KI-Roboter Cozmo "Hau mich!"

Wenn Cozmo nervt, schickt man ihn einfach per App schlafen.

(Foto: leahverwey.com)

"Cozmo" ist ein intelligenter Roboter, der isst, spielt und seinen Besitzer überraschen soll. Doch taugt eine Maschine als Haustierersatz?

Von Mirjam Hauck

Wenn er gute Laute hat, singt er ein Kinderlied: "London Bridge is falling down" oder "Bruder Jakob". Allerdings klingt es etwas heiser mit seinem Roboterstimmchen. Cozmo ist das neueste Spielzeug von Anki. Der US-Firma also, die bislang mit Drive und Overdrive ziemlich intelligente Autos auf die Spielzeugrennbahn geschickt hat. Der kleine Roboter mit Gabelstabler-Ärmchen kann ebenfalls fahren, allerdings auf Raupenrädern. Er soll aber auch keine Rennen gewinnen, sondern einfach mit seinem Besitzer spielen, ihn unterhalten, ihm vielleicht sogar ein Haustierersatz sein.

Damit das gelingt, hat Anki Cozmo mit mehr als einer Million Zeilen Code bepackt. Vier Motoren treiben 50 Zahnräder. Eine Kamera und ein Infrarotlicht helfen ihm dabei, sich zurechtzufinden und seinen Besitzer zu erkennen. Und wenn man per App seinen Namen eingibt, dann kann er den auch aufsagen.

Die Augen sind groß und dunkel. Rund 800 Animationen haben ihm die Programmier mitgegeben, damit er zeigen kann, ob er sich gerade ärgert oder freut. Cozmo will eben nicht nur einfach ein ferngesteuertes Spielzeug sein, dank künstlicher Intelligenz soll er seinen Besitzer immer wieder überraschen. Je mehr man sich mit ihm beschäftigt, umso mehr kann er.

Bunte LED-Lichter

Cozmo bringt auch drei Würfel mit, sie haben bunte LED-Lichter. Wenn er sich mit sich selbst beschäftigen mag, stapelt er sie. Ansonsten spielt er damit "Fang mich" oder "Hau mich" mit seinem menschlichen Besitzer. Letzteres klingt brutaler, als es ist: Die Spieler bekommen einen blinkenden Würfel. Wenn sie die gleiche Farbe zeigen, schlägt man auf den eigenen Cube: Wer schneller ist, hat gewonnen. Natürlich kostet das Kraft. Zwischendurch muss man Cozmo immer wieder füttern, mit einem ebenfalls blinkenden Cube.

Wer etwas seriöser mit ihm umgehen will, kann mit Cozmo auch Programmieren üben, er hat eine Scratch-Variante, und für Entwickler hat Anki die Schnittstelle geöffnet. Der kleine Roboter kostet rund 230 Euro. Das ist günstiger als jeder Hund und jede Katze. Und er hat noch einen großen Vorteil. Wenn er nervt, schickt man ihn per App in den Schlafmodus. Mit leichtem Schnarchen schläft Cozmo dann recht schnell ein.

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