Von Simon Feldmer

Ist Sport in bewegten Bildern der Internet-Content schlechthin? Spiegel und Kicker glauben daran und starten Sportfernsehen im Netz.

Seit ein paar Tagen hat Reiner Calmund einen neuen Job. Das Internetportal sport1.de lässt den schwergewichtigen früheren Manager von Bayer 04 Leverkusen Videoclips unter dem Titel Calli.tv einspielen. In den kurzen Filmchen fläzt Calmund hinter dem Schreibtisch seiner Reiner Calmund GmbH und spricht rheinisch-frohsinnig über die Chancen der Clubs zum Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga.

Bewegtes Sportbild: Reiner Calmund in Calli.tv (© Screenshot: sueddeutsche.de)

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Nicht alles, was in Internetportalen zu sehen ist, hat Qualität. Und vieles ist, wie im Fall von Calli.tv, nicht mal lustig. Für sport1.de-Chef Patrick Zeilhofer steht trotzdem fest: "Sport in bewegten Bildern ist der Internet-Content schlechthin." Viele Portale haben die Sport-Berichterstattung mit Videos und Clips ausgebaut - in der Hoffnung auf einen großen Wachstumsmarkt.

Konkurrenz für Sportportale

Automarken werben bereits vor den Fußballfilmchen des Marktführers sport1.de. Auch bei spox.com, dem Portal des Bezahl-Senders Premiere, spielen Filmausschnitte eine tragende Rolle. Die Champions-League wird bereits, die Rechte von Premiere an der Formel1-Berichterstattung sollen zukünftig auf spox.com weiterverwertet werden.

Im April bekommen die Sportportale neue Konkurrenz: Spiegel Online, der Marktführer unter den Nachrichtenseiten, hat sich mit dem Fußball-Magazin Kicker zusammengetan. Eine tägliche moderierte News-Sendung ist geplant. Ein zusätzliches Hintergrundstück soll Relevantes in Wort und Bild liefern.

Zu sehen sein werden die Beiträge auf spiegel.de und kicker.de. Als Produktionsfirma wurde Spiegel TV, die Fernsehtochter des Spiegel-Verlages, beauftragt. Vor allem Themen aus der Fußball-Bundesliga und aus europäischen Ligen sollen von Montag bis Freitag in drei Minuten langen Filmen ins Bild gesetzt werden.

Die Arbeitsteilung soll folgendermaßen aussehen: Kicker-Redakteure dürfen Gehirnschmalz, Kontakte und Themengewichtung einbringen, Mitarbeiter von Spiegel TV die Beiträge zuliefern. "Wir wollen mit Kollegen zusammenarbeiten, die mit den großen Clubs wie Bayern München vertraut sind," sagt Matthias Ziemann, geschäftsführender Redakteur von Spiegel TV. Das Sportjahr 2008 - mit Bundesliga, Champions-League, Fußball-Europameisterschaft und Olympischen Spielen - soll auch online neue Werbeumsätze generieren.

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