Diese Festplatte enthalte Musik im Gegenwert von 75000 Euro, errechnet Cliff, wenn der Nachbar sie regulär im Laden gekauft hätte. Auf der anderen Seite jedoch stehen die zunehmende Zahl von Schadenersatzprozessen sowie die Versuche, mit Internetprovidern und staatlichen Stellen zu kooperieren, um an die Daten der aus ihrer Sicht verbrecherischen Nutzer zu gelangen.

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Die Hard-Drive-Partys sind also nichts anderes als eine Reaktion auf diese Bedrohung, ein Rückzug in den Untergrund der privaten Tauschnetzwerke, die nicht weniger effektiv, dafür aber kaum auszuspähen sind. Eine Entwicklung, die Wasser ist auf die Mühlen von Gegnern des klassischen Copyrights wie dem Science-Fiction-Autor Cory Doctorow oder dem Verfassungsrechtler und Vordenker der "Creative commons"-Bewegung, Lawrence Lessig, die seit Jahren eine Novelle des Urheberrechts fordern.

Sie plädieren für eine - erschwingliche - Pauschale, die die Nutzer beispielsweise über ihren Internetprovider entrichten und der sie dazu berechtigt, unbegrenzt Daten, Musik oder Filme aus dem Netz herunterzuladen. Bezahlt werden die Künstler dann aus dieser Pauschale, abhängig davon, wie häufig ihre Titel heruntergeladen worden sind. Wenn man Doctorow Glauben schenkt, ist für die Musikindustrie jetzt der letztmögliche Zeitpunkt gekommen, dieses System umzusetzen und überhaupt noch ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Sonst sind diejenigen, die sie so erbittert jagt, endgültig offline und in den Untergrund verschwunden.

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(SZ vom 23.08.2008/gut)