Wer Spock.com anwählt, könnte bald alles über sich finden - auch das, was geheim bleiben sollte.
Die Nachricht war erst ein paar Stunden in der Welt, da wandte sich der Blogger Zwonull bereits alarmiert an die große Internet-Gemeinde draußen an den Bildschirmen: "Bin ich der Einzige, der Spock.com sehr bedenkenswert findet?" Wenigstens in einer Hinsicht kann Zwonull unbesorgt sein - die Chatforen und etwas später auch diverse Printmedien waren ganz auf seiner Seite. "Suchmaschine schnüffelt Menschen aus", "Spock macht Jagd auf Menschen" oder auch "Spock.com - ein Datenerfassungsmonster wird legal", so lauteten die Schlagzeilen.
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Anfang vergangener Woche hat das kalifornische Start-up-Unternehmen Spock.com in einer vorläufigen Beta-Version den Dienst aufgenommen. Der Name ist nicht etwa eine Anspielung auf den spitzohrigen Vulkanier von der Enterprise, sondern ein Akronym: "Single Point of Contact and Knowledge". Kontakt herstellen zu anderen Menschen, Wissen sammeln über sie - das ist das Ziel der ersten expliziten Leute-Suchmaschine im Netz.
Vorgefilterte und gebündelte Personen-Infos
Zunächst klingt das nicht sehr innovativ. Wer hat nicht schon einmal bei Google seinen Namen eingegeben und dabei vieles gefunden, mitunter mehr, als ihm lieb ist? Während Google zu einer beliebigen Person jedoch lange Adresslisten von Internetseiten ausspuckt, aus denen man sich die relevanten Informationen selbst zusammensuchen muss, versprechen die Spock-Gründer "Ergebnisse rund um Menschen" - vorgefiltert und gebündelt auf einer einzigen Seite.
Noch eine weitere Schwäche soll ausgeräumt werden: Wer bei Google zum Beispiel nach dem alten Schulfreund Helmut Schmidt aus München sucht, muss sich erst durch Tausende Webseiten über den Ex-Bundeskanzler wühlen.
Spock.com will dagegen jeden Einzelnen mit Hilfe von Schlagwörtern so genau indizieren, dass Verwechslungen ausgeschlossen sind - und geht noch einen Schritt weiter: "Wenn in einem Dokument über eine Person namens Charlie steht, dass John gerne Golf spielt, dann identifiziert unsere Suchmaschine das als Information über John und weist sie dieser Person zu. Das kann Google nicht", so Mitbegründer Jaideep Singh gegenüber der SZ. 100 Millionen Menschen haben nach Firmenangaben bereits ihr eigenes passgenaues Spock-Profil. Eines Tages - so zumindest die Vision - sollen es Milliarden sein.
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Moderne Verwaltung
Wenn Spock.com einmal die google Datenbank nutzen dürfte, wäre die Sache anders. In der vorliegenden Form dient Spock lediglich als Abschreckende Vision. Man muß aber auch sagen, daß manche Berufsgruppen, insbesonder im Netz tätige, vom Netz lebende und das Netz gestaltende Menschen es darauf anlegen - natürlich im beruflichen Interesse - überall leicht zu finden zu sein. Aber das eine ist freiwillig gewählt, das andere ausgeliefert zu sein. Man muß aber betonen, daß jeder sich vielfältig informieren kann, wie er sich sicher im Netz bewegt. Erst naiv rumdaddeln und sich später beschweren gilt nicht.
Google ist bei weitem gefährlicher, vor allem für das Berufsleben. In den USA gibt es sogar Unternehmen, die professionell negative Spuren im Web tilgen.
http://www.msuess.com/2007/07/15/meinung/reputation-management-und-bewerberfalle-google/
...die Ergebnisliste zum Suchbegriff "Christian" an...kein Kommentar...
Ich habe mal nach zwei Profs von hier, die beide eine ellenlange Publikationsliste haben, auf google gut zu finden sind und beide auch mehrere Jahre in den USA gearbeitet haben, bei spock gesucht. Kennt sie nicht. Solange die auf so Kinderkram wie myspace angewiesen sind, kann man sowas vergessen.
kann noch nicht mal Umlaute umsetzen