Laserdrucker Dicke Luft im Büro

Laserdrucker stoßen offenbar mehr Schadstoffe aus, als bisher bekannt war. Einige Geräte belasten die Luft viermal stärker mit Feinstpartikeln als eine Autobahn.

Von Martin Kotynek

Laserdrucker stoßen offenbar mehr Schadstoffe aus, als bisher bekannt war. Einige Geräte belasten die Luft der Umgebung mit großen Mengen Feinstaub, manche Modelle sondern so viel davon ab, dass die Büroräume bis zu viermal so hoch mit Feinstpartikeln belastet sind wie die Luft neben einer Autobahn. Das haben australische Physiker der Queensland University of Technology gemessen (Environmental Science and Technology, online).

Die Forscher untersuchten die Partikelkonzentration in der Innenluft eines Großraumbüros in Brisbane. Obwohl dort Rauchen verboten ist, war die Luft während der Arbeitszeit fünfmal so stark mit Feinstaub belastet wie nachts. In der Büroluft war die Konzentration der winzigen Partikel dabei viermal so hoch wie in der Außenluft um das Gebäude, das 120 Meter neben einem Highway steht.

Partikelzähler im Einsatz

"So hohe Belastungen haben wir in einem Büroraum nicht für möglich gehalten", sagt Lidia Morawska, die die Studie geleitet hat. Mit einem Partikelzähler spürte sie die Staubquelle in dem 120 Quadratmeter großen Büro auf - es waren die Laserdrucker. Sobald sie am Morgen eingeschaltet wurden, stieg die Staubbelastung stark an.

Daraufhin untersuchten die Physiker 62 unterschiedliche Drucker-Modelle verschiedener Hersteller im Detail. Darunter waren Geräte von Canon, Hewlett-Packard (HP), Toshiba und Ricoh.

Es wurden große Unterschiede zwischen den einzelnen Geräten gefunden: Während drei von fünf Druckern keine messbare Menge von Partikeln ausstießen, gehörte der Großteil der restlichen 40 Prozent zur höchsten Emissionsklasse. Manche Modelle geben beim Drucken beinahe so viel Feinstaub ab wie einebrennende Zigarette, schreiben die Forscher.

Die Hauptquelle für Feinstaub

"Laserdrucker sind die Hauptquelle für Feinstaub in Bürogebäuden", sagt Morawska. "Wir haben vor allem ultrafeine Staubpartikel gefunden, die tief in die Lunge eindringen können." Sie würden ein Gesundheitsrisiko darstellen. Die Staubpartikel könnten Störungen der Atemwege, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar Krebs auslösen, warnt Morawaska.

Dem widerspricht der Druckerhersteller HP jedoch. Die Studienautoren haben 34 Modelle dieses Herstellers getestet, 12 davon gehörten zur höchsten Emissionsklasse. HP bestreitet nicht, dass Laserdrucker Feinstaub ausstoßen, es gebe aber "keine Hinweise, dass Partikelemissionen von Laserdruckern mit Gesundheitsrisiken verbunden sind", sagt Norbert Gelse, Unternehmenssprecher bei HP. Man könne die Zusammensetzung der Partikel mit verfügbaren Analysemethoden nicht überprüfen. Daher sei unklar, welche Effekte sie auf den Körper hätten.

Auch Toaster und Dunstabzugshauben belasten

Auch der Chemiker Tunga Salthammer, der am Fraunhofer Wilhelm-Klauditz-Institut in Braunschweig Druckeremissionen prüft, relativiert mögliche Gesundheitsrisiken: "Es gibt Geräte in jedem Haushalt, die wesentlich mehr Partikel ausstoßen als Laserdrucker, etwa Toaster und Dunstabzugshauben." Bei guter Belüftung würden Laserdrucker die Raumluft nicht stärker verunreinigen als andere Geräte, sagt Salthammer.

Nicht nur die Wirkung des Druckerstaubs, sondern auch dessen Quelle ist unklar. In der australischen Studie gab es Unterschiede je nachdem, wie alt die Tonerkassette war. Länger benutzte Kassetten erzeugten zum Teil kleinere oder weniger Staubteilchen.

Salthammer hält es daher für unwahrscheinlich, dass Tonerstaub die Emissionswerte verursacht: "Wir haben die Tonerkassetten aus den Druckern entfernt und immer noch Feinstaub gemessen." Möglicherweise seien Schmiermittel die Übeltäter. Man müsse weitere Messungen machen. Inzwischen empfiehlt Lidia Morawska, Laserdrucker nur in gut belüfteten Räumen zu benutzen.

Eine Liste der getesteten Drucker finden Sie auf der nächsten Seite.