Doch so idealistisch die Motivation sein mag, einige Methoden der Wikileaks-Verantwortlichen sind durchaus umstritten: Assanges Prinzip "In doubt we publish" führte dazu, dass unter anderem private E-Mails der US-Politikerin Sarah Palin oder die Mitgliederliste der rechtsextremen British National Party, inklusive Name, Adresse, Beruf und Alter den Weg auf die Seite fanden.
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Die Grenze zwischen öffentlichem Interesse und Schutz der Privatsphäre seien hier überschritten worden, argumentieren Kritiker. "Das ist sehr schwierig", räumt auch Schmitt ein, "aber wenn wir einmal einen Teil der Dokumente zurückhalten würden, würde unsere Schwelle sinken, noch mehr zu zensieren."
Die größten Fallstricke sind derzeit jedoch nicht rechtlicher, sondern finanzieller Natur: 200.000 Dollar pro Jahr kosten Server und Verwaltung von Wikileaks, 400.000 Dollar würden nach Schmitts Angaben dazukommen, um die Seite zu professionalisieren und die bislang ehrenamtliche Arbeit zu bezahlen. Die Kosten für das Irak-Video beispielsweise veranschlagt Schmitt auf 50.000 Dollar - es dauerte mehrere Monate, es zu entschlüsseln, technische Verbesserungen vorzunehmen und mit Augenzeugen zu reden, um den Hergang zu rekonstruieren.
Ein neues Video kommt
Ende des vergangenen Jahres ging die Seite deshalb vom Netz - ein Weckruf, der fruchtete: Zwar sind viele Unterseiten weiterhin nicht erreichbar, doch sind inzwischen nach Schmitts Angaben umgerechnet etwa 465.000 Dollar an Spenden eingegangen, der Weiterbetrieb scheint gesichert. Zudem berät das isländische Parlament gerade darüber, das Land zu einem "sicheren Hafen" für Enthüllungsseiten zu machen und den Rechtschutz für solche Portale zu verbessern. Um seine Informanten zu schützen, agiert Wikileaks bereits von Servern in verschiedenen Ländern, zum Beispiel Schweden, wo der Quellenschutz Verfassungsrang hat.
Schlagzeilenträchtiger als die Lösung der Organisationsprobleme werden jedoch die anstehenden Enthüllungen sein: So kündigt Schmitt an, dass Wikileaks in den nächsten Wochen ein Video aus Afghanistan veröffentlichen werde, dessen Inhalt dem des Irak-Videos ähnele. Auch bei der rechtsextremen NPD dürfte man derzeit unruhig schlafen: In den nächsten Wochen sollen 37.000 E-Mails der Partei online gehen.
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- Wikileaks-Video "Wie die Bilder aus Abu Ghraib" 07.04.2010
- David Irving Hacker attackieren Holocaust-Leugner 18.11.2009
- Enthüllungsseite Wikileaks im Visier des Geheimdienstes 16.03.2010
- 9/11-Textnachrichten veröffentlicht "Das ist das Ende der Welt" 26.11.2009
- Wikileaks: Video aus Bagdad Später Sieg über das Militär 07.04.2010
- Irak: Video zeigt US-Armee beim Blutbad Soldaten als Mörder 06.04.2010
(sueddeutsche.de/woja)
Probleme beim Berliner Flughafen lange bekannt
Sehr schoener Schachzug des US Militaers: Die wissen nicht, wo das Video ist und koennen von daher nichts zu dem Video mehr sagen.
Der Link dazu ist bei der Huffington Post (einem der bekanntesten Blogs/alternativen Medien in den USA):
http://www.huffingtonpost.com/2010/04/07/wikileaks-iraq-killings-v_n_528414.html
Klar, kann schon sein, daß manche der Informanten bei der Weitergabe von Geheimnissen gegen das Gesetz verstoßen haben (z.B. gegen §353b, geschaffen 1936). Wenn aber andere Leute gegen andere Gesetze verstoßen, um Daten über Steuerhinterziehung verkaufen zu können, und zwar offenbar nicht aus idealistischen Gründen, sondern zur persönlichen Bereicherung, da sie ja Millionen dafür verlangen, dann hat dieser Staat und auch große Teile der Öffentlichkeit (zumindest die, die intellektuell und moralisch auf der ziemlich gleichbleibenden Höhe der Online-Boulevard-Angebote von BILD bis SZ stehen) keine Skrupel, zuzugreifen
Ein Schelm, wer Arges dabei denkt. Und... nee, vergeßt das lieber gleich, ich habe keine Konten im Ausland, mir geht es um rechtsstaatliche Prinzipien, nicht um meine Haut.
Man muss schon blind sein, wenn man zwischen 1.Mai-Randalierern und Mördern keinen Unterschied sehen möchte. Zwar hat der 1.Mai seinen historischen Höhepunkt längst hinter sich, weshalb sie nichts weiter ist als ein sinnloses Gebaren von ewig gestrigen Revoluzzern, nichtsdestotrotz ist der Zivile Ungehorsam bzw. der Widerstand ein Menschenrecht.
Was den Unterschied zwischen diesen Parteien macht, ist der politische Wille, der einem Verbrechen mangelt.
Wenn in D ein Verbrecher (Mörder etc.) verhaftet wird, dann: Bild mit Balken, Name gekürzt ("Karl B.") usw.
Alles wegen Datenschutz, Persönichkeitsrechten usw.
Oder sich aufregen wegen einer Kundenkarte von Payback wegen Datengeheimnissen. Aber "sonst"darf man Alles.
Z.B.: ich hätte mal gerne eine Liste der "Personen", die 1.Mai randalieren (hat schon ein Kommentator heute vermerkt). Wo bitte ist da ein Unterschied zu den anderen Straftaten?
Wenn schon, denn schon...
Professioneller Journalismus ist nicht ersetzbar.
Warum wurde das Video nicht an Reuters übergeben?
Die hätten das sicher auch öffentlich gemacht.
Paging