Wikipedia plant eine Änderung der Lizenz. Künftig soll es genügen, wenn Nutzer nur die Webadresse eines Artikels - und nicht die Autoren - angeben. Viele Schreiber sind erbost.
Leser der Online-Enzyklopädie Wikipedia werden es wohl nicht einmal bemerken, ebensowenig die Masse von unregelmäßigen Autoren des Mitmachlexikons.
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Wikipedia-Gründer Jimmy Wales (© Foto: AFP)
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Doch für die mehr als 260 Wikipedia-Projekte in aller Welt steht eine beispiellose Entscheidung an: Die Wikimedia-Stiftung und allen voran Wikipedia-Gründer Jimmy Wales planen eine Änderung der Lizenz, unter der die Millionen Wikipedia-Artikel stehen. Gelingt das Vorhaben, ist es künftig deutlich einfacher, die Texte des Lexikons kommerziell zu nutzen: etwa für Bücher, Zeitschriften oder Werbeflyer.
Weiterverwendbarkeit der Inhalte
Die Diskussion über die Weiterverwendbarkeit der Inhalte schwelt in der Community seit Jahren. Die Frage dahinter lautet: Was genau bedeutet das Wort "frei" in der Selbstbeschreibung "die freie Enzyklopädie"? Die Idee, mit der Wikipedia 2001 an den Start ging, klang damals so bestechend wie heute: Nicht nur sollte jeder mit seinem Wissen beitragen können, jeder sollte die Inhalte auch außerhalb des Internet-Lexikons weiterverbreiten und verändern können, ohne das Urheberrecht zu verletzen.
Auf Wikipedia selbst passiert nichts anderes: Benutzer kürzen und erweitern fremde Texte nach eigenem Gutdünken, ohne bei den Autoren nachfragen zu müssen.
Möglich gemacht hat das bisher eine spezielle Lizenz (GFDL), die weitgehende Nutzungs- und Vervielfältigungsrechte einräumt. Sie war bei Gründung des Projekts einzigartig, heute gibt es Alternativen. Und längst ist klar: Für die Ziele der freien Enzyklopädie ist sie im Grunde ungeeignet. Laut ihren Auflagen müsste jeder, der auch nur ein längeres Zitat aus der Wikipedia verwendet, den gesamte mehrseitigen Lizenztext mitliefern.
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