Ozzie betont, dass es vor acht Jahren noch kein Geschäftsmodell für dieses ambitionierte Projekt gegeben habe. Mit den mittlerweile eingeführten werbefinanzierte Online-Diensten sei das anders. "Die neuen webbasierten Dienste bedeuten einen entscheidenden Wandel, den jeder Programmierer berücksichtigen muss", sagt Ozzie.

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"Es reicht nicht mehr, Software nur für einen PC oder nur für das Web oder nur für Handys zu schreiben." Schon in wenigen Jahren werde es kein Problem mehr sein, beim Kauf eines neuen Computers die Einstellungen und Daten des alten Rechners ohne Umstand zu sichern: "Sie kaufen ihn einfach, Sie melden sich an und plötzlich sind die Programme da, die Sie wollen, Ihre Daten sind da. Und Mobiltelefone werden sich endlich so mit Computern abgleichen, wie die Leute das erwarten."

Aus der Sicht von Unternehmen sei der Vorteil der internetbasierten Dienste, dass Firmen nicht mehr die ganze komplexe Infrastruktur aufbauen müssten mit Rechenzentren und all dem Aufwand, der dahintersteckt: "In zehn Jahren spätestens, vielleicht schon in fünf, werden wir zurückschauen und sagen: wie konnten wir früher ohne diese Dienste eigentlich leben ohne diese andere Art von großem Computer?"

Microsoft wirft mit dem neuen internetbasierten Angebot sogar sein Tafelsilber in die Waagschale. Die nächste Version des Geldbringers Office - das Programmpaket mit den Büroklassikern Word, Excel, Outlook - soll es auch in einer Online-Variante geben, die im Internet-Browser und auf Handys läuft. Während man Firmen schmackhaft machen will, so zum Beispiel Außendienstmitarbeiter einzubinden, sieht man in den abgespeckten Online-Versionen auch das Potential, sich in Märkten wie etwa Indien zu etablieren.

Ansonsten hofft Microsoft darauf, dass der große Name, den sie sich mit Programmen wie Windows und Office erworben haben, auch beim Kampf um die besten Plätze für internetbasierte Dienstleistungen hilft: "Ein lokaler Anbieter kann ja sehr gut sein, aber wir haben Systemspezialisten, die Betriebssysteme schreiben, wir bedienen Hunderte Millionen Kunden."

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(SZ vom 30.10.2008/mri)