IT-Sicherheit Warum iPhone-Nutzer auf neue Funktionen warten müssen

iPhone-Nutzer werden wohl länger auf neue Features warten müssen.

(Foto: REUTERS)
  • iPhone- und iPad-Nutzer müssen wohl etwas länger auf neue Funktionen warten.
  • Medienberichten zufolge will sich Apple eher um Qualität der Software kümmern und Fehler vermeiden.
  • In den letzten Monaten leistete sich Apple mehrere Pannen und verärgerte damit die Kunden.
Von Marvin Strathmann

Normalerweise veröffentlicht Apple jedes Jahr im Herbst ein großes iOS-Update mit vielen neuen Funktionen. Aber Berichten von Bloomberg und Axios zufolge, wird der Konzern dieses Jahr mit iOS 12 wesentliche Neuerungen verschieben und sie erst 2019 für iPhone- und iPad-Nutzer verfügbar machen. Dazu zählen beispielsweise ein neuer Homescreen und eine überarbeitete Oberfläche für die Carplay-Funktion im Auto, schreibt Axios. Auch Verbesserungen der Mail-App und der Bildbearbeitung sollen erst nächstes Jahr erscheinen.

Software-Chef Craig Federighi soll den Entschluss während einer Besprechung mit Mitarbeitern verkündet haben. Auch für das Mac-Betriebssystem sollen in diesem Jahr weniger Features erscheinen, allerdings ist es nicht so stark betroffen wie iOS.

Statt auf neue Funktionen will sich Apple den Berichten zufolge auf Qualität und Geschwindigkeit der neuen Software konzentrieren. Das wäre ein sinnvoller Schritt für das Unternehmen. Lange war Apple dafür bekannt, nahezu fehlerfreie und gut getestete Software-Updates zu veröffentlichen. Doch in den vergangenen Monaten haben sich kuriose Fehler und schwerwiegende Sicherheitslücken gehäuft:

  • Apples iPhone kämpfte immer wieder mit dem Akku: Benötigten ältere Geräte sehr viel Leistung, etwa für ein aufwendiges 3D-Spiel, konnte es passieren, dass sie sich abschalten. Per Software-Update drosselte Apple schließlich die Leistung älterer Geräte, um das Abschalten zu verhindern. Die Nutzer erfuhren davon allerdings nichts. Nach einer Entschuldigung bietet das Unternehmen Besitzern nun günstigere Akkus an.
  • Am 2. Dezember stürzten etliche iPhones ab. In Kombination mit bestimmten Benachrichtigungen zwang die Datumseinstellung das Gerät in die Knie, es startete immer wieder neu. Apple riet Nutzern zunächst, einfach die Zeit um einen Tag zurückzustellen, veröffentlichte dann aber doch eilig ein Update.
  • Nach einem Update auf iOS 11.1 erlebten einige Nutzer einen Fehler der Autokorrektur: Aus einem "i" machte das Handy ein "A" mit einem Fragezeichen dahinter. Auch diesen Fehler musste Apple mit einem Update beheben.
  • Im November wurde eine Sicherheitslücke in Apples Desktop-Betriebssystem MacOS High Sierra bekannt. Gaben Nutzer den Benutzernamen "root" ein und klickten mehrmals auf den Entsperren-Button, konnten sie sich als Administrator mit eweiterten Rechten einloggen. Dazu mussten sie kein Passwort eingeben. So könnten fremde Menschen relativ einfach einen Mac entsperren und auf Dateien zugreifen. Ein Notfall-Update von Apple schloss die Lücke, aber auch dabei schlampte das Unternehmen: Manche Nutzer mussten ihre Geräte nach einigen Updates erst manuell neustarten, um den Fehler endgültig zu beheben. Apple wies aber nicht selbst darauf hin.
  • 1+2+3 = 24. Zu diesem Ergebnis kamen die Taschenrechner auf iPads und iPhones im Oktober. Die Animation der App verlangsamte vermutlich die Eingabe, sodass der Taschenrechner 1+23 berechnete. Im Dezember behob Apple den Fehler.

"It just works", betonte Apple-Gründer Steve Jobs immer wieder das Motto - es funktioniert einfach. Das stimmt in letzter Zeit für Apple-Produkte oft nicht mehr. Nun soll der Fokus auf Qualität, Leistung und Sicherheit die Nutzer beruhigen, die sich mit den Fehlern des Unternehmens herumschlagen müssen.

Ganz ohne Neuerungen wird aber wohl auch iOS 12 dieses Jahr nicht auskommen. Axios zufolge sind nach wie vor Verbesserungen für Augmented-Reality-, Gesundheits- und Eltern-Funktionen geplant. Es ist nicht das erste Mal, dass Apple die Qualität in den Vordergrund stellen will: Schon 2015 wollte das Unternehmen sich mit den damals neuen Updates iOS 9 und OS X 10.11 eher auf die Leistung und die Qualität konzentrieren und weniger auf neue Funktionen. Auch damals waren zuvor mehrere Software-Fehler bei Apple aufgetreten.

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