Auszubildende hatten bei StudiVZ über ihren Chef gelästert. Der sprach prompt die fristlose Kündigung aus. Das Arbeitsgericht Cottbus hat den Fall jetzt entschieden.
Das Cottbuser Arbeitsgericht hat am Mittwoch die letzten beiden von acht fristlosen Kündigungen von Mitarbeitern des Hotels "Zur Bleiche" in der Spreewaldgemeinde Burg aufgehoben. Die Kammer gab den entsprechenden Klagen statt. Bei den beiden Auszubildenden gebe es keine Anhaltspunkte für strafbare Handlungen, begründete das Gericht die Entscheidung.
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Der Hotelchef hatte neun Lehrlingen und Mitarbeitern im Frühjahr fristlos gekündigt. Er warf den jungen Leuten im Alter von 20 bis 24 Jahren vor, ihn im Internetforum studivz.net verunglimpft und Aktionen gegen das Hotel diskutiert zu haben. Acht Betroffene klagten dagegen.
Das Gericht gab seit Anfang Juni an drei Verhandlungstagen allen Klagen statt. Es sei zwar verständlich, dass der Hotelinhaber auf das Diskussionsthema "Der Storch muss hängen (Bleiche)-Strategien entwickeln/für alle Gegner der Ausbeutung und Sklaverei" und auf einige Beiträge besorgt reagiert habe, hieß es.
"Die fristlose Kündigung war aber eine Überreaktion", betonte die Gerichtssprecherin Lore Seidel in einer Mitteilung. Einige Auszubildende seien achtlos und unsensibel mit dem geschriebenen Wort umgegangen. Die Reaktionen darauf sollten für alle eine Erfahrung fürs Leben sein, hieß es. Ihr gesamter Lebensweg dürfe aber durch diese Tat nicht verbaut werden.
Die meisten der betroffenen Lehrlinge standen zum Zeitpunkt der Kündigung kurz vor dem Abschluss der Ausbildung. Sie können nun in dem Burger Hotel die Lehre beenden. Einige von ihnen hatten inzwischen ein neues Ausbildungsverhältnis begonnen.
(dpa/mri)
Griechenland und die Euro-Zone
"Trotzdem muss ich ja nicht gleich himmelhoch jauchzend diese Praxis begrüßen, nur weil die Technik es nicht verhindern kann."
Du hast dir die Antwort schon selber gegeben:
"Man macht sich mit jeder seiner Bewegungen im Internet durchsichtiger ..."
Wenn ich über meinen Nachbarn lästere und er es erfährt, ist es egal, ob ich im Internet oder im Gespräch gelästert habe: Er ist sauer ...
Jeder ist für das, was er im WWW loslässt auch selber verantwortlich und muss die Konsequenzen dafür tragen.
Eben wie im täglichen Leben ... (c;
Es soll durchaus vorkommen, dass man auch einfach mal aus Interesse googelt. Auch soll es Leute geben, die ab und zu mal selbst nach dem eigenen Unternehmen googelt, um zu sehen, ob und was es darüber im Netz gibt. Wenn es wie im beschriebenen Fall ein Hotel ist, dann ist es sogar wahrscheinlich, dass ein Besitzer oder Chef schaut, was über sein Haus geschrieben wird. Es soll ja auch Gäste geben, die zwar nie etwas bemängeln, sich dann aber in Foren über die Mängel lang und breit auslassen.
Auch bei Bewerbern, die von einer Uni kommen und bei Prof. X an Lehrstuhl Y waren, schaut man durchaus mal nach, was der Lehrstuhl alles macht. Möglicherweise kennt man noch den einen oder anderen, direkt oder indirekt. Sowas kann im Gespräch auch eine lockere Atmosphäre geben als das sture Abarbeiten von Prüfungsfragen.
Dann kann es vorkommen, dass jemand ein paar Äußerungen von sich gibt, nach denen man vorsichtig ist und sich mal umsieht.
Und die meisten Dinge findet man ohnehin zufällig und nicht gezielt.
Spionieren ist, wenn ich Einrichtung anschaffe oder Personen beauftrage, um jemanden gezielt zu überwachen oder zu überprüfen.
@DigiFan
Auf der einen Seite Loyalität einfordern, aber auf der anderen Seite kein Vertrauen zu seinem Mitarbeiter haben!?
...ich finde es besteht schon ein Unterscheid, ob man sich an einer Diskussion beteiligt und dadurch auf jemanden Meinung stößt oder aktiv/gezielt nach Informationen über eine Person sucht.
Mir ist schon klar, dass es heutzutage die Praxis ist, seine Mitarbeiter zu durchleuchten und auszuspionieren. Man macht sich mit jeder seiner Bewegungen im Internet durchsichtiger und das kommt dem natürlichen Voyorismus des Menschen sehr entgegen.
Trotzdem muss ich ja nicht gleich himmelhoch jauchzend diese Praxis begrüßen, nur weil die Technik es nicht verhindern kann.
Mit anderen Worten, Sie haben noch nie nach einem Kollegen gegoogelt??
Wenn es im Internet steht ist es öffentlich und keine Privatsache.
Abgesehen davon finde ich es akzeptabel, wenn Leute, auch Azubis, gefeuert werden, die das Unternehmen oder Kollegen bzw. Chef öffentlich beschmutzen. Soviel Loyalität sollte da sein. Und wenn es ihnen absolut nicht passt, dann sollen sie sich was anderes suchen.
Paging