Indem er nun aber China die Stirn bieten will, geriert sich der Konzern als Vorkämpfer für die Meinungsfreiheit. Selbst die Electronic Frontier Foundation (EFF), die seit den Frühzeiten des Internets gegen Zensur und Einflussnahme kämpft, schrieb auf ihrer Webseite: "Bravo Google!"
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Als Google seine gefilterte Suchmaschine in China startete, gehörte EFF zu den ersten Kritikern. Nun wollte die Organisation eine der ersten sein, die Google für seine "mutige und unverblümte Ankündigung loben, nur noch eine unzensierte chinesische Ausgabe ihrer Suchmaschine anzubieten".
China ist auch nicht das einzige Land, in dem Google für die Freiheit des Internets kämpft. In ihrer amerikanischen Heimat gehört die Firma zu den Vorreitern der "Netzneutralität", die das Netz als unregulierte, öffentliche Einrichtung erhalten soll - ebenfalls unabdingbar für Googles Geschäfte.
Man sollte dem Suchmaschinenkonzern diese eigennützigen Motive nicht vorwerfen. Schutz vor Repressionen und Meinungsfreiheit sind für Google keine hehren Werte, sondern Geschäftgrundlage.
Genauso wie Demokratie, Freiheit und Wohlstand schon immer Voraussetzung für die freie Marktwirtschaft waren. Deswegen lag es auch oft im Interesse internationaler Konzerne, repressive Regimes und Diktatoren zu stürzen. Weniger um Völker zu befreien, als um Märkte zu öffnen.
Konzerne in der No-go-Area der Geopolitik
Google vollzieht mit seinem Vorstoß in die Außenpolitik letztlich einen Schritt, den konservative Politiker und Nichtregierungsorganisationen seit langem fordern. Weil Macht und Einfluss von nationalen Regierungen in der globalisierten Welt oft nicht mehr greifen, soll die Wirtschaft in den No-go-Areas der Geopolitik richten, was die Politik nicht mehr schafft.
Diese Forderung wird immer lauter, auch weil mit den Bric-Staaten, also Brasilien, Russland, Indien und China, vier wirtschaftskräftige Mächte die geopolitische Bühne betreten haben, für die die Einhaltung von Menschenrechten keine Grundvoraussetzung ist, um beispielsweise Finanz- oder Entwicklungshilfe zu leisten.
In Krisengebieten wie Darfur oder Sri Lanka ziehen die wirtschaftlichen Druckmittel des Westens nicht mehr, weil es Geld aus China ohne die Bürde menschenrechtlicher Auflagen gibt. Ein Weltkonzern hat da oft mehr Macht und Spielraum, um schwierige Regierungen zum Einlenken zu bringen.
Die US-Regierung unterstützt Google aktiv in der Konfrontation mit China. Wohin aber wird sich die politische Macht des Konzerns entwickeln? Wird Google ein Indikator für Freiheit und Wohlstand, wie Coca Cola und McDonald's? Oder ein sinistrer Global Player wie einst die United Fruit Company, zu deren Gunsten die CIA zentralamerikanische Staatsstreiche lancierte?
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(SZ vom 14.01.2010)
DFB-Pleite gegen die Schweiz
werde Ihnen morgen antworten
In der Tat verletzt Google die Privatsphäre nicht. Google kann (und wird) keine Person zu den Daten zuordnen, so lange Sie die Daten nicht freiwillig heraus rücken. Und Cookies setzt nicht nur Google, sondern jedes Unternehmen. Incl. der SZ. Sich auf Google einzuschießen ist daher - gelinde gesagt - einseitig. Ihre Privatsphäre wird dann und nur dann verletzt, wenn sie ihre Anonymität verlieren. Google hat aber gar kein großes Interesse daran, an dieser Anonymität etwas zu ändern. Diverse Regierungen aber schon: Das Interesse wurde schon vor Jahren klar geäußert. Google-Bashing ist "in", ich weiß. Leider entsteht es aus einem reinen Bauchgefühl heraus. Bei nüchterner Betrachtung der Sachlage ist Google nicht besser und nicht schlechter wie jede andere Firma, die IT-Technik intensiv nutzt. Nur macht Google die Ergebnisse und Auswertungen des Datensammelns teilweise öffentlich. Ich sags auch gerne noch mal: Google bedroht sie nicht. Das schlimmste, was Google ihnen antut, ist es, ihnen spezifische Werbung zu zeigen. Google kommt nicht und verhaftet sie nicht, weil ihr Kind einen Chemiebaukasten bestellt hat. Google kommt nicht und durchsucht ihre Wohnung, weil sie einen Kanister H2O2 im Keller stehen haben. Google kommt auch nicht und sperrt sie ohne Gerichtsurteil ein, nur weil sie irgendwo im Internet das falsche geschrieben haben. Das Regierungen versuchen, Google (und andere Unternehmen) zu mißbrauchen - insbesondere weil Google sich belegterweise versucht dagegen zu wehren - ist nicht die Schuld von Google.
Gmail wäre für Google einzige Weg, wie Google eine persönliche Zuordnung ihres Surfverhaltens zu ihrer Person direkt durchführen kann. Ohne Angabe ihrer persönlicher Daten sind sie im Grunde anonym. Die Verletzung ihrer Personlichkeitsrechten findet folglich nicht statt: Daher ist Panikmache nicht angebracht.
Daß Google eine direkte Beinflussung der Suchmaschinenergebnisse ermöglicht, wärem mir neu. In der Regel steht diese Option Unternehmen jedenfalls nicht zur Verfügung.
Zitat: "Gesetzliche Vorgaben zu Zensur müssen beachtet werden, keine Frage und keine Diskussion."
Doch, in der Tat. Gerade hier ist eine Diskussion angebracht. Das ist ja das Problem an Google: Google MUSS zensieren, sonst machen die Behörden das Unternehmen dicht. Google jedoch als Buhmann hinzustellen ist reine Agitation und entbehrt jeglicher sachlichen Betrachtung der Situation.
Zitat: "Zensur ist es aber auch, wenn das eigentliche Ergebnisse einer Suche derartig versteckt ist, dass man es nicht wahrnimmt. Ist zwar nicht Zensur im Sinn von Unterdrückung, aber Zensur im Sinn von Nichtfinden."
Welche Ergebnisse werden denn unterdrückt? I.A. das, was Regierungen unterdrückt haben wollen. Ich sags noch mal, ganz nüchtern betrachtet: Zensur kostet Google Geld. Google macht das nicht freiwillig. Bei allem Respekt: Ihre Kritik muß sich daher primär gegen die Verantwortlichen dieser Zensur in den Regierungen richten und nicht gegen Google. Google wegen der Notwendigkeit, sich nach gesetzlichen Vorgaben zu richten, auf die gleiche Stufe wie ein Regime zu stellen (obwohl der Konzern die Zensurvorgaben der Regierungen kritsiert) ist bar jeder Grundlage.
"Google verletzt auch keine Privatsphäre." Ach nein? Und was sonst ist die Sammelung unvermeidbarer digitaler Hinterlassenschaften wie derzeitiger WAN-IP, gesetzten Cookies etc. wenn nicht (teils geduldete, teils unerwünschte) Verletzung der Privatsphäre? Ich rate hier mal zum Besuch einiger Veranstaltungen rund um IT-Security und Datenforensik, dann würden solche Sprüche nicht so locker über die Lippen gehen.
Mein Freund, ich bezweifle ob ich auf derartigen Veranstaltungen noch irgend etwas lernen könnte: Ich befasse mich mit der Thematik der IT-Security, des Datenschutzes und anderen Fragen seit über einem Jahrzehnt fast den ganzen lieben langen Tag.
In der Tat verletzt Google die Privatsphäre nicht. Google kann (und wird) keine Person zu den Daten zuordnen, so lange Sie die Daten nicht freiwillig heraus rücken. Und Co
Übernimmt Google jetzt das, was sich unsere demokratischen Staatsoberhäupter angesichts von Chinas Macht nicht mehr trauen? Muss jetzt ein Weltkonzern Menschenrechte einfordern weil die Politik dafür zu schwach ist?
Sie vermischen allerdings mehrere Dinge, die nichts miteinander zu tun haben. Gmail fällt völlig flach weil bedeutungslos hier. Lassen Sie mich peu-a-peu antworten.
"Das ist sachlich falsch. Sie können lediglich Anzeigen schalten und den Rang ihrer Anzeige beeinflussen, nicht aber die Suchergebnisse beeinflussen." Bevor Sie weiter solchen Unsinn verbreiten, sollten Sie einmal geschäftlichen Kontakt zu Google aufnehmen und sich die Preisliste und kostenpflichtige "Suchergebnisoptimierungen" darlegen lassen. Ihnen würden die Augen übergehen, was Sie hier zu sehen bekämen. Kostet zwar auch eine ordentliche Stange Geld, rechnet sich aber je nach eigenem Produkt bzw. Geschäftsmodell durchaus.
Gesetzliche Vorgaben zu Zensur müssen beachtet werden, keine Frage und keine Diskussion. Zensur ist es aber auch, wenn das eigentliche Ergebnisse einer Suche derartig versteckt ist, dass man es nicht wahrnimmt. Ist zwar nicht Zensur im Sinn von Unterdrückung, aber Zensur im Sinn von Nichtfinden.
"Google verletzt auch keine Privatsphäre." Ach nein? Und was sonst ist die Sammelung unvermeidbarer digitaler Hinterlassenschaften wie derzeitiger WAN-IP, gesetzten Cookies etc. wenn nicht (teils geduldete, teils unerwünschte) Verletzung der Privatsphäre? Ich rate hier mal zum Besuch einiger Veranstaltungen rund um IT-Security und Datenforensik, dann würden solche Sprüche nicht so locker über die Lippen gehen.
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