Craig Mundie, Forschungschef des Software-Konzerns Microsoft, über den nächsten großen Sprung der Computer-Technik
Nach dem Ausscheiden des enorm prominenten Bill Gates ist sein Weggefährte Craig Mundie als Forschungschef und oberster Stratege verantwortlich dafür, der weltweit größten Softwarefirma Microsoft den Weg in die Zukunft zu weisen. Ein Gespräch darüber, wie Schüler ihre Hausaufgaben machen werden und wie Software billiger werden könnte.
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Craig Mundi zeiht jetzt Strippen bei Microsoft. (© Foto: Microsoft)
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SZ: Herr Mundie, dürfen wir Sie Bill Gates 2.0 nennen?
Craig Mundie: (lacht) Höchstens Bill 1.5.
SZ: Seit sich Gates Ende Juni aus dem Unternehmen zurückgezogen hat, stehen Sie in seinen Fußstapfen. Wie ist das?
Mundie: Ich habe 16 Jahre mit Bill gearbeitet, und wir waren uns immer einig, wie sich die Welt der Computer weiterentwickeln würde. Es war daher nur logisch, dass ich versuche, der Gates 2.0 zu werden. Ich teile mir aber die Aufgaben von Bill mit Ray Ozzie.
SZ: Wer macht was?
Mundie: Wenn Sie so wollen, bin ich der Außenminister von Microsoft. Ray übernimmt die Kommunikation nach innen. Er kümmert sich um Software und Dienstleistungen, ich beschäftige mich von Grund auf mit den Fragen der Informationstechnologie. Ray ist verantwortlich für die Entwicklung von Produkten bis zu fünf Jahren, mein Zeithorizont liegt zwischen drei und 20 Jahren.
SZ: Woher wissen Sie, wie sich die Computerwelt entwickeln wird?
Mundie: Bill hat immer wie ein Schwamm alle möglichen Informationen aus verschiedensten Quellen aufgesogen. Daraus hat er dann eine Richtung abgeleitet. Das kann ich auch ganz gut. Einige Leute haben einen Instinkt, was wichtig ist und was weniger.
SZ: Nur der Bauch entscheidet?
Mundie: Eine alte Management-Weisheit lautet: "Gute Firmenlenker zeichnen sich dadurch aus, dass sie wichtige Entscheidungen treffen können, ohne die Fakten zu kennen." Das stimmt wirklich. Die Strategie eines Unternehmens lässt sich nicht allein mit Analysen bestimmen. Das hat Bill auch so gesehen.
SZ: Einige seiner Ideen waren aber Flops, die Internet-Uhren zum Beispiel.
Mundie: ...aus denen wir gelernt haben. Die Technologie für Internet-Uhren nutzen wir heute beispielsweise, um Informationen über Benzinpreise oder Restaurants in der Nähe an Navigationsgeräte zu übertragen. Wir verstehen die Technik - aber oft ist es schwer vorherzusagen, wo oder wann die Hauptanwendung dafür genau kommen wird.
SZ: Gates hat den PC auf jedem Schreibtisch vorhergesagt. Heute ist es so weit. Hat der PC noch eine Zukunft?
Mundie: Aber ja, man muss nur definieren, was ein PC sein wird. Wenn man auf den Ursprung des Begriffes als "persönlicher Computer" zurückgeht, sehe ich vier Kategorien: Laptops, intelligente Telefone und Produkte dazwischen, die eine Verbindung zum tragbaren Computer oder zum Handy brauchen. Kindle zum Beispiel, das Lesegerät für elektronische Bücher von Amazon, zähle ich dazu. Als vierte Kategorie rechne ich den PC am Arbeitsplatz mit ein. Seine Funktionsweise wird sich in den nächsten fünf Jahren aber fundamental wandeln.
SZ: Und zwar wie?
Mundie: Anwendungen, die im Internet laufen, das sogenannte Cloud computing, und Software auf dem Arbeitsplatzrechner werden zusammenwachsen. Ich sehe es als Schlüsselaufgabe für Ray Ozzie und mich, hier die Weichen zu stellen.
SZ: Gegen Google, so scheint es im Moment, ist Microsoft im Netz chancenlos.
Mundie: Na ja, Google ist eine sehr eng ausgerichtete Firma, die ihr gesamtes Geld auf einem einzigen Gebiet verdient. Sie versuchen dort aufzuholen, wo wir stark sind. Aber wenn man wie wir annimmt, dass es künftig eine ganze Bandbreite an verschiedenen Geräten gibt, betrieben mit Software, ist das viel schwieriger, als Rechenzentren zu betreiben, in denen ein paar Anwendungen laufen.
SZ: Wie will denn Microsoft im Internet stärker werden?
Mundie: Wir wollen in das Gebiet von Google eindringen, weil wir über das Geschäft mit Suchmaschinen und Online-Anzeigen auch mit Verbrauchern mehr Geld verdienen können. Bei Firmenkunden wird das nicht funktionieren.
Lesen Sie auf Seite 2, was den Computer so schlau macht.
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Konsequenz der Loveparade-Katastrophe
das war so um 1986 oder 87 rum.
Nichts gegen die vielen Erfindungen von Xerox Research.
und IBM wird sich weiter nicht verzeihen können, Microsoft mit der Entwicklung eines BS für seinen PC beauftragt zu haben...
... war die Zusammenarbeit die durch das Internet möglich wurde. Für die meisten sichtbar als Flickr, Wikipedia, YouTube und Co. Was für viele noch nicht so offensichtlich ist. Auch ein Grossteil der Softwareherstellung wurde dadurch möglich und das wird meiner Ansicht nach auch der nächste Dammbruch dass immer mehr User bemerken dass Microsoft obsolet ist weil das was man als OpenSource Software aus dem Internet laden kann in mancher Hinsicht bereits jetzt weit überlegen ist. In den Laden gehen und Software kaufen das war gestern und wird in nächster Zeit immer mehr nur noch einigen Nischen- und Multimediaprodukten vorbehalten sein.
Dann werden die Computer auch kleiner und weniger Energie brauchen. Für mich ist das Thema Geschwindigkeit schon heute kein Kaufkriterium mehr.
@anderwandlang: Ansonsten war es nicht Apple mit der ersten Benutzerobefläche sondern Xerox. Apple war "nur" zweiter.
Benutzeroberfläche, da machte Microsoft noch auf DOS.
Nur eine Anwendung, die wirklich gesellschaftliche Veränderungen bewirkt, ist eine gute Anwendung. Solange trotz Computer die Machtverhältnisse so zementiert sind, wie sie es sind, ist jede Anwendung nur eine Erleichterung innerhalb dieses Systems, nicht aber eine wirkliche Revolution.
Dennoch denke ich, dass es bereits leichte gesellschaftliche Verschiebungen gibt: die Verwaltungen haben etwas Angst vor gesammelten Daten auf der Bürgerseite, vor allem haben viele vor dem Gedächtnis Angst, dass sich da aufbaut. Früher galt ja: aus den Augen aus dem Sinn, mit entsprechenden Handlungskonsequenzen. Das ist momentan nicht mehr ganz so. Das heisst, es gibt eine zunehmende Vernetzung von Jetzt mit dem Wissen über Vorher. Das kann Wehtun.
Evt. wäre der Bundestrojaner auch dafür gut zu nutzen: gesammelte Daten teilweise löschen oder verändern....
"
SZ: Was war für Sie die letzte dieser großen Veränderungen?
Mundie: Das waren die graphische Benutzeroberfläche zusammen mit Textverarbeitung und Tabellenkalkulation, also Windows, Word und Excel."
Wie hies nochmal der Computer, der als erstes kommerzielles Produkt eine grphische Oberfläche anbot? Irgendwas mit einer Apfelsorte. Und die letzte große Veränderung, war definitv nicht WordWindowsExcel, sondern verteilte Datenbanken mit User generiertem Content, also Flickr, myspace, YouTube,...
Da wird sich die Konkurrenz freuen, von Microsoft ist nichts zu befürchten in Zukunft.
U.