Als besonders problematisch heben die Forscher das Online-Rollenspiel "World of Warcraft" (Welt der Kriegskunst) hervor, das weltweit meistverkaufte Spiel seiner Art. In dem Spiel schließen sich mehrere Akteure zusammen, um in einer Fantasy-Welt Aufgaben zu übernehmen und gegen computergesteuerte Monster zu kämpfen.
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Im Bann der virtuellen Welt: Zum Vergrößern bitte hier klicken. (© Grafik: SZ)
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Der Spieler kann mit seinen Mitspielern online sprechen, seine Spielfigur im Laufe der Zeit aufsteigen. Weil "World of Warcraft" (WoW) im Vergleich zu Shooter-Spielen als weniger brutal gilt, wurde es mit einer Altersfreigabe von zwölf Jahren versehen.
Jeder dritte männliche WoW-Nutzer gab in der Umfrage an, das Spiel täglich im Schnitt mehr als viereinhalb Stunden zu spielen. Männliche Schüler, die WoW spielen, fallen im Vergleich zu anderen Jugendlichen häufiger durch deutlich schlechtere Schulnoten und mehrfaches Schwänzen auf.
Dieser Effekt sei in allen Schulformen und unabhängig vom Bildungsniveau im Elternhaus festzustellen, Gymnasiasten zeigten sich ähnlich anfällig für das Dauerdaddeln wie Hauptschüler. Ob ein Jugendlicher süchtig werde, hänge durchaus von der Art des Spieles ab, nicht nur von Charakter oder Lebensumständen des Spielers.
Jungen anfälliger als Mädchen
Auffällig ist, dass Jungen deutlich häufiger und länger vor dem Computer spielen als Mädchen (siehe Graphik) und auch häufiger in eine Abhängigkeit verfallen. So gelten lediglich 0,8 Prozent der Mädchen als abhängig oder suchtgefährdet, aber 7,7 Prozent der Jungen.
Im Vergleich zu einer KfN-Schülerbefragung aus dem Jahr 2005 ist das Computerspielen deutlich beliebter geworden. Bei Jungen nimmt es als Freizeitbeschäftigung nach Fernsehen- und DVD-Schauen bereits den zweiten Platz ein, vor Familienunternehmungen oder Sporttreiben.
Als Konsequenz fordern die vier Autoren der Studie, die Alterseinstufung für "World of Warcraft" und andere Online-Spiele auf 18 Jahre heraufzusetzen. "Mit der jetzigen Einstufung ab zwölf Jahre sendet der Staat an die Eltern das völlig falsche Signal aus", kritisierte der Mitautor der Studie, der Kriminologe Christian Pfeiffer.
Das Suchtpotential eines Spiels müsse bei der Altersfreigabe künftig berücksichtigt werden. Außerdem müsse eine Abhängigkeit - genauso wie Glücksspielsucht - von den Krankenkassen als psychisches Leiden anerkannt werden, um Therapien zu erleichtern.
Der Geschäftsführer der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), Olaf Wolters, bezweifelte, dass es möglich ist, die Suchtgefahr eines Spieles zuverlässig festzustellen. "Es ist unmöglich herauszufinden, wie fesselnd ein Spiel ist", sagte er der SZ.
Die USK prüft Computerspiele und bereitet die Alterskennzeichnung durch die Jugendministerien der Länder vor. Es sei problematisch, hier von Sucht zu sprechen, es gehe vielmehr um "exzessives Spielverhalten". Dieses sei beispielsweise durch Zeitbegrenzer in den Spielen einzuschränken. Erziehungsberechtigte könnten zudem schon heute die Spielerkonten ihrer Kinder bei den Anbietern sperren lassen.
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(SZ vom 16.03.2009/cag)
Kuriose Schilder (4)
So mannigfaltig hier Verantwortliche gesucht (und gefunden) werden, so mannigfaltig sind wohl auch die Ursachen für diese Taten.
Wenn jeder Jugendliche / Mensch, der "Killerspiele" spielt, zum Amokläufer würde, dann hätte unsere Alterspyramide unten wohl noch mehr Schwachstellen...
Politiker können natürlich Handlungsabsicht vortäuschen, indem sie aus Aktionismus ein Feindbild kasteien, aber das Problem wird weiterhin bestehen.
Man kann sich anstatt: "Warum laufen einige Jugendliche amok und andere nicht?" genausogut fragen: "Warum laufen einige Killerspieler amok und andere nicht?"
Und erst dann treten wohl die wahren Probleme zutage. Perspektivlosigkeit, Persönlichkeitsstörungen, Desinteresse der Eltern, Keine Freunde, Frust, Leistungsdruck und und und...
Wahnsinn da wird ein Artikel mit "Gewaltorgien" und dem flachen "Killerspiel"-Stichwort aufgemacht und inhaltlich geht es dabei in erster Linie um Spielesucht, die vor allem bei Rollenspielen vorkommt.
Alibimäßig wird dann noch der pauschale und inhaltlich falsche Satz "Shooter-Spiele, bei denen der Nutzer möglichst viele Spielfiguren erschießen muss" eingefügt.
Ganz ganz trauriges Bild, das die Massenmedien in Bezug auf die Unterhaktungskultur heutige Jugendlicher abgeben.
mitschuldig am Fehlverhalten von Menschen sind, warum verbietet man nicht (kennt noch jemand die Zeichentrickserie 'Schweinchen Dick', die abgesetzt wurde?) 'Die Leiden des jungen Werther' von Goethe. Ein Buch, das nach seiner Veröffentlichung zu einer starken Zunahme der Selbsttötungen führte (Werther Effekt). Oder, wie schon öfters von mir erwähnt, die Bibel, die in vielen Passagen Gewalt als Mittel zum Durchsetzen von Interessen anpreist? Oder andere Bücher?
Fernsehn ist bei dieser Diskussion heute weitgehend aus der Schusslinie geraten, Bücher gelten schon länger als 'harmlos'. Aber die Befürchtungen, als diese Medien neu waren, sind dieselben, die heute gegen Computer geäußert werden.
Ich möchte es frei nach Heinrich Heine so formulieren: "Das ist ein Vorspiel nur, wo man Medien verbannt, verbannt man auch am Ende Menschen."
Heute bei Computerbild Spiele:
Test: Actionspiel für PS3, X360
Resident Evil 5: Gelungene Zombiehatz
Weniger Grusel, mehr Kampf knallige Sonne statt graue Wolkensuppe: Capcoms Action-Marathon schlägt ein.
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Liebe Bild: wollen Sie uns alle verar......en?
Dieser moralinsaure Zielgruppen-Journalismus einerseits und andererseits Lobpreisungen aus ein kommendes "Killerspiel".....tzzzzz tzzzzzz tzzzzz ;-)
... sollte man mal fragen bei welchem Jugendlichen ab 15 man keine "Killerspiele" findet?
Wo die waren Ursachen für diese Wahnsinnstag sind kann nur vermutet werden. Das diese aber in unserer Gesellschaft liegen halte ich für sehr warscheinlich und auch die Medien spielen eine große Rolle.
In Afrika verhungern Kinder, weil wir unsere Agrarprodukte Subventionieren, das Israelische Militär setzt international geächtete Waffen gegen die Zivilbevölkerung ein.. ganze Länder werden aus fadenscheinigen Gründen angegriffen, später stellen sich diese Kriegsgründe als dreiste Lüge heraus.
Vielleicht ist es ja gerade diese Unehrlichkeit, Verlogenheit, Ungerechtigkeit und die Machtlosigkeit die Jugendliche zu solchen Taten verleitet. Ein Hilfeschrei....
Paging