In den USA werden Songs immer häufiger nicht mehr nur übers Internet getauscht, sondern auf Partys - das ist überhaupt nicht mehr zu kontrollieren.
Hard-Drive-Partys, so heißt das neue Schreckgespenst der Musikindustrie. Hinter diesem Begriff verbergen sich Partys, bei denen die Gäste den Inhalt ihrer mobilen Festplatten austauschen. Und das können ohne weiteres 500 Gigabyte werden, denn so groß sind mittlerweile handliche und kostengünstige Geräte. Zehntausende oder sogar Hundertausende Songs wechseln dann mitunter den Besitzer.
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Bei Bier und Wein: Die Musikindustrie steht den feuchtfröhlichen Tauschpartys ohnmächtig entgegen. (© Foto: dpa)
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Das Prinzip hinter diesen Partys ist nicht neu. Vielmehr werden illegale Tauschbörsen aus dem Internet in den privaten Raum verlegt und die Rechner nicht mehr über das weltumspannende Netz, sondern direkt miteinander verbunden. Dadurch wird nicht zuletzt die Geschwindigkeit, mit der Daten übertragen werden können, erhöht, und es können in derselben Zeit mehr Daten ausgetauscht werden.
Doch dies ist nicht der einzige Grund für die Blüte solcher Veranstaltungen, die Musikindustrie selbst hat entscheidend zu ihrer Entstehung beigetragen. Immer noch kämpft sie den Kampf gegen die Musikpiraten und versucht verzweifelt, am Status quo des Urheberrechts festzuhalten.
Doch haben all die Versuche, legale Tauschbörsen anstelle der illegalen zu etablieren, bislang wenig gefruchtet. Nur jeder zwanzigste Download ist legal. Und was für die Industrie noch viel schlimmer ist: Trotz aller Kampagnen wird Musikpiraterie von der breiten Öffentlichkeit immer noch als Kavaliersdelikt gesehen, als Verbrechen ohne Opfer.
Rückzug in den Untergrund
Und so reagieren die großen Konzerne und die Angehörigen von Plattenfirmen einerseits mit den stets gleichen moralischen Appellen. Musikproduzent Cliff Jones etwa berichtete in der jüngsten Ausgabe der britischen Sunday Times fassungslos von seinem Nachbarn, einem unbescholtenen Familienvater, der stolz berichtet, er habe 80000 Klassik-Stücke auf einer Festplatte, die er umsonst von einem Freund bekommen habe.
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Ach ja, bei den Spontis gab es in den sechziger / siebziger Jahren mal den schönen Spruch: "legal, illegal, sch...egal".
Woher der Autor jedoch seine Erkenntnis hat, Tauschbörsen seien illegal, weis er vermutlich nicht mal selber. Tauschbörsen (oder besser p2p-Netzwerke) sind per se nie illegal - sie sind schlicht eine technische Plattform zum Datenaustausch. Daher kann es auch per se keine "legalen" Tauschbörsen geben. Den Unterschied gibt's schlicht nicht und damit bestand auch nie die Notwendigkeit solche "legalen" einzuführen.
Es kommt ja wohl auch niemand wachen Geistes auf die Idee, Autos in illegale und legale Versionen einzuteilen, nur weil in ersteren "geklaute" Dinge transportiert werden (können).
Von der "Süddeutschen" erwarte ich eigentlich etwas mehr Tiefgang oder besser Sorgfalt.