US-Provider wie Comcast dürften aufhorchen: Google will versuchen, ein eigenes Breitbandnetz bauen. Damit möchte die Firma US-Bürger mit äußerst schnellen Internetzugängen versorgen.
Ein neue Tag, eine neue Ankündigung: Nach der Vorstellung der Mail-Erweiterung Google Buzz am Dienstag hat das Unternehmen aus dem kalifornischen Mountain View am Mittwoch Pläne publik gemacht, ein eigenes Breitband-Netz zu bauen.
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Google, bald ein Konkurrent von AT&T? (© Foto: AP)
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Dieses soll an einer "Reihe von Testorten" errichtet werden, heißt es in einem Blogeintrag des Unternehmens. 50.000 bis 500.000 Haushalte sollen so eine Verbindung zur Verfügung haben, die "mehr als 100 mal schneller ist als das, was die meisten Amerikaner heute mit einem Gigabit pro Sekunde zur Verfügung haben", heißt es.
Google möchte die Verbindung nach eigenen Angaben dazu nutzen, datenintensive "Killer-Apps" auszuprobieren. Nutzer könnten damit hochauflösende Kinofilme innerhalb von weniger als fünf Minuten herunterladen, Kliniken medizinische 3-D-Bilder über das Netz versenden.
Man wolle damit zudem testen, wie sich Hochgeschwindigkeitszugänge verbessern ließen und die Ergebnisse "mit der Welt teilen". Das Netzwerk soll auch für andere Internet-Anbieter geöffnet werden, um den Kunden die Wahl zu geben, welchen Provider sie in Anspruch nehmen. In einem Video ruft Google Lokalpolitiker dazu auf, sich für das Testprojekt zu bewerben.
Schon länger Konflikte mit Providern
Google hat bereits Erfahrung im Bau von Hochgeschwindigkeitsnetzen, da diese die Serverfarmen des Unternehmens verbinden, um das Erscheinen von Suchresultaten und den Zugriff auf Google-Dienste zu beschleunigen.
Die Nachricht vom Testbetrieb dürfte bei amerikanischen Internet-Providern wie Comcast oder AT&T kaum für Begeisterung sorgen. Google hatte sich bereits seit längerem darüber beschwert, dass der Ausbau des Breitband-Netzes in den USA zu langsam vorangehe.
Ob Google jedoch tatsächlich den kostenintensiven Schritt ins Netzanbietergeschäft wagt, ist zweifelhaft. So schätzt die Wirtschaftsnachrichtenseite Business Insider, dass Google mit dem Testprojekt die bisherigen Anbieter dazu bringen möchte, sich intensiver um den Ausbau des Highspeed-Internets zu kümmern.
Um die Breitband-Versorgung in den USA verbessern, hatte US-Präsident Barack Obama bereits kurz nach seiner Amtseinführung Fördergelder in Höhe von 7,2 Milliarden US-Dollar angekündigt.
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(sueddeutsche.de/joku/holz)
@Harpagonos:
niemand hat das ernsthafte Interesse, in diesem Maße in die Infrastruktur zu investieren. Ich denke auch nicht, dass Google sich ernsthaft auf einen weiteren Ausbau über den Testbetrieb hinaus einlassen wird.
In Deutschland ein Jahr darauf zu warten, ist illusionorisch. 10 Jahre sind schon optimstisch.
@Manskij: Ist mir auch aufgefallen. Das kommt eben davon, wenn alle nur noch googeln. :-)
1 Gigabit ist tatsächlich für den Endanwender ein sehr beachtlicher Durchsatz, viele Rechner haben das nicht mal im LAN.
Bis das flächendeckend kommt, zumal in Deutschland kommt, werden wohl noch ein oder zehn Jahre ins Land gehen.
durch sämtliche Medien schwirrt das Zitat
"50.000 bis 500.000 Haushalte sollen so eine Verbindung zur Verfügung haben, die "mehr als 100 mal schneller ist als das, was die meisten Amerikaner heute mit einem Gigabit pro Sekunde zur Verfügung haben", heißt es.".
Die Anbindung wird eine Kapazität von einem Gigabit pro Sekunde haben und nicht dem Hundertfachen davon.
Originalzitat:
"We'll deliver Internet speeds more than 100 times faster than what most Americans have access to today with 1 gigabit per second, fiber-to-the-home connections."