Von Helmut Martin-Jung

Komplizierte Geräte am Arbeitsplatz überfordern so manchen Mitarbeiter. Doch wenn er anfängt, Software und Hardware aus dem privaten Bereich mitzubringen, entsteht ein Sicherheitsrisiko.

Viele IT-Geräte sind für Anwender kaum zu verstehen. Denn zu selten werden Kunden von Herstellern nach ihrer Meinung gefragt. In vielen Firmen wollen die Angestellten deshalb mit Software und Computern arbeiten, die sie auch zu Hause einsetzen. Diese sogenannte Consumerization kann die Produktivität steigern, birgt aber auch eine Reihe von Gefahren.

Tastatur und Telefon, ddp

Zu viele Tasten, Hörer, Bildschirme? Die Hersteller wollen sich wieder stärker am Kunden orientieren und die Geräte einfacher gestalten. (© Foto: ddp)

Anzeige

Papier sparen sie zwar noch immer nicht, die Computer in den Büros, aber ihre Verbreitung hat das nicht aufgehalten. Das zeigt sich am augenfälligsten, wenn plötzlich der Strom ausfällt. Ganze Abteilungen, ja Firmen sind dann nahezu zur Untätigkeit verurteilt. Während einige sich noch immer nur widerwillig mit den neuen Arbeitsmitteln anfreunden mögen, können andere gar nicht genug davon bekommen von den mit Chips vollgepfropften Gerätschaften und von Software mit tausenderlei Funktionen. Unter dem Stichwort Consumerization werden längst die Chancen, aber auch die Gefahren diskutiert, die entstehen, wenn Mitarbeiter zum Beispiel Software im Büro einsetzen, die eigentlich aus dem privaten Umfeld kommt.

Ein Musterbeispiel dafür ist das Programm Skype, eine Software, die es nicht nur erlaubt, mit anderen Skype-Nutzern kostenlos über das Internet zu telefonieren, sondern auch Textbotschaften nahezu verzögerungsfrei übermittelt. Darüberhinaus zeigt Skype auch an, wer von den Mitgliedern einer Gruppe gerade wie erreichbar ist: Nicht da, beschäftigt, anwesend. Natürlich können solche Programme die Produktivität steigern, wenn alle in einer Arbeitsgruppe sie begeistert einsetzen.

Die Gefahr lauert auf dem Stick

Die meisten IT-Verantwortlichen aber sehen sie mit Grausen. Manche Programme schaffen es mühelos, die mit teurem Geld angeschafften Sperren und Schutzeinrichtungen, die sogenannten Firewalls, der Unternehmen zu umgehen. Wie sie das aber machen, ist das Geheimnis der Programmierer. Was den Sicherheitsverantwortlichen besonders auf den Magen schlägt, ist, dass Skype auch von Benutzern installiert werden kann, die nicht über einen Administrator-Zugang verfügen - so wie es in den meisten Firmen aus Sicherheitsgründen gehalten wird. Für die IT-Abteilung wird es dadurch nicht einfacher.

Software wie Skype ist aber nur ein Beispiel von vielen. Mindestens genauso zwiespältig sind auch die zahllosen mobilen Geräte zu sehen, die mittlerweile Einzug in die Büros gehalten haben. Das fängt bei den schon wieder im Aussterben begriffenen Hemdtaschen-Computern an und reicht bis zum einfachen USB-Stick. Welche Gefahren dabei drohen, dessen sind sich viele gar nicht bewusst.

Sicherheitsfirmen erzählen immer wieder gerne die Geschichten von den auf einem Firmengelände absichtsvoll "verlorenen" USB-Sticks. Ein hoher Prozentsatz der wertvollen Speicherstäbchen tauchte bald wieder auf - an den Rechnern von Firmenangestellten. Die Sticks waren nämlich mit einer Software präpariert, die bereits beim bloßen Einstecken in den Computer aktiviert wird. Wäre es eine Schadsoftware gewesen, wäre sie womöglich ins Unternehmen eingeschleppt worden. Auf der nächsten Seite lesen Sie: Warum bei Handys weniger plötzlich mehr ist.

Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite

  1. Sie lesen jetzt "Skype mir den USB-Stick!"
  2. "Skype mir den USB-Stick!"
Leser empfehlen