Nach einem neuen Missbrauchs-Fall von Millionen Kundendaten weist Innenminister Schäuble den Vorwurf der Untätigkeit von sich: "Schärfere Gesetze kommen."

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat Vorwürfe zurückgewiesen, er lasse sich zu viel Zeit mit schärferen Gesetzen für den Datenhandel. "Ich hoffe nur, dass sich die Opposition, die mir vorgeworfen hat, ich sei im Winterschlaf, sich hinterher entschuldigt, wenn sie feststellt, nur sie hat dummes Zeug geredet", sagte Schäuble am Montag im Bayerischen Rundfunk.

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Wolfgang Schäuble weist die Vorwürfe der Opposition zurück. (© Foto: dpa)

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Am Mittwoch werde sich das Kabinett mit dem Thema beschäftigen und liege damit im Zeitplan. "Das, was wir in der Öffentlichkeit an Skandalen hören, sind klare Gesetzesverstöße", so der Minister. "Deswegen ist wichtig, dass wir den Vollzug der Gesetze verschärfen." Außerdem solle der Bürger in Zukunft grundsätzlich zustimmen, wenn derjenige, der seine Daten hat, diese Daten weitergeben will.

Noch vor Weihnachten

Schäuble reagiert damit auf die Vorwürfe des Vorsitzenden des Innenausschusses im Bundestag, Sebastian Edathy (SPD). Nach dem erneuten Missbrauch von Millionen Kundendaten hatte Edathy die Bundesregierung aufgefordert, "noch vor Weihnachten ihren längst überfälligen Gesetzentwurf für schärfere Datenschutz-Vorschriften vorzulegen".

Nachdem einem Magazin sensible Informationen über Millionen Deutschen angeboten worden sind, hat der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Sebastian Edathy, von der Bundesregierung eine rasche Reaktion verlangt.

Noch vor Weihnachten solle die Regierung "ihren längst überfälligen Gesetzentwurf für schärfere Datenschutz-Vorschriften" vorlegen, sagte Edathy der Neuen Osnabrücker Zeitung. Der "außer Kontrolle geratene Datenhandel" müsse endlich gestoppt werden.

Die Bundesregierung habe bereits im Spätsommer ein entschlossenes Eingreifen versprochen, sei danach aber in Untätigkeit verfallen, kritisierte Edathy. Er warf Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) vor, bei dem Thema auf der Bremse zu stehen.

"Erst war Glos dafür, den Handel mit persönlichen Daten zu verbieten, nun ist er nach Protesten aus der Wirtschaft der größte Gegner von Beschränkungen." Weil sich Wirtschafts- und Innenministerium nicht einig würden, habe ein Kabinettsbeschluss wiederholt verschoben werden müssen, so Edathy.

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