Bei der Fotokamera-Entwicklung purzeln die Rekorde in alle Richtungen. Ein Gespräch über Allround-Geräte und die Trends der digitalen Fotografie.
Die Fototechnik entwickelt sich rasant. Eine Industrie befindet sich im Pixelrausch. Die Hersteller wetteifern um immer höhere Auflösungen, sowohl in kleinen "Digi-Cams" wie auch in großen Profikameras. Außerdem geht es um schnellere Bildverarbeitung und um Alleskönner-Kameras, die aber bloß nicht zu kompliziert in der Bedienung sein dürfen. Ein Gespräch mit Reiner Schmidt, Geschäftsführer des Photoindustrie-Verbandes, über die Trends der Fotografie.
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Mehr als die Hälfte der Haushalte in Deutschland verfügen über eine Digitalkamera. Im Ausland scheint es ähnlich zu sein, beweisen diese Touristinnen auf der Photokina in Köln 2006. (© Foto: dpa)
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sueddeutsche.de: Welche neuen Rekorde werden beim Pixelrennen aufgestellt?
Rainer Schmidt: Im Pixelrennen, das sich mehr und mehr zu einem nicht endenden Marathonlauf entwickelt, purzeln die Rekorde in jede Richtung. Mehr und mehr winzigere Pixel auf immer kleineren Sensoren werden zur photokina ebenso vermeldet wie Rekorde durch immer größere Pixel auf Sensoren mit Bildflächen, die dem traditionellen Mittelformat bei der Fotografie auf Film entsprechen.
Sensoren mit Bildflächen bis zum Kleinbildformat liefern heute bereits Auflösungen von über 20 Megapixel. Bis über die dreifache Pixelzahl erreichen Chips im 6 mal 4,5 Zentimeter großen Mittelformat. Die Hersteller digitaler Spiegelreflexkameras bringen neben den weit verbreiteten Modellen mit Sensoren im APS-C-Format nun auch Kameras mit hochauflösenden Vollformatsensoren heraus.
sueddeutsche.de: Ist der Pixelrausch alles?
Schmidt: Nein. Höhere Empfindlichkeiten sind Garant für größeren gestalterischen Spielraum auch ohne Blitz. Ein leistungsstarker Prozessor reduziert das Bildrauschen, beschleunigt die Verarbeitungsgeschwindigkeit und bietet eine realistische Farbwiedergabe.
sueddeutsche.de: Wie sieht es mit den Objektiven aus? Welche Neuigkeiten gibt es?
Schmidt: Die Objektive sind die Augen der Kameras. Moderne Objektive bieten deutlich mehr in Bezug auf Qualität, Flexibilität und die kreativen Möglichkeiten des Fotografierens. So übertreffen neue Zoomobjektive, die vorrangig für Digitalkameras gerechnet wurden, oft die Qualität älterer Festbrennweiten. Neben den auf die besonderen Anforderungen der Sensortechnik abgestimmten, optischen Konstruktionen, bieten Objektive der jüngsten Generation deutlich bessere Autofokusantriebe, effektivere Bildstabilisatoren, kompaktere Bauformen bei größeren Zoombereichen und umweltverträglichere Materialien.
sueddeutsche.de: Oft ist die Auslöseverzögerung ein Problem - vor allem bei Schnappschüssen.
Schmidt: Die Auslöseverzögerung gehört der Vergangenheit an. Heute geht es um die schnelle Bildverarbeitung nach der Aufnahme, denn die gewährleistet erst die Serienbildfunktion mit drei bis zu 60 Bildern in der Sekunde. Auch Bildbearbeitung ist heute direkt in der Kamera möglich und die großen Displays der aktuellen Modelle garantieren eine große Bedienerfreundlichkeit. Bei manchen Kameramodellen erfolgt über die Displays sogar die Menüsteuerung.
sueddeutsche.de:Können auch die kleinsten Kameras künftig alles?
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