Die umstrittene Software zum Kopierschutz leitet auch Daten an Server von Sony weiter.
Sony BMG steht wegen seines heftig umstrittenen Kopierschutzes auf seinen Musik-CDs weiter Ärger ins Haus. Die auf einigen Musik-CDs testweise genutzte Schutzsoftware spioniere beim Abhören am PC nach Medienberichten Daten der Nutzer aus und leite sie an die Server von Sony weiter. Die Software "telefoniert nach Hause" titelt der Branchendienst heise online.
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Die dabei übertragenen Daten könnten Sony BMG die Möglichkeit geben, ungefragt Nutzungsprofile zu erstellen, so Mark Russinovich, der die Sache ins Rollen gebracht hatte, auf seinem Blog. Er unterstellt Sony das nicht, weist aber darauf hin, dass es möglich wäre. Die britische Firma First4Internet, die die Kopierschutz-Software entwickelt hat, behauptet Russinovich gegenüber, es werde nur danach gesucht, ob ein neues Banner angezeigt werden könne.
Der umstrittene Kopierschutz war vor einigen Tagen im Internet in die Schlagzeilen geraten. Ein Weblog-Betreiber hatte die versteckte Software auf einigen Musik-CDs der Sony-Musiksparte entdeckt. Für große Aufregung sorgte dabei, dass die Software mit dem Namen XCP ähnlich wie ein Computervirus arbeitet und sich vom Anwender unerkannt in die Tiefen des Betriebssystems einnistet.
First4Internet sagte zu sueddeutsche.de, der Koperschutz werde zwar weiter eingesetzt, allerdings ohne sich vor dem Nutzer zu verbergen. In Deutschland wurden Sony BMG zufolge mit XCP bestückte Musik-CDs noch nicht verkauft.
Sonys Kopierschutz lässt sich ohne zusätzliche Software nicht wieder entfernen. Kurz nach Bekanntwerden des Falles wurde im Internet bereits von ersten Trittbrettfahrern berichtet, die die Versteckfunktion der Sony-Kontroll-Software für sich nutzten.
So sollen Anhänger des Computerspiels "World of Warcraft" versucht haben, durch die gleichen vorgeschalteten Sonderzeichen in den Dateinamen wie bei XCP ihre Schummel-Programme zu verstecken. Nach Meinung von Experten könnte sich aber weitaus gefährlichere Schadsoftware die XCP-Funktionen zu Nutze machen. Dies sei eine Frage der Zeit.
(sueddeutsche.de/dpa)
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