Julian Assange über die Wikileaks-Schlammschlacht "Ich glaube, Domscheit-Berg ist ein Informant der Polizei"

Julian Assange erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen ehemaligen Mitstreiter: Im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" spekuliert der Wikileaks-Gründer, der deutsche Enthüller Daniel Domscheit-Berg könne mit der CIA kooperiert haben.

Julian Assange, der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, fühlt sich von internationalen Geheimdiensten verfolgt.

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte der 40-Jährige, Wikileaks werde sowohl von der CIA als auch von chinesischen Regierungsrechnern aus angegriffen. Die USA hält er für "die größte Spionagebehörde der Welt. Das Ausmaß der Überwachungen ist unglaublich."

Seinem ehemaligen engsten Mitarbeiter Daniel Domscheit-Berg wirft Assange vor, mit der CIA kooperiert zu haben: "Ich glaube, Domscheit-Berg ist ein Informant der Polizei."

Zudem untermauerte er seine Vorwürfe gegen die britische Zeitung The Guardian: Sie habe Passwörter weitergegeben, durch die Wikileaks-Informanten entschlüsselt werden konnten. Damit wollte der Guardian nach Assanges Ansicht auf ein verlagseigenes Buch aufmerksam machen.

Assange beteuerte, Wikileaks arbeite nach den "transparentesten Kriterien, die es bei irgendeiner Medienorganisation gibt". Das Material, das die Plattform veröffentliche, müsse von diplomatischer, politischer oder historischer Bedeutung sein, und die Quelle müsse bedroht werden, "sei es, dass sie um ihr Leben oder um ihre Freiheit fürchtet oder ihren Job verlieren könnte".

Assange steht derzeit in England wegen des Vorwurfs einer Vergewaltigung unter Hausarrest.

Das vollständige Interview mit Julian Assange lesen Sie in der Freitagsausgabe der Süddeutschen Zeitung.