Diese Festplatte enthalte Musik im Gegenwert von 75000 Euro, errechnet Cliff, wenn der Nachbar sie regulär im Laden gekauft hätte. Auf der anderen Seite jedoch stehen die zunehmende Zahl von Schadenersatzprozessen sowie die Versuche, mit Internetprovidern und staatlichen Stellen zu kooperieren, um an die Daten der aus ihrer Sicht verbrecherischen Nutzer zu gelangen.
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Die Hard-Drive-Partys sind also nichts anderes als eine Reaktion auf diese Bedrohung, ein Rückzug in den Untergrund der privaten Tauschnetzwerke, die nicht weniger effektiv, dafür aber kaum auszuspähen sind. Eine Entwicklung, die Wasser ist auf die Mühlen von Gegnern des klassischen Copyrights wie dem Science-Fiction-Autor Cory Doctorow oder dem Verfassungsrechtler und Vordenker der "Creative commons"-Bewegung, Lawrence Lessig, die seit Jahren eine Novelle des Urheberrechts fordern.
Sie plädieren für eine - erschwingliche - Pauschale, die die Nutzer beispielsweise über ihren Internetprovider entrichten und der sie dazu berechtigt, unbegrenzt Daten, Musik oder Filme aus dem Netz herunterzuladen. Bezahlt werden die Künstler dann aus dieser Pauschale, abhängig davon, wie häufig ihre Titel heruntergeladen worden sind. Wenn man Doctorow Glauben schenkt, ist für die Musikindustrie jetzt der letztmögliche Zeitpunkt gekommen, dieses System umzusetzen und überhaupt noch ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Sonst sind diejenigen, die sie so erbittert jagt, endgültig offline und in den Untergrund verschwunden.
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(SZ vom 23.08.2008/gut)
Kuriose Schilder (4)
Ach ja, bei den Spontis gab es in den sechziger / siebziger Jahren mal den schönen Spruch: "legal, illegal, sch...egal".
Woher der Autor jedoch seine Erkenntnis hat, Tauschbörsen seien illegal, weis er vermutlich nicht mal selber. Tauschbörsen (oder besser p2p-Netzwerke) sind per se nie illegal - sie sind schlicht eine technische Plattform zum Datenaustausch. Daher kann es auch per se keine "legalen" Tauschbörsen geben. Den Unterschied gibt's schlicht nicht und damit bestand auch nie die Notwendigkeit solche "legalen" einzuführen.
Es kommt ja wohl auch niemand wachen Geistes auf die Idee, Autos in illegale und legale Versionen einzuteilen, nur weil in ersteren "geklaute" Dinge transportiert werden (können).
Von der "Süddeutschen" erwarte ich eigentlich etwas mehr Tiefgang oder besser Sorgfalt.