Illegales Streaming-Portal Kino.to-Helfer erhalten Bewährungsstrafen

  • Zwei Helfer des illegalen Film-Streaming-Dienstes Kino.to sind zu Bewährungsstrafen verurteilt worden.
  • Sie sollen 50 000 Raubkopien von Filmen und Serien verbreitet haben.

Urheberrechtsverletzung vor Gericht

Eigentlich ist der Streaming-Dienst Kino.to seit Juni 2011 Geschichte. Damals flog das illegale Netzwerk auf und wurde von den Behörden abgeschaltet. Der Gründer und Chef Dirk B. wurde 2012 zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt.

Doch die beiden Männer, 29 und 32 Jahre alt, die jetzt in Leipzig vor Gericht standen, machten nach dem Ende von Kino.to einfach bei ähnlich angelegten Plattformen weiter. Im Prozess legten sie am Montag ein Geständnis ab. Sie gaben zu, einen sogenannten Filehoster mit gespeicherten Raubkopien von Filmen und Serien betrieben zu haben. Der Staatsanwaltschaft zufolge soll der 32-Jährige mehr als 50 000 Raubkopien für Kino.to und verwandte Streaming-Portale bereitgestellt haben.

Er gab an, die illegalen Kopien zunächst bei anderen Anbietern hochgeladen zu haben und dann auf die Idee mit dem eigenen Filehoster gekommen zu sein. Der mitangeklagte 29-Jährige machte sich strafbar, weil er Server, auf denen die Raubkopien gespeichert waren, an Kunden vermietete.

Reumütige Angeklagte

Wegen gemeinschaftlicher gewerbsmäßiger Urheberrechtsverletzung verurteilte das Amtsgericht Leipzig die beiden Männer zu Bewährungsstrafen von jeweils einem Jahr und neun Monaten, wie das Portal Golem berichtet. Beide müssen außerdem eine Geldstrafe zahlen. Weil die Angeklagten ihre Taten eingeräumt hatten, sah Richter Mathias Winderlich von einer Haftstrafe ab. Da sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung erklärten, auf Rechtsmittel zu verzichten, ist das Urteil rechtskräftig.

Die Angeklagten zeigen sich vor Gericht reumütig - auch weil sie mit ihren illegalen Geschäften nicht so viel Geld verdient hatten wie erhofft. Ihr Ziel war es, User von Kino.to in großem Stil zu dem eigenen Filehoster umzuleiten und so Werbeeinnahmen zu generieren.

Ein Großteil dieser Einnahmen sei allerdings für die Kosten der Datenverbindungen und Server draufgegangen, so der 29-Jährige. Im Rückblick sei das Projekt ein Minusgeschäft gewesen. Auch der 32-Jährige würde nach eigenen Angaben heute anders handeln. "Jetzt arbeite ich mich seit drei Jahren bei einer Firma hoch. Hätte ich das früher gemacht, hätte ich mehr Geld verdient als mit dem Dienst."