IP-Adressen werden knapp, deshalb testen Firmen wie Facebook und Google jetzt das neue Internet-Protokoll. Warum sie das tun und warum die Seiten heute langsamer laden könnten - die wichtigsten Fragen und Antworten.
Warum sind neue IP-Standards notwendig?
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Der bisherige Standard IPv4 ermöglichte es, 4,3 Milliarden IP-Adressen zu generieren. In den Anfangsjahren des Internets gingen die Entwickler davon aus, dass dies reiche. Durch den starken Anstieg an internetfähigen Geräten stieß IPv4 aber schnell an seine Grenzen. Bis spätestens Ende 2011 sollen die letzten IP-Adressen aufgebraucht sein. Doch der Bedarf steigt weiter an: Experten sprechen etwa von internetfähigen Autos, Kühlschränken, Hundehalsbändern oder Golfbällen. Um genügend Adressen zur Verfügung zu haben, wurde mit IPv6 ein neues Format entwickelt.
Was ist der Unterschied zwischen IPv4 und IPv6?
Die IP-Adressen nach dem alten Standard bestehen aus 32 Ziffern. Beim IPv6-Format besteht jede Internetadresse aus 128 Stellen. Dadurch sind 340 Sextillionen Adressen möglich - als Zahl: 340.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000. Somit sollen IP-Adressen auch nicht mehr mehrfach verwendet werden, wie es derzeit der Fall ist. Das biete dem Verbraucher neue Möglichkeiten, er könnte dann beispielsweise von unterwegs über Smartphone seine Heizung "anwählen" und regulieren, weil jeder Heizkörper seine feste Adresse habe. Die meisten Internet-Provider planen jedoch, wahlweise feste und wechselnde IP-Adressen anzubieten.
Was passiert am Test-Tag?
Große Unternehmen weltweit bieten ihre Internetseiten 24 Stunden lang über beide, nicht miteinander kompatible Standards an. Dann liefern die Nameserver beim Aufruf einer Internetseite eine IPv4- und eine IPv6-Adresse.
Welche Firmen nehmen an dem Testlauf teil?
Das sind unter anderem die Deutsche Telekom, O2 Online, Strato AG, Google und Facebook. Die vollständige Liste gibt es hier.
Kommt es zu Problemen beim Aufruf von Websites?
Die meisten Nutzer werden nichts merken, allerdings kann es bei Websites von teilnehmenden Firmen zu Problemen kommen. Laut Schätzungen des German IPv6 Council könnten 0,05 Prozent aller Internetnutzer unter fehlerhaften Konfigurationen und damit einem verzögerten Seitenaufbau leiden.
Was kann der Nutzer tun, wenn er die gewünschte Website nicht mehr aufrufen kann?
Am besten gibt man seinem Internetprovider Bescheid. Mit den teilnehmenden Firmen, werden diese an der Fehlerbehebung arbeiten. Um die möglichen Probleme zu umgehen, reicht es oft aus, ein aktuelles Betriebssystem zu verwenden. Manchmal müsse laut deutschem IPv6-Rat auch eine Einstellung im Router des Heimnetzwerks verändert oder dessen Software aktualisiert werden.
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(sueddeutsche.de/afp/mri/joku)
Rekord in Deutschland
Leider hat der Verfasser/die Verfasserin nicht verstanden, was er/sie schreibt. Eine IPv4 Adresse besteht aus 32 Bit nicht 32 Ziffern. Übliche Schreibweise: 4 Dezimalzahlen, die durch Punkte getrennt sind. Also z.B. 83.204.17.149, da komme ich auf 10 Ziffern. Bei IPv6 sind es dann 128 Bit. Die übliche Schreibweise sind 8 Gruppen aus jeweils 4 Hexadezimalzahlen, die ebenfalls durch Doppelpunkte getrennt sind, also maximal 32 Ziffern/Buchstaben. Sehr schön auch der Satz: "Die meisten Internet-Provider planen jedoch, wahlweise feste und wechselnde IP-Adressen anzubieten." Machen die das aus Gemeinheit, damit ich die Heizung nicht mehr vom Cafe aus regeln kann?
10 Minuten Wikipedia-Recherche bevor so ein Artikel 100.000fach gedruckt wird ist nicht mehr drin bei der SZ?
"Somit sollen IP-Adressen auch nicht mehr mehrfach verwendet werden, wie es derzeit der Fall ist." - das bedeutet, jeder Nutzer ist immer und jedem gegenüber eindeutig identifizierbar. Das ist, als würde man mit Name, Geburtsdatum und Wohnort auf der Stirn durch die Welt laufen.
Aber zum Glück haben wir alle ja nichts zu verbergen.
...allerdings habe ich mit IPv6 einige Bauchschmerzen. Es ermöglicht z.B. die Priorisierung von Paketen beim Transport.
Würde es z.B. für die Vorrangigkeit von medizinischen "Remote-OPs", Echtzeitübertragungen usw. verwendet, wäre das ja kein Thema.
Allerdings könnten es die Anbieter auch missbrauchen, um die grundsätzliche Netzneutralität aufzuweichen.