Der Abgeordnete Lutz Heilmann ist kein Einzelfall: Über viele Mitglieder der Linkspartei stehen unangenehme Wahrheiten im Internet.
Lutz Heilmann muss man sich dieser Tage als einsamen Menschen vorstellen. Die von ihm veranlasste zeitweilige Sperrung der deutschen Startseite des Online-Lexikons Wikipedia - www.wikipedia.de - hat ihm nicht nur schlechte Presse bis hin zum Neuen Deutschland eingetragen, sondern auch heftige Kritik in der eigenen Fraktion.
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Lutz Heilmann: Wikipedia zeigt schonungslos die Lebensläufe vieler Linken-Abgeordneter auf. (© Foto: dpa)
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"Ich weiß, dass Wikipedia ein wichtiges Instrument für demokratische Information ist", verkündet etwa Vize-Fraktionschef Bodo Ramelow in einem auf der Internetseite der Bundestags-Linken abrufbaren Audiobeitrag. Parteichef Lothar Bisky ließ mitteilen, er sei "entsetzt".
Heilmann, den Wikipedia als "ersten ehemaligen hauptamtlichen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit" im Bundestag vorstellt, hätte sich besser vorher umgehört, wie man mit unerfreulichen Einträgen lebt und umgeht. Viele seiner Kollegen nämlich kennen das Problem.
Inoffizieller Mitarbeiter (IM)
Über den Abgeordneten und früheren FDJ-Bezirkssekretär Roland Claus ist zu lesen, er sei "am 16. September 1977 vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) unter dem Decknamen Peter Arendt geworben" worden.
Und über den Fraktionskollegen Ilja Seifert findet sich der Eintrag: "Von 1980 bis 1983 und von 1986 bis 1987 war er Stasi-Kontaktperson und Inoffizieller Mitarbeiter als IM Ilja und IM Robert." Im Wikipedia-Aufsatz über den Fraktionsvorsitzenden Gregor Gysi nimmt die "mögliche Tätigkeit als Inoffizieller Mitarbeiter der Stasi" sieben Absätze ein, in denen es nicht zuletzt um die Klagen Gysis gegen entsprechende Behauptungen geht.
Ein Teil der östlichen Linkspartei-Abgeordneten hat der Diktatur in der DDR treu gedient. Schonungsloser als in den offiziellen Lebensläufen auf den Internetseiten der Fraktion ist das im Online-Lexikon nachzulesen. Interessanterweise aber sind es in der Fraktion gerade die ostdeutschen Abgeordneten, die ihren Frieden mit der bundesrepublikanischen Demokratie gemacht haben und ein allzu radikales Auftreten fürchten.
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Moderne Verwaltung
Wikipedia ist "ein wichtiges Instrument für demokratische Information"? Da irrt Linken-Vize-Fraktionschef Ramelow.
Welch undemokratische Meinungen Wikipedia propagiert, liest man z.B. bei den hanebüchenen Argumenten gegen Volksentscheide. siehe de.wikipedia.org/wiki/Volksentscheid#Kontra_Volksentscheid
Ganz und gar nicht demokratisch zensieren die Wikipedia Administratoren Inhalte, die ihnen aus persönlichen/subjektiven Motiven nicht passen. Vorgeschobenes Argument ist, daß Inhalte nicht etabliert oder gesichert seien.
Wenn nicht etablierte Inhalte zensiert werden, hätte die Herren Administratoren auch die seinerzeit unetablierten Theorien von Kopernikus, Galilei und Kepler zensiert.
Die Forderung nach gesichertem Wissen ist unsinnig. Dann dürfte es den hervorragenden Eintrag fliegendes Spaghettimonster ebenso wenig geben wie die extrem spekulative Stringtheorie (Zitat dazu aus Wikipedia: Überprüfbare Voraussagen der Stringtheorie stehen bisher aber noch aus). Jeder gebildete Mensch weiß, daß kein Wissen gesichert, sondern immer nur vorübergehend etabliert sein kann, bis früher oder später neue Erkenntnisse das alte Wissen ersetzen.
Bei den Wikipedia-Administratoren fällt auf, daß neoliberale Theorien durchweg als "wissenschaftlich" geadelt werden und linke Theorien als zweifelhaft etikettiert werden.
So toll Wikipedia ursprünglich einmal war - mittlerweile befindet es ganz undemokratisch sich im Würgegriff des Wikimedia-Vereinsvorstands (wikimedia.de/index.php?id=10).
@Obamism:
ja, für herrn heilmann wäre es durchaus ratsamer gewesen, das altbewährte rezept der union zu befolgen und unerwünschte äußerungen einfach still ,heimlich und leise durch nachträgliche " bearbeitung" verschwinden zu lassen... ;-)
wenn da nur nicht dieser hinterlistige wikiscanner wäre......
@Sachsen-Paule:
du ,deine meinung interessiert mich nicht... ;-)
Als Heilmann es wieder einmal schaffte, dass die deutsche Wikipedia-Domain nicht auf die eigentliche Seite weitergeleitet werden durfte, fühlte ich mich einmal mehr bestätigt, dass viele Subjekte in der "LINKE" ihrer alten Vergangenheit alle Ehre machen.
In dem Artikel stand nichts, was nicht nachprüfbar wahr gewesen wäre.
So lange die Linkspartei sich nicht von solchen Leuten, Inhalten und Denkweisen trennt, wird sie für mich persönlich nicht als Wahlalternative in Frage kommen.
Du deine Artikel magst du ja echt total spannend und toll finden - vielleicht sind sie das auch, aber kannst du bitte aufhören hier so rumzuspammen... die Links reichen auch!
Danke
Paging