Kartendienst für iPhone und iPad Google veröffentlicht Maps-App für iOS

Apples schärfster Konkurrent Google ist mit einem eigenen Kartendienst auf iPhones und iPads zurück. Google hat das Programm grundlegend überarbeitet, nachdem Apple es im September von seinem Betriebssystem entfernt hatte.

Google Maps ist zurück auf Apple-Geräten: Seit Donnerstag ist das Programm kostenlos im App-Store zum Download verfügbar. Im Gegensatz zur vorigen Version werden die neuen Karten nun nicht mehr als schwergewichtige Bitmap-Grafiken ausgeliefert, sondern als schlanke Vektor-Grafiken, die unterwegs schneller geladen werden können. Verbessert wurde auch die Integration des Straßen-Panoramadienstes Google Streetview und der Google-Datenbank mit Ortsinformationen, in denen beispielsweise Restaurants oder Sehenswürdigkeiten beschrieben und bewertet werden.

Apple hatte mit der Markteinführung des iPhone 5 im September einen eigenen Kartendienst gestartet und gleichzeitig Google Maps vom neuen Betriebssystem iOS 6 geworfen. Apples eigene Karten-Applikation stieß aber wegen etlicher Fehler auf heftige Kritik der Nutzer.

Die Google-App für das iPhone entspricht nun in weiten Teilen dem Karteprogramm für das Google-System Android. So kann man Navigationsvorschläge für die Fahrt mit dem Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln sowie für den Gang zu Fuß bekommen. Zwei Funktionen, die auf Android umgesetzt wurden, fehlen allerdings in der iOS-Version: So kann man auf den Apple-Geräten bei Google Maps keine Suche oder Navigation mit einer Spracheingabe starten. Außerdem kann man keine Karten für eine Offline-Nutzung abspeichern.

Staumeldungen durch Nutzerdaten

Ähnlich wie bei der Karten-Anwendung auf einem Android-Gerät können die Apple-Kunden freiwillig und anonymisiert Geodaten ihres Smartphones an Google senden, um die Datenbasis für Staumeldungen zu erweitern. Wenn etliche Geräte in einem bestimmten Streckenabschnitt sich nicht oder nur langsam von der Stelle bewegen, interpretiert Google dies im Zusammenspiel mit anderen Datenquellen als Stau oder Verkehrsstörung.

Apple und Google haben jahrelang eng zusammengearbeitet. Im August 2006 wurde der damalige Google-Chef Eric Schmidt in den Verwaltungsrat von Apple gewählt und war an strategischen Richtungsentscheidungen beteiligt. Bei der Vorstellung des ersten iPhones im Jahr 2007 wurde Google offizieller Partner für die Online-Suche. Außerdem erhielt jedes iPhone die Anwendungen für Google Maps und den Google-Videoservice YouTube.

Mit dem Start des eigenen Mobilsystems Android im Jahr 2008 geriet Schmidt allerdings in einen Interessenkonflikt, da das System von Google vor allem gegen das Apple-System iOS gerichtet war. Im August 2009 gab Schmidt schließlich seinen Sitz im Apple-Verwaltungsrat auf. Apple-Chef Steve Jobs wertete das Verhalten von Schmidt als "Verrat" und kündigte einen "thermonuklearen Krieg" gegen Android an, da Google Ideen von Apple gestohlen habe. Nach dem Tod von Jobs bemühte sich der neue Apple-Chef Tim Cook um eine Abkühlung des Patentstreits mit Google.