Drei von vier Menschen in Deutschland, Kleinkinder statistisch mitgerechnet, tragen ein Mobiltelefon mit sich herum.
(SZ vom 11.3.2003) - Wir schreiben das Jahr 1992. Die ersten flächendeckenden Handy-Netze gehen in Betrieb, und allenthalben ist zu hören: "So etwas brauche ich nicht." Gut zehn Jahre später gibt es sie offiziell immer noch, die Verweigerer. Doch zumindest "für den Notfall" tragen fast alle ein Mobiltelefon mit sich herum. Genauer gesagt: drei von vier Menschen in Deutschland, Kleinkinder statistisch mitgerechnet. Schon 1918 hat die Deutsche Reichsbahn Versuche gestartet, mit Funkgeräten aus fahrenden Zügen zu telefonieren. Acht Jahre später hat sie diesen Service kommerziell angeboten - allerdings nur auf der Strecke Berlin-Hamburg, und nur für Gäste erster Klasse. Lange Zeit blieb das mobile Telefonieren Privileg der Reichen. Die Vorläufer der Handys, die Autotelefone, kosteten in den 60er und 70er Jahren 8000 DM bis 15000 DM. Sie waren so groß, dass sie den halben Kofferraum einnahmen.
Aufbau in Hannover: Von der Computermesse Cebit erhofft sich die Branche Impulse für einen neuen Aufschwung. (© Foto: AP)
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In den 80er Jahren kamen tragbare Geräte auf den Markt. Wer das erste Handy herstellte, ist umstritten. Manche sagen, Siemens sei an vorderster Stelle gewesen, andere sehen Motorola vorn. Sicher ist: Die Geräte waren immer noch teuer und relativ groß. Mittlerweile sind Handys zur Massenware und für viele erschwinglich geworden. Die Geräte werden immer kleiner. Telefone in Uhren- oder Ringgröße sind im Kommen. Die neuen Geräte taugen nicht nur zum Telefonieren. Sie mutieren zum Alleskönner. Sie verschicken Bilder, bezahlen, erinnern an Termine - nur ausschalten muss man bei Ruhebedarf noch selbst.
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