Im Alltag fällt es kaum auf, aber noch immer gibt es in Deutschland viele Menschen ohne Internetzugang: Fast 22 Prozent der Bevölkerung verzichtet auf Zugang zum Netz. Die junge Generation hat indes eine ganz andere Haltung zum Online-Leben entwickelt, wie eine neue Studie zeigt.
Immer und überall scheinen die Menschen mit dem Internet verbunden. Mit ihrem Computer, Smartphone oder sogar Fernseher. Demnächst sollen die User ihre Daten gänzlich in der Datenwolke Internet speichern, um noch besser von überall darauf zugreifen zu können. Dabei übersieht man schnell, dass es immer noch Menschen gibt, die keine User sind, die gänzlich auf das Internet verzichten.
Bild vergrößern
Im internationalen Vergleich liegt Deutschland auf Platz 7 bei der Internetnutzung. (© dpa)
Anzeige
Immerhin fast jeder fünfte Bundesbürger zählt zur Gruppe der "überzeugten Offliner", wie der nun vorgestellte (N)Onliner-Atlas 2011 zeigt. "Das sind immerhin 15,5 Millionen Menschen", betonte der Geschäftsführer des Forschungsinstituts TNS Infratest, Robert Wieland in Berlin. Im Umkehrschluss zeigt die Studie aber auch: Inzwischen sind mit 74,7 Prozent fast drei Viertel aller Bürger über 14 Jahren online.
Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil der Onliner damit um 2,7 Prozent zwar deutlich, aber abgeschwächter als früher. Gerade die jungen Menschen kennen offenbar praktisch keine Welt ohne Internet: 97,3 Prozent der 14 bis 29-Jährigen sind online. Die Altersgruppe ab 70 Jahren ist mit deutlichem Abstand am seltensten im Internet unterwegs: Nur knapp ein Viertel der Senioren surft im Netz.
Der digitale Graben entlang von Alter, Einkommen und Geschlecht sei immer noch deutlich auszumachen, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Hans-Joachim Otto (FDP). Laut der Studie nutzen nur 53 Prozent der Haushalte mit einem Nettoeinkommen von unter 1000 Euro das Internet, bei einem Einkommen von mehr als 3000 Euro sind es dagegen 92,3 Prozent.
Der typische Onliner ist der Untersuchung zufolge eher männlich, 41,5 Jahre alt, berufstätig und lebt bei einem Haushaltsnettoeinkommen von 2380 Euro in einem Haushalt mit zwei bis drei Bewohnern. Der typische Offliner ist eher weiblich, 66,8 Jahre alt, nicht mehr berufstätig und lebt bei einem Nettoeinkommen von 1560 Euro in einem Haushalt mit ein bis zwei Bewohnern.
Das männliche Netz
Die Internetnutzer in Deutschland sind mehrheitlich männlich: Während Frauen eine Nutzungsquote von 68,9 Prozent erreichen, liegt diese bei Männern bei 80,7 Prozent. Allerdings war der Abstand noch nie so gering wie in diesem Jahr. Der digitale Graben in der Gesellschaft schließt sich also langsam.
Beim Vergleich der Bundesländer liegt Bremen mit einer Quote von 80,2 Prozent an der Spitze. Die neuen Bundesländer belegen die letzten Plätze, allerdings wächst hier die Nutzungsquote stärker. Thüringen weist mit einem Plus von 5,6 Prozentpunkten die höchste Zuwachsrate aller Bundesländer auf; ein deutliches Plus gab es auch in Mecklenburg-Vorpommern (5,2 Prozent Zuwachs) und Sachsen (4,7 Prozent Zuwachs).
Internet-Traumregion Skandinavien
Im internationalen Vergleich liegt Deutschland mit 80 Prozent Onlinern - hier wird nur die Altersgruppe 14- bis 74-Jähriger gezählt - auf dem siebten Platz. Spitzenreiter sind Island und Norwegen mit jeweils 93 Prozent. Das liegt auf der einen Seite an einer anderen Bevölkerungsstruktur dieser Länder, aber auch am besseren Ausbau von Breitbandanschlüssen gerade im ländlichen Bereich. Hier gibt es in Deutschland noch einige Gebiete, die auf einen Anschluss warten.
Die Initiative D21, ein Netzwerk aus Politik und Wirtschaft, erstellt seit 2001 Analysen zur Internetnutzung. Basis des (N)Onliner-Atlas sind mehr als 30.000 Interviews des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest. Seit Beginn der Umfragen vor zehn Jahren hat sich die Internetnutzung massiv gewandelt. 2001 waren gerade einmal 37 Prozent der Deutschen online. Seither stieg der Anteil der Onliner stetig.
- Umfrage zum Datenschutz im Internet Deutschland mag es extrem 28.06.2011
- Studie: Internetnutzung in Deutschland Die neue Offline-Unterschicht 02.12.2010
- Deutscher (N)Onliner-Atlas Online steht die Mauer noch 08.07.2010
- Studie zu Partnerbörsen Zweifel beim Online-Flirt 12.03.2010
- Studie zum Gruppenverhalten Vertrauenskiller E-Mail 19.06.2010
- Hacker-Simulation Jedes Bankkonto ist angreifbar 30.11.2011
- Friedrichs Internet-Grundsatzrede Wie ein Innenminister Netzpolitik simuliert 30.11.2011
(sueddeutsche.de/dpa/afp/luko)
Und inwiefern?
... scheinen in letzter Zeit 75% der Artikel zu haben die ich auf der SZ lese.
SZ Werbung 8 Wochen blocken oder SZ lesen fürs erste einstellen ... wahrscheinlich ist es sinnvoller das lesen einzustellen, weil die Zeitverschwendung solcher Artikel zu gravierend ist.
Auf wiedersehen,
SZ raus aus dem News Feeder.
ich verzichte ebenfalls völlig auf Internet. Komplett !
;-)
Und wie sieht diese "ganz andere Haltung" jetzt aus? Sagt die Studie darueber irgendwas aus? Und vor allem darueber, wie das Internet genutzt wird?
Nur Zahlen aus einer Statistik zu einem Text umbauen macht noch keinen interessanten und vor allem keinen aussagekraeftigen Artikel.
ins Internet, weil surfen macht dumm. Wozu sollte ich mir denn einen Brauser leisten, ich hab' doch schon eine Badewanne. Und das kann ich alleine.
Surfen kommt aus Hawaii im Pazifik. Da geh' ich lieber schifoahn.
CU