Von Von Helmut Martin-Jung

Wer an den falschen Stellen klickt, riskiert beim ungeschützten Internet-Verkehr immer einen Wurmbefall. Zur Zeit jedoch schwappt wieder einmal ein neuer Vertreter dieser Gattung via E-mail durchs Netz und ein besonders fieser dazu.

MyDoom heißt das unfreundliche Stück Software passender Weise, mein Untergang. Durch Doppelklick auf den Anhang aktiviert, durchsucht der Wurm die Festplatte nach Mailadressen, um sich weiter zu verbreiten. Und, schlimmer noch: Er öffnet eine Hintertür im Computer, die es Hackern erlaubt, vom Internet aus auf den PC zuzugreifen.

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Ziel der Attacke ist es offenbar, zum 1. Februar einen Großangriff auf das Internetangebot von SCO vorzubereiten. Die befallenen Computer sollen dabei quasi als verteilte Armada genutzt werden, die die SCO-Seite mit einer Flut sinnloser Anfragen überschütten und die Firma damit praktisch vom Internet abschneiden.

Gegen diese distributed denial of service attacks (DDOS) gibt es kaum wirksame Gegenmaßnahmen. SCO, eine Software-Firma, steht derzeit im Streit mit der weltweiten Entwicklergemeinde des freien Betriebssystems Linux. SCO macht geltend, wichtige Teile des Linux-Codes seien von einer kommerziellen SCO-Version kopiert worden.

MyDoom unterscheidet sich nach Ansicht des Virenexperten Gernot Hacker vom Antiviren- und Antispam-Software-Hersteller Sophos von bisherigen Massen-Mail-Würmern: "Er versucht nicht (...), Anwender mit scheinbar privaten Nachrichten oder zwielichtigen Bildern von Prominenten zum Öffnen des Attachments (Dateianhang, Anm. d. Red.) zu bewegen."

Der Wurm tarne sich vielmehr als technisch klingende E-mail, die mit einer im Technik-Kauderwelsch formulirten Erklärung versucht, die Nutzer zum fatalen Doppelklick zu verführen.

Innerhalb von rund 24 Stunden soll der Wurm rund 300.000 Rechner vor allem in den USA befallen haben. Die rasende Verbreitung von MyDoom zeigt ein weiteres Mal, dass viele Anwender trotz allgegenwärtiger Warnungen weder ihre Anti-Virensoftware auf dem neuesten Stand halten noch die einfachsten Sicherheitsregeln beachten.

Die wichtigste: Öffne nie einen Dateianhang, von dem nicht sicher ist, von wem er stammt und dass er sicher ist. Eine kurze E-mail zurück mit der Frage: "Haben Sie mir das wirklich geschickt?" kann viel Ärger und Geld sparen.

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(sueddeutsche.de)