freaks wie uns könnte es nach ein, zwei Wochen ein bisschen langweilig werden", gab Choi zu Protokoll. Zudem seien derzeit wegen der hohen Hardware-Voraussetzungen nur Geräte im mittleren und oberen Preissegment auf dem Markt.
Derzeit werde das Marktpotenzial noch sehr skeptisch betrachtet. Doch sobald günstigere Windows-Phone-7-Geräte in den Handel kommen, werde das Geschäft in Schwung kommen. Das Betriebssystem sei "absolut perfekt für ein riesiges Marktsegment".
Diesen Markt zu erobern, dürfte allerdings einen langen Atem benötigen, wie auch Microsoft-Verantwortliche bestätigen. Joe Belfiore, der das Produkt verantwortet, erklärte kürzlich, dass es noch Jahre dauern würde, einen nennenswerten Anteil zu gewinnen. Um das System attraktiver zu machen, soll dieses im ersten Quartal 2011 um bislang fehlende Funktionen wie Multitasking und Copy & Paste ergänzt werden.
Hauptkonkurrent Google
Der Konzern hat mit Windows Phone 7 einen kompletten Neustart in seiner Mobilfunk-Strategie eingeläutet und setzt große Hoffnungen auf die Software.Das Vorgängersystem Windows Mobile hatte in den vergangenen Jahren immer weiter an Marktanteilen verloren. Dies lag unter anderem daran, dass Microsoft den Hardware-Herstellern bei den Systemvoraussetzungen kaum Vorgaben gemacht hatte - viele Windows-Mobile-Smartphones wirkten deshalb unnötig kompliziert.
Ein ähnliches Problem könnte bald Google bekommen: Auch hier haben die Hersteller einen großen Gestaltungsfreiraum, was die Oberfläche des Android-Systems betrifft. Aus diesem Grund können neue Versionen des Betriebssystem nicht sofort heruntergeladen werden, sondern müssen erst vom Hersteller für das entsprechende Gerät modifiziert werden - Nutzer müssen auf Aktualisierungen teilweise Monate warten.
Einer jüngst auf dem US-Technologieblog Techcrunch veröffentlichten Statistik zufolge nutzen deshalb derzeit nur 0,4 Prozent aller Android-Handys die aktuelle Version 2.3, die vor wenigen Wochen auf den Markt kam.
Microsoft will eine solche Fragmentierung der Betriebssystem-Versionen vermeiden - und hat für Windows Phone 7 seinen Hardware-Partnern deshalb klare Vorgaben gemacht.
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(sueddeutsche.de/dpa/joku/holz)
Christopher Lee zum 90.
das MS die Hardwarehersteller in ein enges Korsett schnürt ist schlichtweg falsch. Es werden Mindestvorgaben an die Hardware gestellt. Und das ist gut so. Diese muss man auch bei Android erfüllen. Ich finde die Darstellung der Zeitungen, möchtegern Blogs und sonstigem kuriosum erstaunlich das dem einem System vorgeworfen wird das es strikte Mindestvorgaben macht welche einzuhalten sind (vorher hat man genau demselben vorgworfen das er das nicht macht), gleichzeitig zu einem anderen sagt "toll wie wenig vorgaben ihr macht" und dem dritten der überhaupt gar nix zuläßt bejubelt das angeblich alles so toll ist. Na was denn nun?
ballmer sieht so aus, als ob er gerade auf der suche nach ein paar leichenteilen für seinen meister ist.
hätte es da kein besseres foto gegeben?
Zum einen sei das System zu simpel, zum anderen habe es hohe Hardware-Voraussetzungen.
Android dagegen ist viel komplexer und leistungsstärker, stellt aber womöglich weniger Ansprüche an die hardware (weiß ich nicht genau).
Dazu noch ein geschlossenes System, so dass die Innovationsmöglichkeiten durch die große Masse an Programmierern von außerhalb (wie bei Android) von MS nicht genutzt wird. Die Konsequenz: Windows Phone 7 wird stets der Entwicklung hinterher hinken
Gutes Entwickeln braucht seine Zeit. Android gibt es seit fast 3 Jahren und erst jetzt ist es zur brauchbaren Basis geworden, weil die Entwickler soweit sind.
Windows Phone 7-Entwicklung arbeitet mit einer sehr interessanten neuen Technologie, die eine Menge Möglichkeiten bietet und sowohl auf Desktop-PCs, im Netz und nun zusätzlich auf Mobiltelefonen funktioniert.
Man muss also nicht sehr viel tun, um vorhandene Anwendungen zu portieren. Office 2010 ist bereits weitgehend darin programmiert und es ist zudem die erste Programmiersprache, die die Möglichkeiten von HTML5 voll ausnutzt.
Ich hoffe sehr, dass MS so clever ist wie Google und Apple und die Entwicklungsumgebung nicht kostenpflichtig macht.