Facebook, einst nur eine Erinnerungsseite für Harvard-Absolventen, entwickelte sich nach seiner Öffnung für jedermann zu der Social-Network-Seite der westlichen Hemisphäre. Auch Facebook expandiert mit angeflanschten Diensten: Man kann nahezu jedweden Digitalkram auf Facebook-Seiten integrieren, um "mit den Menschen in deinem Leben in Verbindung zu treten und Inhalte mit diesen zu teilen". (Facebook-Motto) Neuester Coup ist "Places", eine Art Lokalisierungsdienst, der den Chefs von Google Maps nicht behagen dürfte. Dafür klappt hier die Kooperation mit (Googles) YouTube prima. Das gilt auch für Apples iPhone und YouTube.

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Microsoft schließlich, der Platzhirsch bei Büro-Anwendungen, scheint bei den neuen Webservices abgeschlagen zu sein. Auch sein iPod-Konkurrent Zune war nahezu chancenlos. Sein YouTube-Herausforderer Soapbox wurde eingestellt. Und die Microsoft-Suchmaschine Bing kämpft sich von Ferne an Google heran. Dennoch ist die von Bill Gates gegründete Firma nie zu unterschätzen. Sie reüssiert mit Mobile-Versionen der Standardprodukte in der schönen neuen Smartphonewelt. Inzwischen offeriert sie mit Docs.com einen unmittelbar an Facebook geknüpften Dienst, über den im Web Office-Dokumente erstellt werden können. Google hat wohl auch deshalb gegen Microsoft ein Betriebssystem mit Namen Chrome angekündigt, das Windows Konkurrenz machen soll.

Kampf um das mobile Netz

Alle vier Firmen schicken sich also an, zu sogenannten Infrastrukturseiten des Netzes zu werden. Sie wollen, dass ihre Nutzer den jeweiligen Firmen-Orbit gar nicht mehr verlassen, wenn sie das Internet für egal was nutzen. Und zunehmend tun jene das nicht mehr nur über PCs und Notebooks, sondern über mobile Geräte. Deswegen sind natürlich auch dort alle vier Kontrahenten längst vertreten.

Die neuesten Affronts: Apple eröffnete vor einigen Tagen mit "Ping" ein soziales Netzwerk für die iTunes-Gemeinde. Man will zum Austausch über Musik anregen. Ein Stich gegen Facebook. Ausgestattet wurde der Dienst mit der bequemen Möglichkeit, von "Ping" aus die Facebook-Freunde zu kontaktieren. Facebook hat diese Direktverbindung bereits kappen lassen. Googles neueste Ankündigung wiederum piekt Apple: Goggle wolle nun ebenfalls ins Musikgeschäft einsteigen und spreche bereits mit Musik-Labels über Pläne für einen Download-Store. Ein direkter Hieb auf Apples iTunes. Man ist sich eben derzeit "spinnefreind" im Netz.

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(SZ vom 28.08.2010/leja)