Wer Sadlers Torso mietet, bekommt aber nicht nur einen Mann, der mit einem Logo auf der Brust durch eine amerikanische Kleinstadt läuft, den Hund ausführt und mit seiner Großmutter Geburtstag feiert. Für jeden Kunden produziert Sadler auch einen kleinen Werbefilm: Er tanzt, reimt, singt und preist das Kundenprodukt in den höchsten Tönen.
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Brust-Tarif steigt kontinuierlich
Die bisweilen schräg anmutenden Videos präsentiert er dann auf verschiedene Plattformen im Internet: Im Kontaktnetzwerk Facebook gibt es Iwearyourshirt ebenso wie bei der Fotobörse Flickr oder beim Kurznachrichtendienst Twitter - und da beginnt die Einzelaktion des Jason Sadler für die Unternehmen interessant zu werden, sagt Torsten Heinson, Chef der Werbeagentur Wunderknaben. Denn Social Media sei für Werbung ein schwieriges Feld. Viele große Agenturen scheiterten regelmäßig bei dem Versuch, die Online Community für die Produkte ihrer Kunden zu interessieren. "Oft werden Hunderttausende Euro ausgegeben, ohne auch nur den geringsten Werbeeffekt zu erzielen", sagt Heinson.
Jason Sadlers selbstgedrehte Videos hingegen wurden allein auf Youtube bisher fast 150.000 Mal angesehen. Zudem ist der Platz auf Sadlers Brust ziemlich günstig: Zu Beginn der Aktion am 1. Januar 2009 kosteten 24 Stunden T-Shirt-Werbung gar nur einen symbolischen Dollar, seither steigt der Tarif kontinuierlich. 70.000 Dollar wird Sadler am Ende diesen Jahres damit verdient haben.
Nicht schlecht für einen 27-Jährigen, aber nicht genug für Jason Sadler. Seinen Job als Grafiker hat er aufgegeben, um zu expandieren: Sadler hat jetzt einen Angestellten in Los Angeles. Iwearyourshirt-Kunden bekommen künftig also zwei T-Shirt-Träger in verschiedenen Staaten, zwei Fotoserien, zwei Youtube-Videos, zwei Auftritte bei Facebook und Twitter. Hält der Erfolg an, will Sadler bald ein ganzes Heer von lebenden Werbeträgern anführen. "Vielleicht könnten Tausende Menschen davon leben", sagt er, "nur davon, dass ich mich nicht für Mode interessiere."
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(SZ vom 29.09.2009/jobr)
Eigentlich eine ganz gute Idee, sich so zu vermarkten. Allerdings übersieht er einen vielleicht entscheidenden Punkt: Je mehr er youtube, Facebook und Konsorten mit solchen Videos überflutet, umso beliebiger werden sie und umso mehr wird es irgendwann nur noch als Spam wahr genommen. Denn die Wahrnehmung der Netzgemeinschaft gleicht der eines Babys. Es müssen immer wieder neue und kuriose Inhalte angeboten werden, um sie bei der Stange zu halten. Deswegen sehe ich seinen Erfolg eher temporär an...