Von Peter Stelzel-Morawietz

Mit GPS-Geräten und Software lassen sich Fotos aus Digitalkameras mit Positionsdaten versehen. Doch die Handhabung strapaziert manchmal die Geduld.

Es muss gar nicht die sprichwörtliche Fahrt ins Blaue sein. Auch nach einer dreiwöchigen Urlaubsreise wissen die meisten ein Jahr danach nicht mehr, wo genau sie welche Fotos gemacht haben.

Urlaubsbilder

Urlaubsbilder lassen sich künftig direkt mit Geodaten aufnehmen. (© iStock)

Anzeige

Die Lösung für mehr Übersicht im Bilderchaos heißt Geotagging. Dabei werden die digitalen Bilder mit exakten geographischen Positionsangaben versehen - gerade so, als würde man auf der Rückseite von Papierabzügen die exakten Längen- und Breitengrade notieren.

Technisch ist die Sache nicht allzu schwer. So wie bei jedem digitalen Foto mittlerweile Datum, Blende, Brennweite und Verschlusszeit in den Zusatzinformationen des Bildes, den sogenannten Exif-Daten, gespeichert sind, lässt sich das auch mit den Standort-Informationen machen.

Kartenprogramme zeigen mit ihrer Hilfe dann am PC oder Mac genau, wo und wann jedes Bild aufgenommen wurde. Dahinter steckt dieselbe Technik, wie man sie aus Navigationsgeräten fürs Auto kennt: der Satellitendienst GPS.

Bis zur Ortung vergeht Zeit

Allerdings lassen sich derzeit bezahlbare Kompaktkameras, die Geotagging mit einem eingebauten GPS-Chip unterstützen, an einer Hand abzählen. Nur das Modell ST1000 von Samsung gibt es schon für weniger als 200 Euro, alle übrigen kosten rund 300 Euro.

Für Spiegelreflexkameras mit dieser Funktion beziehungsweise Anschlussmöglichkeit für ein Zusatzgerät wird ein Mehrfaches verlangt. Es gibt zwar auch Foto-Handys mit GPS-Modul, die Telefonknipsen können aber wegen ihrer kleinen Sensoren in Sachen Bildqualität nicht wirklich konkurrieren.

Abgesehen vom Preis haben die meisten dieser Kameras das gleiche Problem wie jedes Auto-Navi: Es vergeht unter Umständen eine Minute, bis die Satellitensignale empfangen werden.

Blickrichtung gespeichert

Für einen Schnappschuss ist das natürlich indiskutabel, das Motiv im Ernstfall längst über alle Berge. Abhilfe schafft hier das sogenannte assisted GPS, das die Satellitenbahnen vorausberechnet und so innerhalb weniger Sekunden bereit ist. Von den kompakten Kameras verfügt nur die neue Sony DSC-HX5 über dieses schnelle GPS.

Das Sony-Modell hat im zweiwöchigen Praxiseinsatz denn auch überzeugt und glänzt darüber hinaus mit einer weiteren Funktion, dem Kompass. Neben der Position speichert die Kamera auch die Blickrichtung und zeigt diese auf dem Computer an.

Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite

  1. Sie lesen jetzt Urlaubsbilder mit Ortsmarke
  2. Was Geotagging-Aufsätze können
Leser empfehlen