Internet: Suchgigant droht Google: In China doch nicht böse

Lange zensierte Google seine Suche in China, nun spielt der Online-Riese nicht mehr nach Pekings Regeln. Was sind die Folgen? Wichtige Antworten.

Von Johannes Kuhn

Eine PR-Maßnahme oder Rückbesinnung auf die Menschenrechte? Google hat angekündigt, die Suchergebnisse auf seiner chinesischen Seite nicht mehr zensieren zu wollen. Der Grund: Im Dezember 2009 habe es "hochentwickelte und gezielte" Hacker-Angriffe gegen Google und etwa 20 weitere US-Unternehmen gegeben, schreibt David Drummond, Chef der Rechtsabteilung, auf dem Blog des Internet-Konzerns.

Unbekannte hatten am Morgen Blumen vor dem Google-Bürokomplex in China abgelegt

(Foto: Foto: AFP)

Die Attacken seien von chinesischen Rechnern ausgeführt worden und hätten vor allem die E-Mail-Konten chinesischer Menschenrechtsaktivisten als Ziel gehabt. Die Angreifer hätten Zugang zu zwei Einträgen gehabt, den Inhalt der E-Mails allerdings nicht einsehen können.

Mit dem Verzicht auf Zensur nimmt Google in Kauf, in China künftig gesperrt zu werden - und seine dortigen Niederlassungen schließen zu müssen. Doch neben den wirtschaftlichen Verlusten könnten auch diplomatische Verwerfungen drohen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Google-Ankündigung.