Microsoft So können Onedrive-Nutzer ihren kostenlosen Speicherplatz behalten

"Unbegrenzter Speicherplatz" - mit diesem Versprechen blamierte sich Microsoft.

(Foto: dpa)

Sie haben noch bis Ende Januar Zeit, um zu verhindern, dass Microsoft ihren Cloud-Speicher reduziert.

Von Simon Hurtz

Microsoft begrenzte den "unbegrenzten Speicherplatz"

Dropbox, Google Drive, Amazon Cloud Drive, die iCloud - das Angebot an Online-Speicherdiensten ist groß. Mit einem Alleinstellungsmerkmal wollte Onedrive Kunden anziehen: Microsoft versprach Abonnenten von Office 365 unbegrenzten Speicherplatz: Für 69 Euro pro Jahr bekamen sie alle Office-Programme und konnten so viele Daten auf Microsofts Servern speichern, wie sie wollten.

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Anfang November war damit Schluss. Angeblich hätten einige Nutzer das Angebot ausgenutzt und so große Datenmengen hochgeladen, dass Microsoft draufzahlen musste. Also wurde das vormals unbegrenzte Speichervolumen für alle Abonnenten auf 1 Terabyte begrenzt. Auch Nutzer des Gratis-Angebots verloren einen Großteil ihres Cloud-Speichers. Statt 15 Gigabyte dürfen sie nur noch 5 GB auf Microsofts Servern abladen. Der "Camera Roll Bonus" (eine Promo-Aktion, bei der man ein Foto per Smartphone-App hochladen musste und so zusätzliche 15 GB erhielt) entfällt ebenfalls ersatzlos, der Speicherplatz verringert sich damit um mehr als 83 Prozent.

Lautstarke Proteste und eine kleinlaute Entschuldigung

Die Reaktion war vorhersehbar und folgte prompt: Wut und Empörung. Innerhalb weniger Wochen unterstützten Zehntausende Teilnehmer eine Forderung im Onedrive-Forum: Microsoft dürfe nicht pauschal alle Nutzer bestrafen und solle den ursprünglich versprochenen Speicherplatz wiederherstellen. Zwar sind 72 341 unzufriedene Kunden für einen Milliardenkonzern nicht existenzbedrohend, doch Microsoft sah den Fehler ein und gab sich reumütig: "Es tut uns wirklich leid und wir möchten uns bei unseren Nutzern entschuldigen."

Wichtiger als die warmen Worte dürfte den meisten Kunden der Button auf dieser neu eingerichteten Webseite sein. Mit einem Klick auf "Keep your free storage" können sich Bestandskunden noch bis zum 31. Januar bis zu 25 GB kostenlosen Speicher sichern: Statt auf 5 GB herabgestuft zu werden, behalten sie die ursprünglichen 15 GB, auch der Camera Roll Bonus bleibt bestehen.

Gegenüber Neukunden zeigt sich Microsoft weniger großzügig. Wer sich erstmalig bei Onedrive registriert, erhält nur noch 5 GB Speicherplatz. Am schlechtesten kommen die Abonnenten von Office 365 weg. Sie wurden mit dem Versprechen von unbegrenztem Speicherplatz gelockt und müssen jetzt mit einem Terabyte auskommen. Immerhin: Bevor die Begrenzung greift, haben sie noch ein knappes Jahr Zeit, um ihre Daten woanders zu sichern. Wer damit nicht zufrieden ist, kann kündigen und sich sein im Voraus gezahltes Abo zurückerstatten lassen.

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