Virtueller Schlüssel statt Pappbox: Immer häufiger wird Software aus dem Netz geladen. Das geht schnell und hat viele Vorteile - aber auch ein paar Haken.
Eine Schachtel, darin eine CD- oder DVD-ROM - und bezahlt wird im Onlineshop oder an der Kasse des Elektromarkts: Das ist noch immer die übliche Art und Weise, Anwendersoftware oder PC-Spiele zu kaufen. Programme direkt herunterzuladen, hat dagegen lange eine untergeordnete Rolle gespielt. Inzwischen gibt es aber mehr und mehr Angebote. Eine praktische Sache sei das, sagen Experten - aber auch eine mit Haken.
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Immer mehr User nehmen das Angebot an, Software legal aus dem Internet zu laden. (© Foto: iStock)
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Noch vor wenigen Jahren gab es nur sehr vereinzelt die Möglichkeit, Software als Download zu kaufen, sagt Daniel Rasch, Redakteur bei der Zeitschrift "Computer Bild". Der Grund: Nur wenige Anwender hatten schnelle Netzzugänge, so dass das Herunterladen lange gedauert hätte. "Jetzt nimmt das Angebot aber auf jeden Fall zu."
Schlüssel statt Box
"Wir bieten all unsere Sicherheitslösungen mittlerweile auch als Downloads an", sagt etwa Thorsten Urbanski von G Data in Bochum. Bei United Soft Media (USM) aus München setzt man ebenfalls zunehmend auf diesen Vertriebsweg, wenn auch noch nicht so stark wie bei dem Sicherheitssoftware-Anbieter: Rund 20 Prozent des USM-Katalogs, der Titel für Kinder ebenso enthält wie diverse digitale Lexika, sind derzeit als Dateien zum Herunterladen zu haben.
Angeboten wird die Software meist direkt auf den Webseiten der Hersteller oder bei speziellen Shops. USM-Software gibt es laut Sprecherin Nora Hieronymus etwa bei schlausoft.de - oder auch bei softwareload.de. Hinter dem umfangreichen Shop, der Brenn- oder Defragmentierungsprogramme ebenso anbietet wie Steuersoftware, steckt die Deutsche Telekom. Das gilt ebenso für gamesload.de.
Ohnehin geht es auch bei der "digitalen Distribution" von Computerspielen voran, wie Olaf Wolters vom Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) in Berlin bestätigt. Hier ist etwa ProSiebenSat.1 mit sevengames.de mit von der Partie. Der ganz große Durchbruch stehe aber noch aus.
Oft günstiger
Welche Vorteile bietet das Herunterladen Verbrauchern - abgesehen davon, dass sie sich die Software nur auf den Rechner ziehen und dafür nicht das Haus verlassen müssen? Oft ist der Download billiger, als einen Datenträger zu kaufen. "Bei Anwendersoftware bekommt man auf 50 Euro schon mal 5 oder 10 Euro nachgelassen", sagt Peter Knaak, Computerexperte der Stiftung Warentest.
Verlassen sollte man sich darauf aber nicht, sagt Daniel Rasch: "Es ist schon oft vorgekommen, dass der Preis der gleiche war." Für Spiele gilt das laut Olaf Wolters sogar mehr oder weniger durchgängig. Bevor hier mit Preisrückgängen zu rechnen sei, müsse der legale Download erst vom Zusatzangebot zum "Massenthema" werden.
Hinzu kommt: Ganz so kommod, wie es auf den ersten Blick scheint, ist der Download dann doch nicht. "Der große Nachteil ist, dass ich Zeit investieren muss, um die Software zu sichern", sagt Rasch. Es sei "alleroberste Pflicht", sie auf CD oder DVD zu brennen. Das ist nicht zuletzt für diejenigen Nutzer eine schlechte Nachricht, die durch den Download vor allem Platz im Regal sparen wollen.
Nicht mehr Platz im Regal
Wer seine heruntergeladene Software etwa nach einem Absturz des Rechners neu aufspielen muss, benötigt den persönlichen Lizenzschlüssel beziehungsweise die Seriennummer. Der Grafiksoftware-Hersteller Corel etwa hinterlegt diese im eigenen Shop zwar laut Rasch in den Nutzerprofilen der Kunden. Wo kein solcher Komfort geboten wird, sind Anwender aber gut beraten, Daten sicher aufzubewahren - etwa, indem sie die Mail des Herstellers mit dem Lizenzschlüssel auf die CD mit der Sicherheitskopie brennen.
Manche Hersteller und Shops bieten den Kunden nach Raschs Worten an, gekaufte Programme für eine gewisse Zeit zum erneuten Download zur Verfügung zu halten - das koste aber extra. "Oder man kriegt gleich per Post eine Sicherungskopie zugeschickt." Dann muss sich der Kunde nicht kümmern und hat für den Ernstfall etwas in der Hand.
Letzteres scheint vielen wichtig zu sein. "Wir spüren zwar eine zunehmende Akzeptanz für Downloads", sagt Urbanski von G Data. "Aber die Leute kaufen nach wie vor eher die Box im Laden oder im Onlineshop." Daher gebe es noch keine Pläne, die eigenen Produkte nur noch zum Herunterladen anzubieten.
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(dpa/Florian Oertel/vw)
Das Netz selbst ist zwar allgegenwärtig, aber einzelne Seiten, Funktionen oder Angebote können schon mal für ein paar Tage ausfallen oder ganz abgeschaltet werden (Wartung, Insolvenz, Aufgabe des Geschäfts u.ä.)
Deshalb sollte man immer alle wichtigen Dateien auf der Festplatte sichern. Dies gilt z.B. auch für Treiber oder andere kostenlose Programme.
Mir ist es auch schon passiert, dass der Treiberdownload eines namenhaften Hardwareherstellers auf einmal kostenpflichtig war.
Ein anderes negatives Erlebnis war, dass der Shop eines Virenscanners mich nach einem halben Jahr einfach nicht mehr kannte.
Leider vermisse ich in dem o.g. Artikel auch den Hinweis auf die Lizenz bzw. den Kaufnachweis. Allein das ist ein Grund, weshalb man zumindest die Bestätigungs- oder Rechnungs-Email aufheben sollte. Im Supportfall verlangen die Firmen die irrwitzigsten Angaben, z.B. welche Mailadresse ursprünglich angegeben wurde oder wann das Produkt gekauft wurde. Im Gegensatz zum schnellen und einfachen herunterladen sind die Firmen dann seltsamerweise sehr bürokratisch ;-)
Manchmal hat die Boxed Version auch den Vorzug, ein gedrucktes Handbuch zu enthalten.
www.opensuse.de
www.kubuntu.de
www.debian.de
de.openoffice.org/index.html
www.seamonkey.at
...
...
Den Artikel hätte man auch ohne die "Hilfe" von "Computer Bild", G Data und United Soft Media schreiben können. Deren Beitrag ist ohne jeglichen Mehrwert für den Leser.
Übrigens, dem Nachteil, dass man Zeit investieren muss, um die Software zu sichern, steht gegenüber, daß der Verbaucher anderenfalls zum nächsten Händler fahren müßte. Und das kostet auch Geld.