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Filmfans haben im Internet-Zeitalter keine Geduld mehr - und damit kein Verständnis für die Zeitverzögerungen bei Kinostarts von US-Filmen (Symbolbild). (© ddp)
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Als eine amerikanische Reporterin dem britischen Schauspieler Hugh Bonneville, der in der erfolgreichen ITV-Adels-Soap Downton Abbey den Earl of Grantham spielt, kürzlich im Interview verriet, sie habe die zu dem Zeitpunkt bereits in Großbritannien, aber in den USA noch nicht ausgestrahlte zweite Staffel seiner Serie schon im Internet gesehen, da wurde Bonneville sehr streng mit ihr: "Ich wünschte, Sie hätten mir nicht gesagt, dass Sie sie illegal gesehen haben, das kotzt mich wirklich an. Sie sollten sich schämen. Schämen Sie sich."
Möglich, dass der Schauspieler seine Schelte gar nicht mal ganz ernst gemeint hat. Sicher ist aber, dass die Interviewerin stellvertretend für einen Großteil der amerikanischen Downton-Abbey-Fans sprach, die sich einfach nicht damit abfinden konnten, dass sie, durch die erste Staffel süchtig geworden, Monate auf eine Fortsetzung warten sollten, von der sie ganz genau wussten, dass sie im britischen Fernsehen bereits gelaufen war. Deren Kritiken sie auf den Internetseiten englischer Zeitungen bereits hatten lesen können. Und über deren Qualitäten - "schwächer als Staffel eins, aber das Weihnachtsspecial reißt alles raus" - sie durch ihre Facebook-Freunde aus London und Glasgow längst bestens unterrichtet waren.
Es gibt eben inzwischen ein weltweites Millionenpublikum, das das Mediengeschehen in Ländern auf der anderen Seite des Globus in Echtzeit mitverfolgt, und für das auch Sprachbarrieren längst keine Rolle mehr spielen. Und es gibt andererseits für dieses Publikum, das ja gar nicht von einer Umsonst-Mentalität, sondern von einem großen Hunger nach guten Inhalten angetrieben wird, kaum Angebote, die es ihm erlauben würden, diesen Hunger legal, rasch und zu einem vertretbaren Preis zu befriedigen.
Hunger nach guten Inhalten
Was fürs Fernsehen gilt, gilt in ähnlicher Form auch fürs Kino. Die beiden Ökonomen Brett Danaher vom Wellesley College und Joel Waldfogel von der University of Minnesota haben in einer gemeinsamen Studie untersucht, wie genau sich Online-Piraterie auf die tatsächliche Entwicklung von Kinokartenverkäufen auswirkt.
Sie kommen zu dem Schluss, dass sich ein außergewöhnlicher Einbruch der Kartenverkäufe auf dem heimischen US-Markt seit dem Aufkommen von BitTorrent nicht nachweisen lässt. Die meisten Filmfans kaufen also nach wie vor lieber eine Kinokarte, als sich eine illegale Kopie desselben Films anzusehen. Ganz anders sieht das aber auf dem internationalen Markt aus. Dort ist der Schaden durch die Piraterie laut Danaher und Waldfogel tatsächlich signifikant (nach ihrer Schätzung sind die Einnahmen im Schnitt um mindestens 7 Prozent geringer als sie es ohne Piraterie wären).
Dies nun allerdings eher nicht, weil das Überseepublikum so viel unmoralischer wäre. Je länger aber die Zeitspanne zwischen der US-Premiere und dem Kinostart in einem anderen Land ist, desto weniger wird dort in den Filmtheatern eingenommen, dieser Effekt ist nachweisbar. Und nachweisbar ist auch, dass er sich seit BitTorrent noch einmal erheblich verstärkt hat.
2003 bis 2004 machten acht Wochen Verzögerungen beim Kinostart noch einen Rückgang der Einnahmen um 22 Prozent aus, 2005 bis 2006 waren es dagegen schon 40 Prozent.
Das Zeitfenster für internationale Starts schrumpft
Danaher und Waldfogel nehmen die Schäden durch Piraterie durchaus ernst, und sie drücken sich vorsichtiger aus als Cory Doctorow, der bei BoingBoing groß auf ihre Studie hingewiesen hat, aber dennoch kommen sie recht deutlich zu dem Schluss, dass "internationale Kunden, die beide Optionen in Betracht ziehen würden, sich wegen der fehlenden legalen Verfügbarkeit für die Piraterie entscheiden."
Mit anderen Worten: Die Verluste durch unerlaubte Kopien könnten um ein Vielfaches geringer sein, wenn die Menschen die Filme einfach schneller im Kino sehen könnten.
Das, so merken die beiden Wirtschaftswissenschaftler noch an, hat die Industrie offenbar inzwischen auch selbst erkannt. Denn das durchschnittliche Zeitfenster für internationale Starts ist in wenigen Jahren von zehneinhalb Wochen (2004) auf vier Wochen (2010) drastisch geschrumpft.
Beim Fernsehen dagegen ist man noch weit davon entfernt, sich an die neue Gleichzeitigkeit des globalen Medienkonsums anzupassen. Auf die Chance ihre heiß ersehnte zweite Staffel legal zu sehen, mussten die amerikanischen Downton-Abbey-Fans jedenfalls ganze vier Monate länger warten als die Briten.
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(Süddeutsche.de/joku)
Kuriose Schilder (4)
Wir schauen in der WG nur Filme die min. 5.1 DTS/DD Ton haben. In dieser Qualität sind alle Serien einen Tag nach der Ausstrahlung in den USA im Netz zu finden.
Kein Steamingdienst kann mir dies jedoch bieten, da Flash kein 5.1 unterstützt. Die amerikanischen Angebote sind "leider nur in den USA verfügbar", da die Lizenzen international verkauft wurden.
Kann es so schwer sein, sich die Werbepartner in den Ländern selbst zu suchen - das HULU.com-Video dann auch in DE verfügbar zu machen und regionale deutsche Werbung zu einem amerikanischen Film/Serie zu zeigen?
Das Fernsehn ist grade auf einem Höhenflug intellektueller Inhalte, bei denen die zwischenmenschlichen Handlungen in den Vordergrund treten und komplexe gesellscahftliche Zusammenhänge dargestellt werden, sodass einzellne Folgen alleine kaum noch zu verstehen sind.
Gut gemacht Hollywood!
Nun sorgt bitte dafür, dass wir dafür auch bezahlen und es schauen können!
Sehe ich ähnlich. Es mag ja ein paar Leute geben, die den Synchros noch etwas abgewinnen können, obwohl sie eigentlich dazu in der Lage wären den O-Ton zu verstehen und es spricht ja auch nichts dagegen eine Synchro zusätzlich auszustrahlen (gibt ja genügend Leute die zumindest glauben es sonst nicht verstehen zu können, manche tun es wirklich nicht), aber oftmals lese ich solche bornierten Aussagen wie "hier spricht man Deutsch!!11EinsElf!!".
Technisch ist das ganze gar kein Problem, DVB erlaubt diverse Audiospuren gleichzeitig, ganz ohne Einschränkungen oder sonstige Klimmzüge wie beim analogen Fernsehen.
Warum gibts das hier nicht? Ganz einfach: Free to Air Ausstrahlung über die Landesgrenzen hinweg. Die deutschen Sender müssten bei O-Ton die Rechte für halb Europa erwerben. Die Öffis (guter Witz, wann haben die schonmal zugekauften Content) sehen Verschlüsselung ohnehin als Teufelswerk (sonst könnte ja jemand auf die Idee kommen keine GEZ zu bezahlen...). Die Privaten könnten das zwar über die HD+ Plattform tun, da macht ihnen aber der Gesetzgeber einen Strich durch die Rechnung: würde auf das verschlüsselte HD+ Signal eine zweite Tonspur gelegt, dann wären diese Sender nicht mehr "inhaltsgleich" zu den FTA SD Varianten (das wäre selbst so, wenn auf dem SD Sender lediglich ein Stereo-Signal anläge, auf dem HD Signal ein Dolby Digital 5.1 Signal) und man würde sich außerhalb seiner Sendelizenz bewegen *headdesk*.
Dass soetwas problemlos geht sieht man in der Schweiz: fast alles beim SF wird sowohl in Deutsch als auch in der Originalsprache ausgestrahlt. Decoderkarte kostet einmalig 60SFr und läuft in fast jeder gängigen Hardware, ohne Fallstricke, ohne Haken.
Abier hierzulande müsste man eigentlich Jahre warten bis die O-Ton Serien auf DVD/BD erhältlich wären (oder Glück haben, dass einer der PayTV Sender zufällig die gewünschte Serie ausstrahlt - Simpsons? Fehlanzeig)... komisch, dass die Leute das dann lieber herunterladen.
Danke für diesen Artikel, er ist lange überfällig.
Das eigentliche Problem liegt in der Unfähigkeit der Entertainment Industrie, auf die Veränderungen im Konsumverhalten der User angemessen zu reagieren. Anstatt endlich Angebote zu realisieren, die diesen Veränderungen gerecht werden, haut man auf Konsumenten drauf und kriminalisiert sie.
Wenn ich im Netz unterwegs bin, brauche ich 2-3 Klicks und schon weiss ich, wann welcher neue Film, TV Serie anläuft, kann den Trailer sehen, Fanseiten besuchen oder mich in Blogs informieren. Und wenn das gut ist, was ich da sehe/lese, will ich es haben.
Was mache ich, ich schaue nach, ob es das Angebot legal gibt, sprich, Streaming Angebote für Serien, Fehlanzeige, eingekauft für den deutschen Markt, Fehlanzeige, wann kommt der Film ins Kino, Starttermin Deutschland in 6 Monaten. Ohnehin sind die meisten deutschen Synchs UNTERIRDISCH. Es fehlt der Wortwitz, oft passt die Auswahl der Stimmen nicht zu den Charakteren, zum Teil wird der Ausdruck einer Serie bis zur Unkenntlichkeit verändert.
Ergo, uninteressant für mich.
Seit über 10 Jahren haben ich aufgehört deutsches TV zu schauen, Mittelmaß interessiert mich nicht.
Ich will Qualität wie Homeland, Sons of Anarchy, An Idiot abroad, Boss, Boardwalk Empire, The Killing, Episodes, Being Human (UK), American Horror Story, Justified, Southland, Breaking Bad, Mad Men, Game of Thrones, Treme, Sherlock, Misfits, Downton Abbey, The Walking Dead...
Ich habe keine Lust darauf zu warten, bis ein Einkäufer im Elfenbeinturm seines deutschen TV Senders 4 Jahre später eine Serie für "geeignet" erklärt, sie mit grottenschlechter Synch versieht und sie dann beim Microsender ZDF Neo versteckt, von dem die Hälfte der Deutschen gar nicht weiß, das er existiert und die andere nicht weiß, wie man ihn empfängt.
Ich will als Konsument selbst entscheiden, was, wann und wo ich mir das anschaue.
Wo bleiben die Streaming Angebote??? Netflix ? Fehlanzeige!
PS. Die meisten der Serien, die ich online schaue, kaufe ich später als DVD Box. Bin ich jetzt kriminell ?
Das Gleiche gilt für Filme, ich habe Drive vor 3 Monaten online gesehen, war total begeistert, habe den Trailer mehrfach auf meiner FB-Seite gepostet, meinen Freunden davon erzählt/empfohlen. 15 davon sind ins Kino gegangen, nebst mir. Und die DVD wird meinerseits ebenfalls bestellt. Bin ich jetzt kriminell?
Jeder von uns macht jeden Tag auf den Sozialen Netzwerken WERBUNG für Filme, Tv Serien, Bücher,
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Die kann man sicher auch schlecht machen, das stimmt schon. Häufig findet man die Version am besten, an die man sich gewöhnt hat, das ist menschlich!
Gute Synchronsprecher wie Joachim Kerzel oder Benjamin Völz kombiniert mit guten Übersetzern wie bei Arena oder DSD können aber durchaus Wortwitz und Flair in die andere Sprache rüber retten.
Die Zeitspanne ist schon etwas ganz Entscheidendes; ich habe eine riesige Sammlung an Filmen und ärgere mich oft, dass ich teilweise hier Dinge noch nicht auf DVD/Blue Ray bekomme, die in den Staaten schon längst im TV laufen.
Natürlich ist da die Verlockung groß, sich im Netz zu bedienen, wenn man die Originalsprachen versteht und ich wurde da auch schon oft schwach.
Aber ich bleibe immer dabei, mir gute Sachen auch zu kaufen!
Mich stören aber auch Dinge wie die ständige Einblendung idi.otischer "Raubkopierer sind Verbrecher"-Werbeblöcke, seitenweise Juristenrotz in X Sprachen und das am besten (bei Serien) auch noch zwischen einzelnen Folgen.
Das alles sind Dinge, mit denen sich Raubkopierer eben nicht rumärgern müssen, ich also quasi für einen Nachteil ehrlich bin und bezahle.
Paging