Islamismus Twitter sperrt 125 000 Konten mit Terror-Bezug

  • Twitter gibt an, seit Mitte 2015 etwa 125 000 Konten wegen Terror-Bezug gesperrt zu haben.
  • Die US-Regierung fordert von Tech-Firmen, mehr gegen die Verbreitung radikaler Nachrichten zu tun.
  • Die Witwe eines in Jordanien getöteten US-Polizisten klagt in diesem Zusammenhang gegen den Konzern.

Twitter: Haben 125 000 Konten gesperrt

Twitter hat nach eigenen Angaben seit Mitte 2015 mehr als 125.000 Benutzerkonten wegen Terrordrohungen oder der Förderung des Terrorismus gesperrt. In dem meisten Fällen habe eine Verbindung zur Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) bestanden, teilte der Kurznachrichtendienst in seinem Firmen-Blog mit. Zudem sei die Zahl der Mitarbeiter erhöht worden, die Hinweisen auf entsprechende Fälle nachgingen. Man wolle künftig mit verstärkt mit Anti-Spam-Technologie Benutzerkonten suchen und automatisch markieren. Allerdings gebe es keinen "magischen Algorithmus" gegen solche Botschaften.

Druck aus Washington

Anfang Januar erst hatten sich US-Regierungsmitarbeiter mit Vertretern amerikanischer Technologie-Firmen in Kalifornien getroffen und auf ein stärkeres Engagement im Kampf gegen die Social-Media-Aktivitäten dschihadistischer Vereinigungen gedrungen. Dabei war Berichten zufolge auch um eine bessere Erkennung von Islamismus-Sympathisanten ein Thema. Eine weitere Forderung aus Washington, die Verschlüsselung abzuschwächen, stößt in der Branche derzeit auf Ablehnung.

Propaganda und Klage

Der IS hat in der Vergangenheit ausgiebig Internet-Dienste wie Twitter zur Verbreitung seiner Ideologie genutzt. Erst im Januar hatte eine Frau aus Florida deshalb Twitter verklagt: Der Konzern habe zu wenig gegen die "Mudschatweets" genannten radikalen Nachrichten getan und trage daher eine Mitschuld am Tod ihres Ehemanns. Der US-Polizist war beim Angriff von Islamisten auf ein Trainingszentrum für Polizisten in Jordanien ums Leben gekommen. Die Klage gilt allerdings als wenig aussichtsreich. Twitter, das auch wirtschaftlich unter Druck steht, erklärt nun, angesichts der Maßnahmen würden Dschihadisten vermehrt auf andere, kleinere Dienste zurückgreifen.

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