Kinder-Tablet "Kurio Tab" im Test Babysitter gesucht

Das Kurio Tab läuft mit Googles Android und kostet etwa 120 Euro.

(Foto: PR)

Ein Tablet für Kinder: Mit dem Kurio Tab sollen Eltern die digitale Kontrolle über den Nachwuchs behalten. Blöd nur, dass die Kleinen damit am liebsten Erwachsenendinge tun.

Von Mirjam Hauck

Der digitale Medienkonsum, so behaupten Studien, lasse unsere Kinder zunehmend verdummen und verrohen. Andere Forscher dagegen warnen, die Kleinen verlören ja völlig den Anschluss, wenn sie nicht früh an Computer und ähnliches Gerät herangeführt würden. Ja, wie nun? Einen Ausweg aus diesem Dilemma will das Kurio Tab sein, ein Tablet speziell für Kinder, das den Eltern aber die volle Kontrolle darüber gibt, was der Nachwuchs angucken, spielen, sehen und lesen darf.

Das Tablet an sich ist ein normales Android-Gerät und richtet sich an Vier- bis Neunjährige - und deren Eltern. Diese können über ihr Elternprofil bis zu acht Kinderprofile einrichten. Für jedes lässt sich festlegen, ob das Kind Zugang zum Internet haben und welche Apps und Spiele es nutzen darf. Zudem können die Eltern steuern, wie lange es damit seine Zeit vertreiben und zu welcher Uhrzeit es spielen darf. Das ist theoretisch gut gedacht, allein es hapert bei der Umsetzung. Von beiden Seiten.

Gerade, wenn das Kind begeistert "Ein iPad, ein iPad" ruft, wenn man ihm das Gerät zu journalistischen Testzwecken in die Hand gegeben hat (alle seine Freunde haben mindestens ein iPad), will der Nachwuchs es nach den voreingestellten 15 Minuten nicht wieder hergeben. Zudem gibt es Situationen, in denen man den elektronischen Babysitter spontan einsetzen würde, etwa um eben kurz zu telefonieren. Dann muss man die Einstellungen recht umständlich ändern.

Auf dem Kurio Tab sind einige Spiele-Apps vorinstalliert. Davon hat das fünfjährige Testkind nur eine gern gespielt - und zwar "Vier gewinnt". Ansonsten wollte es am liebsten das machen, was seine Eltern ihm in ihrem Tablet-losen Haushalt mit ihren digitalen Geräten vorleben: fotografieren oder schreiben. Ersteres klappte mit der Kamera-App ganz gut. Zweiteres war zunächst sehr mühsam, da die Office-App extrem schwer zu finden war.

Nachdem das Kind ein paar Mal das Abendessen geknipst und Buchstabensalat getippt hatte, verlor es aber doch recht schnell das Interesse. Nach gut einer Woche waren wieder die Legosteine angesagt. Nur werden jetzt neben Gefängnissen und Autos auch Computer, Handys und "iPads" gebaut.