Konkurrenz für "Vine" Facebook stellt Video für Instagram vor

Videos mit Vintage-Look: Facebook-Chef Mark Zuckerberg und Instagram-Gründer Kevin Systrom stellen "Video on Instagram" vor - und machen damit "Vine" von Twitter Konkurrenz. Die neue App soll 15-sekündige Videos unterstützen und die Instagram-typischen Filter bieten. Beeindruckend ist die vorgestellte Technologie zur Bildstabilisierung.

Von Matthias Huber

Die Einladung war schlicht, und schürte sofort Spekulationen: "Ein kleines Team hat an einer großen Idee gearbeitet", stand da. "Besuchen Sie uns zum Kaffee und lernen Sie ein neues Produkt kennen." Mit diesen Worten lud Facebook ausgewählte Pressevertreter zu einer Präsentation ein. Und versah die Einladungskarte mit einem ominösen Kaffeefleck.

Jetzt hat das Rätselraten ein Ende: Instagram-Mitgründer Kevin Systrom stellte auf der Veranstaltung im Facebook-Hauptquartier in Menlo Park "Video on Instagram" vor. Damit können User 15-sekündige Videoclips aufnehmen oder mehrere kürzere Aufnahmen zu einem Clip dieser Länge zusammenfügen.

Doch ist "Video on Instagram" nur eine Kopie der App "Vine" für etwas längere Videos? Mit "Vine" können Twitter-Nutzer sechs Sekunden Video über den Kurznachrichtendienst teilen. Die App war erst im Januar dieses Jahres gestartet - und ihre Gründer hatten erst vor wenigen Tagen vermeldet, dass Vine-Videos auf Twitter inzwischen häufiger geteilt würden als Instagram-Fotos. Deshalb war bereits im Vorfeld spekuliert worden, dass Facebook und Instagram mit einer eigenen Video-App nachziehen. Facebook hatte Instagram im April 2012 für eine Milliarde US-Dollar übernommen.

Instagram-Mitgründer Kevin Systrom stellt in Menlo Park "Video on Instagram" vor.

(Foto: AFP)

Die Details zu "Video on Instagram" in der Übersicht:

  • "Video on Instagram" erlaubt Videos in einer Gesamtlänge von 15 Sekunden. "Vine" beschränkt die Länge der Videos auf sechs Sekunden.
  • Beiden Apps ist aber gemein, dass die Videos nicht am Stück aufgenommen sein müssen. Der User hält den Aufnahmebutton gedrückt, und lässt ihn wieder los, wenn er die Aufnahme stoppen will. "Video on Instagram" ermöglicht seinen Nutzern aber, nur den zuletzt aufgenommenen Teil mit einem speziellen Button zu verwerfen, ohne gleich das gesamte Video neu aufnehmen zu müssen.
  • Anders als bei "Vine" werden die Instagram-Videos in den Streams und Timelines nicht in Endlosschleife angezeigt werden, sondern mit einem Vorschaubild und einem Abspiel-Button. Dieses Vorschaubild soll der Nutzer aus allen Einzelbildern des Videos auswählen können.
  • Natürlich dürfen bei Instagram die berühmten und berüchtigten Filter nicht fehlen, die mit ihrem simulierten Vintage-Look selbst die langweiligsten Motive noch leidlich interessant erscheinen lassen sollen. 13 solcher Filter habe Instagram eigens für die Videofunktion entwickeln lassen. Der Nutzer kann sich nach der Aufnahme entscheiden, welche dieser Optionen er auf sein Video anwenden will.
  • Die interessanteste Neuheit sparte sich Systrom aber für den Schluss seiner Präsentation auf: Hinter dem Namen "Cinema" verbirgt sich eine Technologie, welche verwackelte Videos per Software stabilisieren soll. Die gezeigten Beispielvideos mit Vorher-Nachher-Vergleich sahen in der Präsentation beeindruckend aus.
  • "Video on Instagram" ist ab sofort in die Apps für iOS und Android integriert - allerdings müssen Android-Nutzer wenigstens zu Beginn ohne die Bildstabilisierung "Cinema" auskommen. Eine Version für Windows Phone ist derzeit nicht geplant, unklar ist auch, ob in der Zukunft Google Glass unterstützt wird.