Kostenpflichtige Abos Youtube soll Bezahlkanäle anbieten

Die Werbeeinnahmen reichen Youtube offenbar nicht mehr: Die Google-Tochter will einem Medienbericht zufolge Bezahlabos für bestimmte Kanäle einführen. Auf der Suche nach einer neuen Einnahmequelle investiert das Unternehmen kräftig.

Youtube plant offenbar einen Strategiewechsel: Das Angebot der Videoplattform soll zum Teil kostenpflichtig werden, wie die Financial Times schreibt. Demnach will die Google-Tochter bezahlte Abos für etwa 50 Kanäle anbieten. Auch der Preis soll schon feststehen: 1,99 Dollar pro Monat müssen User pro Channel zahlen, wie die FT von Insidern erfahren haben will. Noch diese Woche soll das Konzept vorgestellt werden.

Was Bezahlkanäle betreffe, gebe es "nichts zu veröffentlichen", sagte das Unternehmen zwar der FT. Allerdings wolle Youtube eine Abo-Plattform entwickeln, die den Nutzern mehr Inhalte biete und eine neue Einnahmequelle für den Konzern generiere, hieß es offiziell.

Die digitale Videowerbung wächst zwar, laut den Marktfroschern von eMarketer werden die Ausgaben in diesem Bereich im laufenden Jahr von etwa drei Milliarden auf mehr als vier Milliarden Dollar steigen. Dennoch würde das aber gerade einmal 2,4 Prozent der gesamten Werbeausgaben entsprechen.

Youtube könnte Schätzungen von Experten zufolge im laufenden Jahr etwa die Hälfte der Einnahmen mit digitaler Videowerbung einstreichen - und die Umsätze des Konzerns in diesem Bereich sollen in den kommenden Jahren noch deutlich steigen. Dennoch versucht das Unternehmen nun wohl, sich eine zweite Einnahmequelle zu erschließen.

Youtube bewegt sich damit immer weiter weg von der ursprünglichen Idee einer Plattform, auf der nur von Nutzern hochgeladene Videos zu sehen sind, sogenannter User-Generated Content. Das Unternehmen hat in den vergangenen eineinhalb Jahren mehr als 200 Millionen Dollar in seine Videokanäle investiert. Im Herbst waren auch in Deutschland erste Spartenkanäle gestartet, die von professionellen Produktionsfirmen befüllt werden.