Internet Wie bei Facebook: Twitter plant Timeline mit Algorithmus

Twitter nähert sich immer mehr Facebook an.

(Foto: REUTERS)
  • Twitter plant laut Buzzfeed eine Timeline, die nach einem Algorithmus funktioniert.
  • Vorbild ist Facebook, wo diejenigen Beiträge erscheinen, die die User nach Ansicht des Unternehmens am meisten interessieren.

Einer der großen Unterschiede zwischen Twitter und Facebook ist, dass bei Twitter Tweets in chronologischer Ordnung angezeigt werden und nicht wie bei Facebook einem Algorithmus folgend, der Nachrichten für die User auswählt. Oder besser: Das war ein großer Unterschied. Denn Twitter plant laut Buzzfeed, ebenfalls einen Algorithmus nach dem Vorbild von Facebook einzuführen. Möglicherweise schon nächste Woche.

Tweets würden dann nicht mehr einfach gemäß ihrer zeitlichen Abfolge in der Timeline der User erscheinen. Vielmehr sollen diejenigen Tweets erscheinen, von denen der Twitter-Algorithmus annimmt, dass sie die User am meisten interessieren. Buzzfeed zufolge wurde die Twitter-Version mit vorausgewählter Timeline mit einer kleinen Gruppe von Usern getestet. Noch sei unklar, ob Twitter-User die kuratierte Timeline aufgzwungen bekommen oder sich zwischen chronologischer Ordnung und Algorithmus entscheiden können.

Falls nicht, könnte dies für Nutzer, die Twitter als eine Art Nachrichten-Ticker nutzen, zum Problem werden. Wichtig ist ihnen nämlich nicht unbedingt, welche Tweets das Unternehmen als besonders interessant auswählt, sondern zu welchem Zeitpunkt etwas passiert ist.

Ratlosigkeit und Unverständnis bei den Usern

Im Netzwerk regte sich auch gleich großer Unmut. Dass Twitter zum kleinen Bruder von Facebook verkommt, kritisieren viele. Andere sehen die chronologische Anzeige als Basis-Eigenschaft von Twitter, die nun verloren geht.

Seit Jack Dorsey neuer Chef bei Twitter ist, gab es mehrere Veränderungen bei dem Mikroblogging-Dienst. Das Stern-Symbol etwa, das weder eine Zustimmung noch Ablehnung symbolisierte, sondern vielmehr dazu diente einen Tweet als interessant zu markieren oder hervorzuheben, musste einem Herz weichen. Es ähnelt nun stark den Likes auf Facebook. Außerdem ist wohl geplant, das Limit von 140 Zeichen pro Tweet aufzuheben.